Seltene Lebensräume, die für die Biodiversität unerlässlich sind
Biotope wie Auengebiete oder Hoch- und Flachmoore sind Fragmente ehemals viel ausgedehnterer Lebensräume. Diese wertvollen Naturräume wurden durch die Veränderung der Landnutzung wie Urbanisierung oder Intensivierung der Landwirtschaft stark reduziert: So sollen seit Mitte des 19. Jahrhunderts nur 10 % der Feuchtgebiete von Entwässerungsmassnahmen verschont geblieben sein.
Durch die Wunder der Evolution haben sich unzählige Pflanzen‑ und Tierarten angepasst, um zu überleben und die besonderen Bedingungen dieser Lebensräume zu nutzen (starker Einfluss des Wassers auf den Boden, regelmässige Beeinträchtigungen durch Überschwemmungen, hohe Temperaturen und Trockenheit usw). Diese spezifischen Arten sind ebenso rar wie die Lebensräume, in denen sie entstanden sind, und sie sind auf die eine oder andere Weise mit ihnen verbunden.
Schützen wir gemeinsam die Biotope
Durch nur geringfügige Veränderungen, einige Grad mehr in der Atmosphäre, die Zufuhr von Stickstoff durch die Ausbringung von Gülle oder die Veränderung des Wasserkreislaufs, stören die Aktivitäten der Gesellschaft diese empfindlichen ökologischen Systeme und gefährden dessen Funktionieren und Existenz.
Darüber hinaus lädt die Schönheit dieser Orte und ihrer Bewohner zum Verweilen ein und zieht Neugierige an. Der Begehung dieser Lebensräume hat einen Einfluss auf die Natur. Um die Magie dieser Landschaften zu bewahren, beachten Sie die folgenden Verhaltensweisen, wenn Sie sich in einem Biotop oder in dessen Nähe aufhalten:
- Sich der Auswirkungen seiner Anwesenheit in der Natur bewusst sein und sich bemühen, diese zu minimieren
- Auf den offiziellen Wegen bleiben
- Hunde an der Leine führen, insbesondere nicht in Gewässern herumtollen lassen (Schäden an Kaulquappen und Libellenlarven, z.B.)
- Baden, zelten und Feuer machen nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt, ist
- Es sollte vermieden werden, Biotope in der Dämmerung, nachts und im Morgengrauen zu durchqueren. Es sollte zudem auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden.
- Die Flora unberührt lassen
Empfindliche und unter Druck stehende Lebensräume
Eine unpassende Handlung, selbst eine kleine, kann grosse Folgen haben, zum Beispiel:
- Die Jungvögel seltener Vogelarten können von ihren Eltern endgültig verlassen werden, wenn diese sich durch die Anwesenheit einer einzigen Person in der Nähe des Nestes bedroht fühlen.
- Die zappelnden Kaulquappen von Laubfröschen und anderen Molchen können durch die zufällige oder absichtliche Einführung invasiver gebietsfremder Arten wie Goldfische bedroht werden, wodurch das Überleben dieser bereits gefährdeten Arten beeinträchtigt wird.
- Das wiederholte Betreten von Torfmooren durch das Verlassen von Wegen kann zu deren Absterben führen.
- Torfmoosen, die den Torf der Hochmoore bilden, wachsen extrem langsam. Das wiederholte Betreten durch Personen, die die Wege verlassen, kann zum Absterben dieser Moose führen und die Funktion dieser Moore beeinträchtigen. Bestimmte Blumen, die an diese sauren Lebensräume angepasst sind, kommen manchmal nur in wenigen Exemplaren vor. Einziger Abstecher vom Weg können einen Grossteil dieser Populationen vernichten.
Wir verlassen uns auf Sie, die Biotope in ihrem wahren Wert zu schätzen und zu respektieren. Seien Sie so unauffällig wie ein Luchs im Wald!