Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg wird einfacher

03 Dezember 2021 - 09H01

Mit der Unterstützung der Kantone Waadt und Freiburg vereinfachen und verbessern die beiden Tarifverbünde Mobilis und Frimobil zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember ihre Zonenpläne. Zwischen dem Freiburger Vivisbachbezirk und dem benachbarten Kanton Waadt wird das Reisen dank einer Ausweitung des Mobilis-Gebiets bis Les Paccots erleichtert. Frimobil dehnt sein Gebiet über Attalens an der Grenze zum Kanton Waadt hinaus aus. Eine willkommene Tariferleichterung für die Reisenden, die immer zahlreicher zwischen den beiden Regionen unterwegs sind.

Die öffentliche Hand, die Verkehrsunternehmen und die Tarifverbünde setzen sich gemeinsam für die Verbesserung und Förderung des Reisens mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein. Um die Bevölkerung zur Nutzung dieser nachhaltigen Fortbewegungsarten zu ermutigen, muss man ihnen einerseits die Wahl und Gelegenheit bieten, indem man das Angebot, die Taktzeiten, aber auch den Komfort ausbaut – was insbesondere in den Zuständigkeitsbereich der Kantone fällt. Genauso wichtig ist ein attraktives Fahrausweisangebot: Dies ist der Grund für die Existenz von Tarifverbünden, die das Reisen mit einem einzigen Fahrschein ermöglichen, was besonders praktisch ist, wenn man eine Strecke zwischen zwei Zielen mit der Nutzung städtischer öffentlicher Verkehrsmittel kombinieren möchte.

Die Region Châtel-Saint-Denis und Les Paccots im Süden des Kantons Freiburg ist besonders dynamisch. Ihre Nähe zum Kanton Waadt führt dazu, dass viele Fahrten zwischen den beiden Kantonen stattfinden, sei es über den Bahnhof von Palézieux in Richtung oder von Lausanne; ebenso von Châtel-Saint-Denis und Attalens in Richtung Vevey und umgekehrt. Heute sind einige Gemeinden des Vivisbachbezirks nur in den Tarifverbund Frimobil integriert. Mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember wird der Waadtländer Tarifverbund Mobilis seinen Perimeter bis nach Les Paccots ausdehnen, während Frimobil La Chaux und Châtillon abdecken wird. Die Überschneidung der beiden Verbünde gibt somit den Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, unabhängig davon, ob ihr Ziel im Kanton Freiburg oder Waadt liegt, Zugang zum Zonentarifsystem. Abgesehen davon, dass es attraktive Preise mit sich bringt, erleichtert dieses neue System das Reisen, indem es die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in den Zonen und für die gekaufte Dauer ermöglicht.

So kann man beispielsweise von Châtel-Saint-Denis über Palézieux bis nach Lausanne fahren, wenn man einen Mobilis-Fahrschein besitzt, der den Zugang zu den Bussen und U-Bahnen der Waadtländer Hauptstadt beinhaltet. Waadtländerinnen und Waadtländer, die von Lausanne aus eine Freizeitaktivität in Les Paccots ausüben möchten, kaufen einen Mobilis-Fahrschein und zahlen bis zu 26 % weniger als heute, wenn sie über Vevey und Châtel-Saint-Denis reisen, bzw. bis zu 48 % weniger via Palézieux. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Attalens und Jongny können mit einem Frimobil-Ticket entweder über La Chaux oder Bossonnens nach Châtel-Saint-Denis oder in den Kanton Freiburg reisen. Ausserdem werden die Reisenden aus Jongny und Les Monts-de-Corsier für ihre Fahrten in den Kanton Freiburg Zugang zu einem Frimobil-Fahrschein haben, womit sie auch die städtischen Busse in Bulle benutzen können.

Diese Tariferleichterung für Reisen zwischen den beiden Kantonen nimmt eine bedeutende Verbesserung des Busangebots ab Dezember 2022 vorweg, die Vevey mit Châtel-Saint-Denis, Attalens, Bossonnens sowie Palézieux verbinden. Die Verstärkung der drei regionalen Linien ist Teil der Massnahmen des Waadtländer Klimaplans, um das Angebot der regionalen Buslinien zu verbessern.

Die Ausweitung der Perimeter von Frimobil und Mobilis sowie die verstärkte Anbindung des Vivisbachbezirks werden den zahlreichen Pendlern, die im Vivisbachbezirk wohnen, aber in der Genferseeregion arbeiten oder studieren, das Reisen erleichtern. Diese Verbesserungen decken sich mit dem Willen des Staatsrats des Kantons Freiburg, die nachhaltige Mobilität weiter auszubauen. Dieser Wille, der im neuen Mobilitätsgesetz und im kantonalen Richtplan verankert ist, wird insbesondere durch den starken Ausbau des öffentlichen Verkehrs im ganzen Kanton Freiburg konkretisiert.

Weitere Verbesserungen der Zonenpläne am 12. Dezember 2021

Waadt: Um die Nutzung des öffentlichen Verkehrs für Freizeitaktivitäten zu fördern – ein Thema, zu dem der Kanton Waadt und Mobilis mehrere Aktionen durchführen, darunter vaudloisirs.ch – wird der Perimeter des Tarifverbunds Waadt noch um drei touristische Linien erweitert, die zum Col du Marchairuz, zum Col du Mollendruz sowie zum Col du Pillon und zu Glacier 3000 führen. Die Attraktivität des Mobilis-Tarifs wird die kürzlich erfolgte Verstärkung der Anbindung an diese Touristen- und Freizeitorte begleiten. Was die Region Château-d’Oex betrifft, so freut sich der Kanton über das Interesse der Behörden des Pays d’Enhaut, sich dem Waadtländer Tarifverbund anzuschliessen, und über die Einleitung entsprechender Studien im Laufe des nächsten Jahres.

Freiburg: Neben dem Vivisbachbezirk ändert der Freiburger Tarifverbund auch seinen Zonenplan im Greyerz-, Glane- und Sensebezirk für gerechtere und kohärentere Tarife. Zu den wichtigen Änderungen gehört, dass eine Ringzone um Bulle definiert wird, die die bisherigen Zonen 20, 31 und 38 zusammenfasst. Ausserdem können dank einer Neudefinition der Haltestellen an den Zonengrenzen alle Fahrten innerhalb der Gemeinden La Roche oder Vuisternens-devant-Romont künftig in einer einzigen Zone durchgeführt werden. Schliesslich werden die Haltestellen der Gemeinde Düdingen, welche die städtischen Busse umfassen, Teil der Zonen 11 und 12 der Agglo Freiburg.