Nach der Regionalkonferenz vom 29. Januar 2026 wurden die Statuten von Arcia Kulturregion den Legislativorganen der ursprünglich 22 interessierten Gemeinden zur Genehmigung unterbreitet. Bis heute haben 21 Gemeinden ihren Beitritt zum künftigen Gemeindeverband beschlossen, der die Aufgaben der Agglomeration Freiburg im Bereich der regionalen Kulturförderung sowie später jene von Coriolis Infrastructures übernehmen wird. Da die Statuten von einer Gemeinde abgelehnt wurden, müssen sie den zukünftigen Mitgliedgemeinden erneut zur Genehmigung vorgelegt werden. Gleichzeitig wird eine Übergangsorganisation geschaffen, um die Aufnahme der Tätigkeit von Arcia Kulturregion per 1. Januar 2027 vorzubereiten und die Kontinuität der regionalen Kulturförderung sicherzustellen.
Ausgangslage
Die Auflösung der Agglomeration Freiburg in ihrer heutigen Form sowie das bevorstehende Inkrafttreten des Gesetzes über die Förderung kultureller Aktivitäten (FKAG) machen eine Neuorganisation der regionalen Kulturgovernance erforderlich. In Fortführung der Arbeiten, welche 2023 von der Stadt Freiburg, der Agglomeration Freiburg und Coriolis Infrastructures aufgenommen wurden, wurde anlässlich einer Regionalkonferenz vom 29. Januar 2026 ein Statutenentwurf für eine neue Kulturregion in Form eines Gemeindeverbands von den 22 interessierten Gemeinden genehmigt. Der neue Gemeindeverband wird den Namen Arcia Kulturregion tragen. Dieser wurde im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ausgewählt. Anschliessend wurden die Statuten den Legislativorganen (Generalrat oder Gemeindeversammlung) sämtlicher interessierter Gemeinden zur Genehmigung unterbreitet. Die Gemeinden hatten dafür bis zum 12. Juni 2026 Zeit.
21 Gemeinden bekräftigen ihr Engagement für die regionale Kulturförderung
Die Gemeinden Avry, Belfaux, Corminboeuf, Düdingen, Ferpicloz, Freiburg, Gibloux, Givisiez, Granges-Paccot, Grolley-Ponthaux, Hauterive, La Brillaz, La Sonnaz, Marly, Matran, Neyruz, Pierrafortscha, Prez, Treyvaux, Villars-sur-Glâne und Villarsel-sur-Marly haben die Statuten genehmigt. Diese breite Zustimmung unterstreicht die Unterstützung der Gemeinden für den Aufbau der neuen Kulturregion.
Die Gemeinde Bois-d’Amont hat die Statuten hingegen an ihrer Gemeindeversammlung vom 20. April 2026 mit 24 Nein-Stimmen gegenüber 18 Ja-Stimmen bei 23 Enthaltungen abgelehnt. Sie wird dem Gemeindeverband folglich nicht beitreten.
Auswirkungen der Ablehnung durch die Gemeinde Bois-d’Amont
Gemäss dem Gesetz über die Gemeinden können die Statuten eines Gemeindeverbands nur in Kraft treten, wenn sie von sämtlichen interessierten Gemeinden genehmigt werden. Die Ablehnung durch Bois-d’Amont macht es deshalb erforderlich, die Statuten den 21 Gemeinden, welche Arcia Kulturregion beitreten wollen, erneut zur Genehmigung vorzulegen. Die Statuten bleiben dabei unverändert; einzig Bois-d’Amont wird aus der Liste der Mitgliedgemeinden gestrichen. Die kommunalen Legislativorgane werden bis Mitte Dezember 2026 erneut darüber befinden.
So bedauerlich diese Situation auch ist, sie stellt weder das Gleichgewicht des Projekts noch den Willen der beteiligten Gemeinden infrage, die neue Kulturregion zu schaffen. Die zusätzlichen Verfahrensschritte führen jedoch zu einer Verzögerung bei der formellen Gründung von Arcia Kulturregion. Um die Kontinuität der regionalen Kulturförderung sicherzustellen und das Geschäftsjahr 2027 vorzubereiten, wird deshalb eine Übergangslösung umgesetzt.
Übergangsregelung bis zum Inkrafttreten der Statuten von Arcia Kulturregion
Die von der Oberamtfrau des Saanebezirks einberufene Regionalkonferenz für Kulturpolitik (RKKP) wird die 21 künftigen Mitgliedgemeinden von Arcia Kulturregion zusammenführen. Die RKKP wird einen Lenkungsausschuss einsetzen, der die notwendigen provisorischen Organe bestellt, insbesondere eine provisorische Kulturkommission, eine provisorische Kommission für Infrastrukturen sowie eine provisorische regionale Kulturkoordination. Diese Organe werden das Geschäftsjahr 2027 sowie die Rahmenbedingungen der regionalen Kulturförderung vorbereiten.
Mit dieser Organisation können die Entscheide über die Kulturförderbeiträge 2027 vorbereitet werden, um die Unsicherheiten für die Kulturschaffenden während der Übergangsphase so gering wie möglich zu halten. Die Organe von Arcia Kulturregion werden nach ihrer Konstituierung Anfang 2027 die angekündigten Unterstützungen formell bestätigen, die Kommissionen definitiv einsetzen und die regionale Kulturstrategie verabschieden, welche die Tätigkeit des Gemeindeverbands langfristig bestimmen wird.
Weiteres Vorgehen
Die Gemeinden haben bis zum 16. Dezember 2026 Zeit, die Statuten erneut ihren Legislativorganen zur Genehmigung vorzulegen. Während dieser Übergangsphase werden die Regionalkonferenz für Kulturpolitik (RKKP) und der Lenkungsausschuss das Geschäftsjahr 2027 vorbereiten, um die Kontinuität der regionalen Kulturförderung sicherzustellen.
Die Agglomeration Freiburg bleibt weiterhin für Entscheide über Kulturprojekte zuständig, die im Jahr 2026 stattfinden. Kulturschaffende sind eingeladen, ihre Gesuche für Projekte der Jahre 2026 und 2027 wie gewohnt über das dafür vorgesehene Online-Portal einzureichen.