Am 1. August übernahm Sylvain Bertschy die Nachfolge von Serge Renevey in der Generaldirektion des FNPG. Mit seiner breit gefächerten Expertise und seiner vertieften Kenntnis des Freiburger Gesundheits- und Sozialnetzes hat er seine Funktion in einer für die öffentliche Psychiatrie anspruchsvollen Phase mit grossem Engagement aufgenommen. Die institutionelle Führung wurde mit einem Direktionsrat gestärkt, der eine zentrale Rolle in der operativen Steuerung der Institution einnimmt. Parallel dazu wurde ein klar partizipativ ausgerichtetes Führungsmodell eingeführt, das die klinischen und administrativen Direktionen eng einbindet.
Anhaltend hohe Nachfrage nach psychiatrischen Behandlungen
Die Nachfrage nach psychiatrischen Behandlungen blieb während des gesamten Jahres auf sehr hohem Niveau. Der durchschnittliche Belegungsgrad im stationären Bereich erreichte 101,1 % und bestätigte damit den anhaltenden Druck auf die stationären Strukturen. Diese Entwicklung betrifft auch die ambulanten Leistungen, die deutlich zugenommen haben. Im Jahr 2025 nahm der Ertrag im ambulanten Bereich gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Millionen Franken und im stationären Bereich um 5,3 Millionen Franken zu. Um diesem Wachstum des Leistungsvolumens zu begegnen und eine hochstehende Versorgung aufrechtzuerhalten, hat das FNPG seine Teams um knapp 30 Vollzeitäquivalente verstärkt. In diesem Kontext konnte 2025 dank des Engagements der Mitarbeitenden und einer konsequenten Finanzführung ein ausgeglichenes Jahresergebnis in Höhe von 19 013 Franken erzielt werden.
Wie andere öffentliche Spitäler in der Schweiz ist auch das FNPG mit steigenden Aufwendungen konfrontiert, während die Tarife nur teilweise angepasst werden. Diese Situation birgt mittelfristig das Risiko einer strukturellen Unterfinanzierung. Vor diesem Hintergrund wird es entscheidend sein, dass die Versicherer und die öffentliche Hand die effektiven Kosten berücksichtigen, damit die Leistungen im Bereich der psychischen Gesundheit nachhaltig sichergestellt werden können – in einem Umfeld, das zusätzlich durch Fachkräftemangel und eine hohe Arbeitsbelastung geprägt ist.
Zukunftsweisende Projekte
Ein wichtiges Projekt, das 2025 begonnen wurde, ist ein Neubau für die Alterspsychiatrie am Standort Marsens, der auch neue Verpflegungsinfrastrukturen für den gesamten Standort umfassen wird. Nach einem anspruchsvollen Parallelstudienverfahren wurde das Büro Ferrari Architectes ausgewählt, um das neue Gebäude, mit dem sich die Aufnahmekapazität für ältere Menschen verdoppeln wird, bis 2030 fertigzustellen.
Parallel dazu hat das FNPG sein Versorgungsangebot für die Freiburger Bevölkerung weiterentwickelt, insbesondere mit der stationären Abteilung Luna für Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeitsstörungen sowie dem Institut für Psychotherapie.
Das Berichtsjahr war zudem von einer intensiven Netzwerkarbeit insbesondere mit dem HFR, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, den Gesundheitsnetzen der Bezirke sowie zahlreichen weiteren Partnern geprägt. Diese Dynamik wird sich weiter verstärken, um die Effizienz zu erhöhen und den Behandlungsweg unserer Patientinnen und Patienten möglichst reibungslos zu gestalten.
Ein kantonsweites Versorgungsnetzwerk
Seit der Eröffnung der damaligen psychiatrischen Anstalt in Marsens im Jahr 1875 hat sich die Institution grundlegend weiterentwickelt. Heute bietet das FNPG stationäre, ambulante und tagesklinische Leistungen im gesamten Kantonsgebiet an. Mit seinen rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfolgt das FNPG weiterhin den Auftrag, in enger Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren des Gesundheitssystems den Zugang zu hochstehenden Behandlungen sicherzustellen und die Einbindung der Angehörigen in den Behandlungsweg zu stärken.
Kennzahlen 2025
- Anzahl Patientinnen und Patienten : 11 246
- Stationär : 3311
- Tagesklinisch : 417
- Ambulant : 7518
- Belegungsgrad im stationären Bereich : 101,1 %
- Durchschnittliche Aufenthaltsdauer : 27,8 Tage
- Anrufe bei der Notfallpsychiatrie : 32 000
- Jahresergebnis : 19 013 Franken