Die Klimastrategie und der Aktionsplan des Staatsrats bilden den Schwerpunkt des Regierungsprogramms 2022–2026 und treten mit dem Auslaufen des ersten kantonalen Klimaplans in eine neue Phase. Gleichzeitig müssen die in den letzten Jahren umgesetzten Massnahmen zur Annäherung an die vom Staatsrat gemäss Klimagesetz festgelegten Absenkpfade weiter intensiviert werden. Vor diesem Hintergrund hat die Freiburger Regierung ihre Strategie und ihren Aktionsplan erneuert und dabei 23 thematische Massnahmen definiert. Diese betreffen sieben Schlüsselbereiche: «Landwirtschaft», «Ressourcen und natürliche Lebensräume», «Gesundheit» und «Raum» zur Anpassung an den Klimawandel sowie «Ernährungssystem», «Mobilität», «Konsum und Wirtschaft» sowie «Energie und Gebäude» im Bereich des Klimaschutzes.
Die Klimaschutzmassnahmen werden sich auf zahlreiche Bereiche auswirken und sowohl für die Bevölkerung und die Wirtschaft als auch für die Natur positive Effekte entfalten. Sie verstärken den Klimaschutz und ermöglichen eine Annäherung an die vom Staatsrat definierten Absenkpfade. Die Umsetzung wird mit rund 40 Millionen Franken veranschlagt. Zudem sieht der neue Klimaplan Investitionen in verschiedene sektorielle Projekte zugunsten des Klimas in Höhe von rund 30 Millionen Franken vor.
Partizipativer Ansatz
Wie bereits bei der 1. Generation des Klimaplans wurden auch bei der Ausarbeitung der 2. Generation die spezifischen Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen Interessengruppen des Kantons Freiburg berücksichtigt, indem Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft in den Prozess einbezogen wurden.
Aktualisierte CO₂-Bilanz und Neubewertung der Risiken und Chancen
Die kantonale CO₂-Bilanz wurde gemäss Artikel 11 des Klimagesetzes aktualisiert. Wie bereits bei der ersten Bilanz, die auf Basis der Daten von 2017 erstellt wurde, berücksichtigt sie die direkten wie auch die indirekten Emissionen. Obwohl in einzelnen Sektoren bereits deutliche Reduktionen der Treibhausgasemissionen erzielt wurden (z. B. ‑26 % im Gebäudebereich), ist zur Erreichung der gesetzlich festgelegten Reduktionsziele eine weitere Verstärkung der in den letzten Jahren ergriffenen Massnahmen erforderlich. Zwischen 2017 und 2023 verzeichneten die vier Sektoren Verkehr, Bauwesen, Industrie und Landwirtschaft eine kumulierte Emissionsreduktion von knapp 13 %. Das Monitoring der Emissionen ermöglicht es, die wichtigsten Hebel zu identifizieren und die vorrangigen Klimaschutzmassnahmen festzulegen.
Im Bereich der Anpassung an den Klimawandel wurde die Risikoanalyse überarbeitet, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf kantonaler und nationaler Ebene (CH2025) zu berücksichtigen und die Prioritäten des Klimaplans zu aktualisieren.
Erste vollständig digitale Vernehmlassung
Der Klimaplan der 2. Generation befindet sich bis zum 17. Juli 2026 in der Vernehmlassung. Der Staat Freiburg führt diese erstmals vollständig digital durch: Stellungnahmen können direkt unter vernehmlassung.fr.ch eingereicht werden.
Diese Vorgehensweise erleichtert allen Beteiligten die Teilnahme. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Erfassung den staatlichen Stellen eine strukturierte und effiziente Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen. Für die zentralen Vernehmlassungsadressaten werden speziell auf Französisch und Deutsch Einführungswebinare zur Plattform angeboten. Zudem stehen allen Teilnehmenden diverse Hilfestellungen in beiden Amtssprachen direkt auf der Plattform zur Verfügung.