Das Ende einer Legislaturperiode bietet jeweils die Gelegenheit, zurückzublicken, Lehren zu ziehen und die Zukunft vorzubereiten. Aus diesem Grund hat das GemA bei den Freiburger Gemeinden eine Umfrage durchgeführt, um genaue Informationen über deren Organisation, Ressourcen und Bedürfnisse zu sammeln. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich die Gemeinden an steigende und oft komplexe Anforderungen anpassen.
Als der Fragebogen versandt wurde, zählte der Kanton noch 121 Gemeinden (119 seit dem 1. Januar 2026). Davon haben 114 geantwortet, was einer Teilnahmequote von über 94,2 % entspricht.
Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse der Umfrage ausschliesslich auf den Angaben der Gemeinden beruhen. Sie spiegeln somit sowohl Aspekte der operativen Realität wider als auch die Art und Weise, wie die Gemeinden ihre eigene Situation wahrnehmen. Diese auf den Angaben der Befragten beruhende Information ist an sich relevant, bringt jedoch auch eine gewisse Verzerrung mit sich. Die Antworten wurden nicht mit Fakten abgeglichen. Sie wurden unverändert übernommen, da es darum ging, die Situation zu dokumentieren und gleichzeitig zu verstehen, wie jede Gemeinde sie wahrnimmt. Die Daten wurden anonymisiert. Ziel der Umfrage war es, ein besseres Verständnis für die Leistungsfähigkeit, die Gegebenheiten und die Herausforderungen zu gewinnen, mit denen die Gemeinden konfrontiert sind, und nicht, eine Rangliste zu erstellen oder «Musterschüler» und «Schlusslichter» zu küren.
Die Umfrage konzentrierte sich auf drei Aspekte:
- Organisation und Verwaltungsbetrieb: Ressourcen, Kompetenzen, Formen der Zusammenarbeit.
- Finanzkraft und Grundstücksressourcen: verfügbare Mittel zur Förderung der kommunalen Entwicklung.
- Dienstleistungen für die Bevölkerung: Infrastruktur, Dienstleistungen für Familien, Freizeit, Angebote für bestimmte Zielgruppen.
Diese drei Aspekte sind stark von den wachsenden Erwartungen der Einwohnerinnen und Einwohner beeinflusst, die mehr Dienstleistungen, ein vielfältigeres Leistungsangebot und spezialisierte Kompetenzen erforderlich machen.
Die Erkenntnisse aus dieser Umfrage dienen den Gemeindebehörden als Entscheidungsgrundlage. Sie tragen dazu bei, fundierte Entscheidungen für die neue Legislaturperiode zu treffen, die den Bedürfnissen der Bevölkerung und den verfügbaren Mitteln Rechnung tragen. Zudem ermöglichen die Ergebnisse es, die Praktiken und Kapazitäten mit denen anderer Gemeinden zu vergleichen und so Verbesserungs- oder Verstärkungsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Sie bieten eine zuverlässige Bestandsaufnahme, die als Grundlage für Überlegungen zur Ressourcenbündelung und zur interkommunalen Zusammenarbeit dient.
Schliesslich sorgt dies auch für Transparenz über die tatsächliche Situation in den Gemeinden für die Bürgerinnen und Bürger. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, wie sich Grösse, finanzielle Mittel und verfügbare Kompetenzen auf das Dienstleistungsangebot auswirken. Sie liefern Denkanstösse für Diskussionen und Überlegungen zur Zukunft der Gemeinden, zur Qualität der Dienstleistungen und dazu, wie sich die Gemeinden weiterentwickeln oder wie sie zusammenarbeiten könnten.