Bündelung der Sektoren «Landwirtschaft und Natur» der ILFD am Campus Grangeneuve-Posieux

15 Juli 2021 - 16H19

Der Campus Grangeneuve-Posieux soll zum Schweizer Kompetenzzentrum für Landwirtschaft werden und wird Grangeneuve eine nationale Abstützung und dem Kanton Freiburg eine internationale Ausstrahlung verleihen. Der Ausbau des Campus fügt sich voll und ganz in die Entwicklungsstrategie für den Lebensmittelbereich des Kantons Freiburg und die Stärkung von Agroscope in Posieux ein. Er erfordert eine umfangreiche Infrastruktur, die sich derzeit im Bau oder in Planung befindet. Neben der Bündelung der Kräfte von Agroscope auf dem Campus führt die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft ihre Sektoren «Landwirtschaft und Natur» zusammen. Am Freitag, 16. Juli 2021, hat sie den Fortschritt dieser Projekte präsentiert.

Der Campus Grangeneuve-Posieux soll zum nationalen Kompetenzzentrum für Landwirtschaft werden. Langfristig werden rund 1000 Personen auf dem Campus arbeiten und nahezu 200 Millionen Franken werden investiert, um die Infrastrukturen zu erstellen und zu verbessern. Diese Entwicklung fügt sich in die Strategie für den Lebensmittelbereich des Kantons Freiburg und die Stärkung von Agroscope in Posieux ein.

Parallel zur Entwicklung der Infrastrukturen führt die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) ihre Sektoren «Landwirtschaft und Natur» in Grangeneuve zusammen. Diese Bündelung begann mit dem Umzug der Nutztierversicherungsanstalt Sanima in eines der Gebäude von Grangeneuve am 20. November 2019 und jenem der Verwaltung der Staatsreben im Jahr 2021. Das Amt für Landwirtschaft, das am 1. Januar 2022 mit Grangeneuve fusioniert, wird sich sechs Monate später hier niederlassen. Auch das Amt für Wald und Natur wird nach Grangeneuve kommen, wenn die Berufsfachschule Soziales-Gesundheit ihre neuen Räumlichkeiten bezieht.

>    Sektion «Landwirtschaft» in Grangeneuve
Das Projekt der Fusion des Amts für Landwirtschaft mit Grangeneuve mit der Zusammenlegung der Kräfte der beiden administrativen Einheiten ist in vollem Gang. Es ist vorgesehen, eine Sektion «Landwirtschaft» zu bilden, in der Vollzugs- und Beratungstätigkeiten unter einem Dach vereint werden. Sie besteht aus acht Sektoren (Ressourcen, Strukturverbesserungen, Betriebsstrategien, Pflanzenproduktion, Tierproduktion, Buchhaltung / Wirtschaft, Direktzahlungen und Services).
Die Chefin oder der Chef der Sektion «Landwirtschaft» wird ausserdem die Rolle der stellvertretenden Direktorin oder des stellvertretenden Direktors von Grangeneuve einnehmen, in der sie oder er auch Ansprechpartner des für die Institutionen und die Land- und Forstwirtschaft zuständigen Staatsrats sein wird. Die Umsetzung der neuen Organisation wurde auf den 1. Januar 2022 festgelegt, während die Zusammenführung des Personals am Standort Grangeneuve für den 1. Juli 2022 vorgesehen ist. Die Person, welche die Leitung der Sektion «Landwirtschaft» übernimmt, wird im Laufe dieses Herbsts bestimmt.

>    Berufsbildung
Die Bildungsgänge von Grangeneuve sind ein wichtiges Element des Campus Grangeneuve-Posieux, der sich als weit über die Kantonsgrenzen hinaus anerkanntes Kompetenzzentrum für auf der ganzen Wertschöpfungskette der Produktion des Primärsektors tätige Berufsgruppen profiliert. Die Einheit Ausbildung ist in den letzten 20 Jahren stark gewachsen, sowohl bei der Vielfalt der Ausbildungen als auch bei der Anzahl Schülerinnen und Schüler (über 1000). Grangeneuve hat seine vier höheren Fachschulen (HF Agro-Kaufmann/Agro-Kauffrau, HF Agro-Techniker/-in, HF Techniker/-in Bauführung, Vertiefung Garten- und Landschaftsbau, und HF Lebensmitteltechniker/-in), die zweisprachige Klasse im 3. Lehrjahr der Landwirtschaftsausbildung sowie zahlreiche Weiterbildungsangebote entwickelt.

>    Landwirtschaftliche Versuche
Grangeneuve möchte auch seine Aktivitäten im Bereich der Feldtests bzw. der wissenschaftlichen Studien mit Partnern wie Agroscope und der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern ausbauen. Derzeit läuft ein Versuch zur Effizienz von Proteinen auf dem Bio-Schulbauernhof von Sorens, der zu Grangeneuve gehört. In diesem Versuch soll der Proteinbedarf von Milchkühen in der biologischen Produktion bestimmt werden. Der Betrieb von Sorens berücksichtigt bereits die Bedürfnisse von Agroscope für seine künftige Entwicklung.

   Milchviehbetrieb von Grangeneuve
Der neue Schulbauernhof von Grangeneuve, der im September eingeweiht wird, erfüllt die neusten Standards in Sachen nachhaltige Entwicklung, Produktion erneuerbarer Energien und Verwendung lokaler Materialien. Hier werden Versuche zur Milchproduktion für die Herstellung von AOP-Käse durchgeführt. Möglich machen das die modernen Technologien, die den Kriterien der Landwirtschaft 4.0 entsprechen.

   Die Grange Neuve
Die Grange Neuve ist das nächste Grossprojekt am Campus Grangeneuve und umfasst eine neue Schulkäserei, eine landwirtschaftliche Mehrzweckhalle, die Schaffung eines Empfangs- und Degustationsbereichs und eines neuen Ladens, in dem die regionalen Freiburger Produkte ins rechte Licht gerückt werden.

   Neues Gebäude von Agroscope
Es bestehen bedeutende Synergien zwischen Grangeneuve und Agroscope. Für die Zentralisierung der Tätigkeiten des Kompetenzzentrums des Bundes für landwirtschaftliche Forschung am Standort Posieux baut der Kanton Freiburg ein neues Gebäude mit Labors und technischen Räumen, die mit neusten Technologien ausgestattet sind. Das aktuelle Gebäude, in dem sich Büros und das Restaurant befinden, wird anschliessend renoviert und modernisiert. Langfristig werden die technischen Einrichtungen (Kuhstall und Schweinehalle) ersetzt, wobei die Synergien mit den Infrastrukturen von Grangeneuve genutzt werden.

   Käsekulturen
Die Liebefeld Kulturen AG, welche das exklusive Recht besitzt, Schweizer Käsekulturen aus der Stammsammlung zu kommerziellen Zwecken zu reproduzieren und zu vertreiben, und der Kanton Freiburg haben vor einem Jahr eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet, die den Bau eines Gebäudes vorsieht. Dieses wird gegenüber der Käserei und der aktuellen Technologiehalle errichtet. Für Grangeneuve ist diese Integration ein wichtiger Schritt zur Schaffung eines Kompetenzzentrums für Rohmilch und Lebensmittel auf nationaler Ebene. Es geht darum, die Herstellung von auf Rohmilch basierenden verarbeiteten Produkten sicherzustellen, die Schweiz in diesem Bereich auf globaler Ebene bekannter zu machen und den Export zu fördern.

Hauptbild
Campus Grangeneuve-Posieux © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Grangeneuve, Institut agricole de l'Etat de Fribourg