Sömmerung 2019: Keine Verluste aufgrund von Grossraubtieren auf den Freiburger Alpen

4. Dezember 2019 -10h00

Seit mehreren Jahren kann ein allgemeiner Rückgang der von Grossraubtieren getöteten Nutztiere festgestellt werden. Obwohl sich der Luchs im Kanton Freiburg angesiedelt hat und es 2019 mehrere Hinweise auf eine Anwesenheit des Wolfes gab, wurden keine Angriffe gemeldet.

Luchs
Luchs © Alle Rechte vorbehalten - Pixabay/CCO

Ein Luchsbestand ist schon seit mehreren Jahren in der gesamten Voralpenregion des Kantons ansässig. Was den Wolf betrifft, konnte das Amt für Wald und Natur (WNA) 2019 im Intyamon-Tal verschiedene Anzeichen (Fotos, Spuren) für seine Anwesenheit feststellen. Die natürliche Wiederansiedlung des Wolfs ist in der Schweiz nach wie vor im Gang. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass demnächst wieder Wölfe in unseren Kanton kommen. Momentan sind die Tiere jedoch nur temporär anwesend oder nur ein kleiner Teil ihres Territoriums befindet sich auf Freiburger Boden.

Die 2019 eingerichteten Schutzmassnahmen umfassen nebst Zäunen 14 Herdenschutzhunde, die auf 5 der 62 Alpen mit Kleinwiederkäuern (mehr als 10 Schafe und Ziegen) im Einsatz sind. Es wurde kein einziger Angriff von Grossraubtieren beobachtet. Die Verwendung von Herdenschutzhunden bedeutet für die Hirten zwar einen Mehraufwand, doch sie ermöglicht es, die Verluste durch Grossraubtiere zu reduzieren. Dieses Jahr gingen auch keine Meldungen ein über Bissverletzungen durch Herdenschutzhunde an Menschen oder anderen Hunden. Dies ist die Bilanz, welche die Koordinationsgruppe «Grossraubtiere» Freiburg am 25. November 2019 gezogen hat.

Diese Gruppe, der Vertreter der Zuchtverbände, der Alpwirtschaft, des Naturschutzes, der Jäger sowie der Kantonsverwaltung angehören, hat den Auftrag, den Vollzugsbehörden ihre Meinung namentlich zum Grossraubtiermanagement im Kanton abzugeben. Eine ämterübergreifende Gruppe der Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD), die sich aus Fachpersonen jeder Dienststelle (LSVW, WNA, LIG und LwA) zusammensetzt, kommt seit 2018 mehrmals pro Jahr zusammen. Ihre Aufgabe ist es, den Einsatz von Präventions- und Managementmassnahmen auf proaktivere Weise sicherzustellen. Die Gruppe hatte vor der Sömmerungssaison 2019 auch eine Alp besucht, auf der es Anzeichen für eine Anwesenheit des Wolfes gab.