Die Zwischenbilanz, die heute Vormittag in Grangeneuve präsentiert wurde, zeigt die Fortschritte auf, die in den sieben strategischen Achsen des Landwirtschaftsberichts erzielt wurden. Die ILFD stellt mit Genugtuung fest, dass die 2024 festgelegten Ziele angesichts der aktuellen Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit, dem Klimawandel und der Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe, nach wie vor uneingeschränkt relevant sind.
- Wertschöpfungsketten stärken und regionale Produkte fördern
Im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion und der Wertschöpfungsketten haben mehrere Massnahmen zum Ziel, kurze Lieferketten zu stärken und den Konsum von Produkten aus der Region zu fördern. Der Ansatz «Regional kochen» ist ein gutes Beispiel dafür. Dieser Ansatz, der auf kantonaler Ebene gestartet und nach und nach auf die gesamte lateinische Schweiz ausgeweitet wurde, ermutigt die Gemeinschaftsgastronomie, bei ihren Einkäufen regionalen Produkten den Vorzug zu geben.
Mittlerweile haben sich mehr als vierzig Betriebe der Freiburger Charta angeschlossen und die digitale Plattform De-Saison.ch erleichtert die Kontaktaufnahme zwischen Produzenten und Küchenchefs. Ein neues Weiterbildungsprogramm sowie die Analyse der Umweltauswirkungen von Lebensmitteleinkäufen mithilfe des Tools «Beelong» werden dazu beitragen, diesen Ansatz weiter zu verbessern.
- Grangeneuve festigt seine Rolle als Kompetenzzentrum
Grangeneuve baut seine Entwicklung als Kompetenzzentrum für die Freiburger Wertschöpfungsketten im Agrar- und Lebensmittelsektor weiter aus. Die Revision der landwirtschaftlichen Grundbildung, die zum Schuljahresbeginn 2026/2027 in Kraft treten wird, wird die Spezialisierung der Berufslehren verstärken und gleichzeitig die interkantonale Zusammenarbeit fördern. Die Themen Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Betriebsführung, neue Technologien und Kommunikation mit der Gesellschaft nehmen mittlerweile einen zentralen Platz in den Ausbildungsgängen und Weiterbildungsangeboten ein.
- Verstärkte Aufmerksamkeit für das Wohlbefinden der Bauernfamilien
Die Zwischenbilanz hebt hervor, was unternommen wurde, um die Lebensqualität der Bauernfamilien zu verbessern. Eine unter der Leitung des Soziologen Jérémie Forney durchgeführte Studie hat Stress- und Belastungssituationen in Teilen der Landwirtschaft aufgezeigt. Als Reaktion darauf wurden verschiedene Massnahmen eingeführt oder verstärkt. Unter anderem gibt es neu eine Kursreihe für Paare in der Landwirtschaft und ab November 2026 wird ein Tag für Junglandwirtinnen und -landwirte organisiert, der die Betriebsübernahmen begleiten soll.
- Ständige Wachsamkeit angesichts von Gesundheitsrisiken
Die Lebensmittelsicherheit und die Tiergesundheit sind nach wie vor zentrale Themen. Angesichts der internationalen Situation und der Tatsache, dass nahe der Schweiz verschiedene Tierseuchen auftreten und sich ausbreiten – insbesondere die afrikanische Schweinepest, die Lumpy-Skin-Krankheit, die Maul- und Klauenseuche sowie die Blauzungenkrankheit – setzen die kantonalen Behörden ihre Präventions- und Vorbereitungsarbeit fort.
So wurden unter anderem Massnahmen in den folgenden Bereichen umgesetzt: Stärkung der Biosicherheit in den Betrieben, Information der Tierhalter, tierärztliche Überwachung sowie schnelle Interventionsfähigkeit im Falle einer möglichen Gesundheitskrise.
- Biodiversität: konkrete Massnahmen vor Ort
Die Umsetzung der kantonalen Biodiversitätsstrategie ist ein weiterer wichtiger Schritt. Der Staatsrat hat 2025 den Bericht zur Planung der ökologischen Infrastruktur vorgelegt, der als Grundlage für künftige Projekte zur Förderung der Biodiversität dienen wird.
Gleichzeitig hat Grangeneuve sein Angebot an fachlicher Beratung im Bereich Biodiversität ausgebaut. Beraterinnen und Berater unterstützen die Betriebe nun dabei, ökologisch wertvolle Flächen zu identifizieren, deren biologische Qualität zu verbessern und neue Lebensräume zu schaffen, die für Fauna und Flora förderlich sind.
- Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel
Angesichts der zunehmenden Trockenperioden und des steigenden Wasserbedarfs hat der Kanton seine Bewässerungsstrategie verabschiedet. Diese sieht bis 2035 Investitionen in Höhe von rund 69 Millionen Franken vor, um die Wasserversorgung der Landwirtschaft sicherzustellen und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen und die Artenvielfalt zu erhalten.
- Kontrollen vereinfachen und die Koordination stärken
Es wird weiter daran gearbeitet, die öffentlichen und privaten Kontrollen besser zu koordinieren und den Verwaltungsaufwand für die Betriebe zu verringern. Der Kanton Freiburg beteiligt sich aktiv an den Überlegungen auf Bundes- und interkantonaler Ebene und entwickelt digitale Tools zur Optimierung der Kontrollverfahren.
- Bedeutende Herausforderungen
Die ILFD zieht eine insgesamt positive Bilanz dieser ersten Umsetzungsphase. Die erwähnten Beispiele zeigen, dass die eingeleiteten Massnahmen bereits konkrete Auswirkungen haben und den Erwartungen entsprechen, die bei der Ausarbeitung des Landwirtschaftsberichts thematisiert wurden.
In den kommenden Jahren stehen jedoch mehrere grosse Herausforderungen an, unter anderem die Ausarbeitung der künftigen Agrarpolitik des Bundes 2030+, deren Vernehmlassung im September 2026 beginnt, die Entwicklung der dem Agrarsektor zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sowie die Anpassung der Freiburger Landwirtschaft an den Klimawandel.
Die ILFD ist nach wie vor fest entschlossen, die bereits eingeleiteten Bemühungen in enger Zusammenarbeit mit den übrigen beteiligten Direktionen fortzusetzen, um eine innovative, produktive und nachhaltige Freiburger Landwirtschaft zu gewährleisten, die sowohl den Erwartungen der Gesellschaft als auch den Bedürfnissen künftiger Generationen gerecht wird.