Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit ist in der Schweiz mit einem Aufkommen hochpotenter synthetischer Opioide wie Fentanyl und Nitazenen zu rechnen. Tatsächlich sind diese Substanzen, die bis zu 500-mal stärker sind als Heroin, bereits auf dem Schwarzmarkt mehrerer europäischer Länder im Umlauf – insbesondere im Vereinigten Königreich und in Deutschland. In Anbetracht dessen hat die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) des Kantons Freiburg vor einigen Monaten die Vorbereitungsarbeiten aufgenommen und nun drei Massnahmen eingeführt:
- Substanz-Monitoring anhand der im sicheren Konsumraum der Stiftung Le Tremplin konsumierten Substanzen.
- Sensibilisierung von Ärztinnen und Ärzten, die Behandlungen mit Opioid-Agonisten-Therapien (OAT) verschreiben, sowie von Apothekerinnen und Apothekern und Fachpersonen im Suchtbereich. Jährliche Schulung, wobei die letzte am 13. November 2025 stattfand: Fortbildung OAT 13. November 2025 | Staat Freiburg
- Genehmigung der GSD für die Stiftung Le Tremplin für den Einsatz eines Naloxon-Nasensprays (Nyoxid®), das die Wirkung von Opioiden aufhebt.
Im Zusammenhang mit dieser letzten Massnahme wurden die Mitarbeitenden der Stiftung Le Tremplin am 24. und 26. Februar 2026 von der Kantonsapothekerin und dem Ambulanzdienst der Saane geschult.
Im Anschluss an diese Schulung erhielt die Stiftungsleitung 50 Packungen Naloxon-Nasenspray (Nyxoid®). Die geschulten Mitarbeitenden tragen diese Erste-Hilfe-Massnahme bei sich und können sie bei Verdacht auf eine Opioid-Überdosierung gemäss dem festgelegten Verfahren nach dem Wählen der Notrufnummer 144 verabreichen.
Die Anwendung von Naloxon (Nyxoid®) ist risikofrei und rettet Leben, indem es die Wirkung von Opioiden vorübergehend aufhebt. Nach jedem Einsatz informiert Le Tremplin das für die Nachverfolgung und Überwachung der Fälle zuständige Kantonsarztamt über ein Berichtsformular.
Risiken synthetischer Opioide und Zahlen
Synthetische Opioide - Faktenblatt
Groupement Romand d'Études des Addictions (GREA) « Fentanyl et nitazènes : sommes-nous prêts ? »