Ein Escape Game in Freiburg zum besseren Verständnis der Schizophrenie - Abgesagt!

2. März 2020 -11h25

Infolge der neuesten Entwicklungen der Corona-Pandemie (COVID-19) muss das Freiburger Komitee der Tage der Schizophrenie das Escape Game leider absagen/verschieben.

Der Kanton Freiburg nimmt an der 17. Ausgabe der Tage der Schizophrenie teil, die ab dem 14. März 2020 in der Schweiz, Frankreich, den Beneluxländern, Québec, Algerien, Kamerun, Libanon und Togo stattfinden. Anlässlich dieser Tage organisiert das Freiburger Komitee ein Escape Game unter den Dächern des Restaurants L’Aigle Noir.

Tage der Schizophrenie  2020
Tage der Schizophrenie 2020 © Alle Rechte vorbehalten

Anlässlich der 17. Tage der Schizophrenie organisiert das Freiburger Komitee, bestehend aus verschiedenen Partnerinnen und Partnern des Bereichs psychische Gesundheit, vom 14. bis 28. März 2020 ein Escape Game (Fluchtspiel) in den Räumlichkeiten des Restaurants L’Aigle Noir in Freiburg[1]. Das Spiel steht mehrmals täglich einem breiten Publikum ab 16 Jahren offen: Montag, Dienstag und Mittwoch von 9.45 bis 19.45 Uhr (letzte Startzeit 18.30 Uhr) sowie Donnerstag, Freitag und Samstag von 12.30 bis 22.30 Uhr (letzte Startzeit 21.15 Uhr, Reservierung obligatorisch auf www.schizogame.ch). Für interessierte Journalistinnen und Journalisten gibt es das Escape Game am 13. März 2020 von 10 bis 13 Uhr stündlich in der Vorpremiere (Anmeldung erforderlich).

Ziel des Anlasses? Schizophrenie «von innen» besser verstehen, durch Empfinden und Miterleben, nicht nur durch rationales Verständnis. Im Escape Game können die Teilnehmenden verzerrte Wahrnehmungen nachempfinden, wie sie von Betroffenen beschrieben werden.

Den Teilnehmenden steht auch ein Raum für Informationen und Austausch zur Verfügung. Fachpersonen und Freiwillige werden über psychische Gesundheit und bei Bedarf über den Zugang zu Unterstützungs- und Betreuungsleistungen informieren. Bei dieser Gelegenheit können die Erlebnisse im Escape Game ausgetauscht werden.

Ausserdem gibt es eine Ausstellung mit Werken von Blaise Rochat, Schizophrenie-Betroffener, und die Besuchenden erfahren, dass viele berühmte Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft an psychischen Erkrankungen leiden oder litten.

Am Mittwoch, 18. März 2020, von 13 bis 16.30 Uhr lädt Sie das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (FNPG) zu einem öffentlichen Themennachmittag rund um das Recoverykonzept und den gemeinsamen Krisenplan ein. Er findet im Saal Paradiso im stationären Behandlungszentrum in Marsens statt, mit anschliessendem Apéro. Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen werden bis zum 16. März 2020 per Mail an: formation@rfsm.ch entgegengenommen.

Die Tage der Schizophrenie 2020 sollen zeigen, dass Schizophrenie dank der gemeinsamen Bemühungen von Betroffenen, Angehörigen und Gesundheitsfachpersonen aus verschiedenen Bereichen immer besser behandelt werden kann: «Genesung bei Schizophrenie ist keine Fiktion».

 

[1] Das Escape Game wird nur auf Französisch angeboten, die Dokumentation auf Französisch und Deutsch. Es besteht die Möglichkeit für Diskussionen mit Fachpersonen in beiden Sprachen.

 

[1] L’Escape Game sera uniquement en français, mais toute la documentation sera disponible en français et en allemand. Possibilité de discuter avec les professionnel-le-s également dans les deux langues.

Die Schizophrenie ist eine Form der Psychose, die gut eine von 100 Personen betrifft und vorwiegend zu Beginn des Erwachsenenalters auftritt. Die Erkrankung entwickelt sich in Episoden und führt zu Denk- und Wahrnehmungsstörungen. Erkrankte zeigen positive Symptome (Halluzinationen, Wahn u. Ä.) und/oder negative Symptome (Motivationsverlust, Antriebsstörungen u. Ä.), beispielsweise hören sie nicht vorhandene Stimmen, halten scheinbar unzusammenhängende Diskurse und versuchen, sich abzuschotten. Schizophrenie ist behandelbar, deshalb ist es wichtig, die Symptome schon beim ersten Auftreten zu erkennen. Unwissenheit und Vorurteile verhindern eine angemessene Betreuung der Betroffenen, daher muss die Erkrankung in der Öffentlichkeit und vor allem bei den Jugendlichen thematisiert werden.