Sexuelle Gewalt (Informationen für Erwachsene)

​​​​​​​Schutz von Minderjährigen und verletzlichen Personen
Sex geschieht immer im gegenseitigen Respekt und in Selbstachtung; er beruht auf Rechten und Pflichten, aber auch auf Verantwortung. In der Schweiz wird die Sexualität von Gesetzen geregelt; Ziel dabei ist es, Minderjährige und verletzliche Personen zu schützen.

Gemäss Schweizer Strafgesetzbuch

  • macht sich jede Person, die mit einem Mädchen oder Jungen unter 16 Jahren sexuelle Handlungen vornimmt (Küsse, Berührungen im Intimbereich, Geschlechtsverkehr, Zeigen von pornografischen Bildern oder Videos) oder das Kind zwingt, solche Handlungen zu tätigen, strafbar.
  • Ausnahme: Die Handlung ist nicht strafbar, wenn der Altersunterschied nicht mehr als drei Jahre beträgt und beide damit einverstanden sind. Ein 15,5-jähriges Mädchen kann somit beispielsweise Sex mit einem 18-jährigen Jungen haben.
  • Das Alter der sexuellen Mündigkeit beträgt 16 Jahre. Das Gesetz verbietet jedoch sexuelle Handlungen bis 18 Jahre wenn zwei Partner in einem Abhängigkeits- oder Vertrauensverhältnis stehen, zum Beispiel ein Schüler-Lehrer-Verhältnis, eine Beziehung zwischen Lehrmeister und Lernenden oder Vorgesetzten und Angestellten in einer Unternehmenshierarchie.

Sexuelle Rechte
Es bestehen sexuelle Rechte, die insbesondere besagen, dass sich jede und jeder frei für oder gegen einen sexuellen Kontakt entscheiden kann. Missbrauch und sexuelle Gewalt, Inzest (sexuelle Kontakte innerhalb der Familie) sowie Pornografie einem minderjährigen Kind zugänglich zu machen, sind verboten und strafbar.

Sexueller Missbrauch
Bei der Frage des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ist klar definiert: Es liegt ein sexueller Missbrauch vor, wenn ein Erwachsener den Körper eines Kindes oder Jugendlichen dazu verwendet, seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen, unabhängig davon ob Gewalt im Spiel war, ob es im Einverständnis geschah und ob dabei von Seiten des Kindes oder des Jugendlichen Lust empfunden wurde.

Es kann manchmal schwierig sein, sexuelle Gewalt oder Nötigung zu erkennen. Die Opfer glauben, dass sie für das Geschehene verantwortlich sind, weil das NEIN nicht klar genug war. Die gewaltausübenden Personen rechtfertigen ihre Taten manchmal, indem sie äussere Gründe zur Entschuldigung ihres Verhaltens anführen. Wie auch immer die Gründe lauten: Gewaltanwendung ist immer unentschuldbar.

Diese Fragen betreffen Frauen UND Männer!
Bleiben Sie mit diesen Fragen nicht alleine: Holen Sie sich Rat bei der Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit.

Notfallnummern
Polizei: 117
Ambulanz: 144
Opferberatungsstelle (Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten):
- Opferberatungsstelle für Frauen: 026 322 22 02
- Opferberatungsstelle für Männer, Kinder und Jugendliche: 026 305 15 80