9. September 2020 -11h00

Die Umstellung der Freiburger Staatsreben auf biologischen Anbau geht in die Endphase. Am 9. September 2020 präsentierte die Verwaltung der Staatsreben (VSR) die Weine 2019 ihrer Reben im Vully. Es handelt sich um den ersten Bio-Suisse-zertifizierten Jahrgang nach einer zweijährigen Umstellungsphase. Auf der Domaine des Faverges werden die derzeit nach dem Pflichtenheft der Integrierten Produktion bewirtschafteten 8,8 Hektaren ab 2021 auf Bio umgestellt, zusätzlich zu den 6,6 Hektaren, die bereits nach biologischen Standards bewirtschaftet werden.

Staatsweine - Vully - Bio Suisse
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Das Jahr 2020 wird durch die Umstellung sämtlicher Reben des Staats Freiburg auf biologischen Weinbau gekennzeichnet sein. Im Vully gelangt der erste Bio-Suisse-zertifizierte Jahrgang in den Verkauf und es wurde entschieden, auf der Domaine des Faverges die derzeit nach dem Pflichtenheft der Integrierten Produktion bewirtschafteten 8,8 Hektaren ab 2021 auf Bio umzustellen.

Erster Bio-Suisse-zertifizierter Jahrgang vom Vully
Die 2,1 Hektaren Reben, die der Staat Freiburg im Vully besitzt, werden seit dem 1. Januar 2017 vom Cru de l’Hôpital und seinem Winzer Christian Vessaz bewirtschaftet. Nach zwei Jahren Umstellungsphase ist der Jahrgang 2019 nun Bio-Suisse-zertifiziert. Der aus dem Vully stammende Winzer und Önologe Christian Vessaz beginnt seine Bio-Laufbahn im Jahr 2009, da seine Vorstellung der idealen Rebe nicht mehr mit jener des konventionellen Anbaus vereinbar ist, aber auch aus Qualitätsgründen. Es lag ihm, der selbst inmitten des Rebbergs wohnt, am Herzen, den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln in seinem Rebberg zu reduzieren. Heute bewirtschaftet er 13 Hektaren im Freiburger und Waadtländer Vully gemäss Demeter-Richtlinien, d. h. mit einem strengeren Pflichtenheft als jenem der Bio-Suisse Knospe.

Das Weinjahr 2019 im Vully war geprägt von zwei Hagelereignissen, welche die Traubenernte schmälerten. Der geringere Ertrag spiegelt sich jedoch als schöne Fruchtkonzentration im Wein wider. Dadurch entwickelt sich eine vielfältige Palette an Aromen und eine überragende Geschmacksintensität am Gaumen.

8,8 Hektaren zusätzlich in Bio-Qualität auf der Domaine des Faverges
Yvan Regamey, der seit 40 Jahren auf der Domaine des Faverges nach dem Pflichtenheft der Integrierten Produktion arbeitete, wird nach der Weinlese 2020 in den Ruhestand treten. Gérald Vallélian und sein Team werden die von ihm bewirtschafteten 8,8 Hektaren Reben übernehmen.

Gérald Vallélian kam 2004 nach St-Saphorin und bewirtschaftete die Reben zuerst nach den Standards der Integrierten Produktion. Seit 2009 setzte er Schritt für Schritt die Methoden des biologischen Landbaus um, bis 6,6 Hektaren Reben der Domaine des Faverges im Jahr 2015 die Bio-Suisse-Zertifizierung erhielten. Diese Umstellung wird nun fortgesetzt, sodass ab 2021 das ganze Rebgut biologisch bewirtschaftet wird.

Goldmedaille und Nominierung für «Le gamaret»
«Le gamaret AOC Vully 2018» erhielt eine Goldmedaille am Grand Prix du Vin Suisse. An der 14. Ausgabe dieses Wettbewerbs traten 3071 Weine aus 18 Weinbaukantonen gegeneinander an und nur höchstens 30 % der Weine wurden prämiert. Dieses Jahr zeichneten die Jurys 947 Weine mit 363 Goldmedaillen (11,8 % der verkosteten Weine) und 584 Silbermedaillen aus.

Zudem wurde der «Le gamaret 2018» für die Finalrunde nominiert, was bedeutet, dass er unter den 6 besten seiner Kategorie liegt, und er ist der einzige nominierte Wein aus der Weinbauregion Vully. Um die endgültigen Gewinner des Wettbewerbs zu ermitteln, findet Anfang September in Sierre eine vergleichende Blindverkostung statt, an der hochkarätige Spezialisten aus der ganzen Welt teilnehmen. Die endgültigen Ergebnisse werden Ende Oktober bekanntgegeben.

Öffentliche Degustation
Sämtliche Staatsweine können an der öffentlichen Herbstdegustation verkostet werden, die am 18. September von 15 bis 18 Uhr und am 19. September 2020 von 9 bis 12 Uhr am Landwirtschaftlichen Institut Grangeneuve stattfindet. Die geltenden Abstands- und Hygienemassnahmen werden umgesetzt.