Weibliche Genitalbeschneidung FGM – Mädchenbeschneidung

Die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit FFSG ist die kantonale Anlaufstelle bei Fragen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung FGM – Mädchenbeschneidung. Sie begleitet und berät sowohl Betroffene als auch Fachpersonen. Entsprechendes Präventionsmaterial gibt es bei der Fachstelle für die Integration der Migrantinnen und Migranten und für Rassismusprävention IMR.

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Definition

Weibliche Genitalbeschneidung (Englisch: Female Genital Mutilation, kurz: FGM) oder Mädchenbeschneidung umfasst die teilweise oder ganze Entfernung der äusseren weiblichen Genitalien oder sonstige Verletzungen der weiblichen Genitalien aus nicht-medizinischen Gründen. Sie beeinträchtigt die Gesundheit der betroffenen Frauen und ist illegal (Artikel 124 Schweizerisches Strafgesetzbuch). Weitere Informationen unter: www.excision.ch.

Opferbetreuung

Die FFSG ist die Ansprechstelle in Sachen FGM im Kanton. Sie steht den Opfern für alle Auskünfte wie auch für eine individuelle Begleitung zur Verfügung.

In Notfällen, wenn der Schutz des Kindes oder der jungen Frau gefährdet wird, ist das Jugendamt unter 026 305 15 30 zu kontaktieren.

Mädchen und Frauen, die FGM erleiden, gelten als Opfer und können sich auf das Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten OHG berufen.

Unterstützung für Fachpersonen

Mithilfe einer bereichsübergreifenden Arbeitsgruppe hat die FFSG einen Leitfaden für die Betreuung zuhanden der Fachpersonen herausgegeben. Dieser Leitfaden richtet sich an alle Personen, die Kindern, jungen Mädchen/Frauen, Eltern oder Familien begegnen könnten, die mit der Problematik der FGM konfrontiert sind. Zweck des Leitfadens:

  • Präsentation und Koordination der Rolle der betroffenen Akteurinnen/Akteure;
  • Weiterleitung und Unterstützung der Fachpersonen im Rahmen einer vernetzten und hochwertigen Betreuung;
  • respektvolle Begleitung der Familien.

Sollten Sie als Fachperson bei einem Mädchen oder einer jungen Frau ein Verhalten feststellen, das Sie beunruhigt, und/oder Fragen im Zusammenhang mit FGM haben, dürfen Sie gerne direkt die FFSG anrufen: 026 305 29 55.

Ressourcen

  • Flyer mit nützlichen Informationen und Adressen
    Die Flyer existieren auf Deutsch, Französisch, Amharisch, Englisch, Arabisch, Somali und Tigrinya und können bei der IMR auch in Papierform bestellt werden: http://tinyurl.com/imr-depliants.
  • Didaktisches Handbuch «Weibliche Genitalverstümmelung»
    Dieses Handbuch für Fachpersonal wurde vom Internationalen Institut der Kinderrechte (IDE) in Sitten herausgegeben und von der IMR ins Deutsche übersetzt. Auch der Film «Femmes mutilées, plus jamais !» von Fatxiya Ali Aden und Sarah Osman, in Zusammenarbeit mit Carole Roussopoulos, gehört dazu. Bestellbar per Mail bei der IMR: integration@fr.ch.
  • Bericht «Verstümmelung der weiblichen Genitalien FGM»
    Dieser Bericht wurde im 2008 von der Kommission für die Integration der Migrantinnen und Migranten und für Rassismusprävention KMR veröffentlicht. 2010/11 zählte eine Sensibilisierungskampagne gegen FGM zu den Prioritäten des Freiburger Staatsrates. Bericht Verstümmelung der weiblichen Genitalien.