Die Nutzung der Wasserkraft zeichnet sich durch einen sehr hohen Ertrag aus. Wasserkraft ist eine einheimische, natürliche und erneuerbare Energiequelle. Bei ihrer Nutzung muss allerdings auch der Gewässerschutz berücksichtigt werden.
Wer macht was
Das Amt für Energie:
- beurteilt in Zusammenarbeit mit den Betreibern und dem Amt für Umwelt, inwieweit die Produktion der bestehenden Kraftwerke gesteigert werden kann.
Das Amt für Umwelt:
- verwaltet und aktualisiert die Datenbank der Entnahmen und Konzessionen, anhand derer auch die Umsetzung der Sanierungen verfolgt werden kann;
- erstellt in Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen Ämtern
- ein Inventar der Fliessgewässer und der Trinkwassernetze, in denen die Stromproduktion durch Wasserkraft ausgebaut werden kann;
- ein Inventar der Fliessgewässer, in denen die Ansiedlung neuer Kleinwasserkraftanlagen ausgeschlossen ist;
- sorgt für die Umsetzung der strategischen Planungen für die Renaturierung und die Sanierung der Wasserkraft.
Das Amt für Wald und Natur:
- erstellt die Studien, welche die negativen Auswirkungen von Turbinen auf den Fischbestand beurteilt und ermittelt gegebenenfalls zu ergreifende Massnahmen.
Aktuelle Anlagen
Der Kanton Freiburg hat rund zehn Konzessionen für die Nutzung der Wasserkraft erteilt. Zu den wichtigsten Anlagen zählen folgende Kraftwerke:
- An der Saane
- Rossinière-Montbovon (produziert 80 GWh/Jahr)
- Lessoc (produziert 23 GWh/Jahr)
- Rossens-Hauterive (produziert 218 GWh/Jahr)
- Maigrauge-Oelberg (produziert 56 GWh/Jahr)
- Schiffenen (produziert 130 GWh/Jahr)
- Am Jaunbach
- Jaunbach in Jaun (produziert 2.3 GWh/Jahr)
- Sous les Vanels in Charmey (produziert 3 GWh/Jahr)
- La Tzintre in Charmey (produziert 16 GWh/Jahr)
- Montsalvens-Broc (produziert 68.2 GWh/Jahr)
- An der Tâna
- Ste-Anne in Grandvillard (produziert 6.5 GWh/Jahr)
- Am Hongrin
- Hongrin-Léman in Veytaux (VD)
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Entwicklungspotenzial
Den Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt folgend hat der Staat Freiburg eine Strategie für die künftige Entwicklung der Wasserkraft entwickelt, deren Grundsatz im kantonalen Richtplan verankert ist. Ziel der Strategie ist es, das verbleibende hydroelektrische Potenzial dort effizient zu nutzen, wo dies ohne Beeinträchtigung der Fliessgewässer möglich ist. Gleichzeitig sollen unbeeinträchtigte und ökologisch wertvolle Fliessgewässer geschützt werden.
Das Umleitkraftwerksprojekt Schiffenen-Murten (SCHEM) stellt mit einer zusätzlichen jährlichen Nettostromproduktion von 100 GWh, davon 50 GWh im Winterhalbjahr, das mit Abstand grösste Vorhaben dar. Darüber hinaus sieht das Projekt eine Renaturierung der Saane unterhalb des Schiffenenstauwerks vor.
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Ökologische Sanierung
Die im Energiegesetz festgelegten Ziele für die Wasserkraft stehen teilweise im Widerspruch zu den Anforderungen des Gewässerschutzes und des Arten-, Biotop- und Landschaftsschutzes. So beeinträchtigen insbesondere Wasserkraftwerke vielfach die natürliche Dynamik der Gewässer und wirken sich in der Regel negativ auf die Landschaft und die Lebensräume von Fauna und Flora aus. Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer verpflichtet die Betreiber bestehender Wasserkraftwerke, wesentliche Beeinträchtigungen bis 2030 zu beseitigen. Es legt zudem fest, dass neue Konzessionen und neue Anlagen keine solchen wesentlichen Beeinträchtigungen verursachen dürfen.