Wie kann ich das Zivilstandsamt kontaktieren? Wie kann ich vorzeitig abstimmen oder wählen? Wo melde ich meine Ankunft im Kanton Freiburg an? Solche und ähnliche Fragen beantwortet der neue Chatbot der Kantonsverwaltung schnell und präzise. «Auf einer Website mit mehreren Tausend Seiten die gewünschten Informationen zu finden, ist nicht immer einfach», erklärt Davide Canavesi, Verantwortlicher für die digitale Kommunikation und stellvertretender Verantwortlicher des Büros für Information der Staatskanzlei. «Deshalb wollten wir der Bevölkerung ein einfaches, zugängliches und intuitives Instrument zur Verfügung stellen, mit dem sie anonym Fragen zur Verwaltung richten kann. Die Antworten basieren ausschliesslich auf offiziellen Informationen.»
Im Gegensatz zu allgemein zugänglichen Chatbots greift der Chatbot von fr.ch ausschliesslich auf Informationen zurück, die auf dem Portal des Staats Freiburg sowie von weiteren kantonalen und kommunalen Behörden und Institutionen, darunter die Stadt Freiburg , veröffentlicht wurden. Jede Antwort enthält einen Verweis auf die verwendeten Quellen, sodass die Informationen jederzeit überprüft werden können. Dieser Ansatz stärkt sowohl die Transparenz als auch das Vertrauen.
Wenn von künstlicher Intelligenz die Rede ist, richtet sich die Aufmerksamkeit oft auf die Leistungsfähigkeit der Modelle oder die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Hinter jeder Anwendung stehen jedoch auch Entscheidungen in Bezug auf Ethik, Datenschutz, Umweltauswirkungen und digitale Souveränität. «Genau diese Überlegungen haben die Entwicklung des neuen Chatbots des Staats Freiburg geleitet. Deshalb hat sich der Staat Freiburg dafür entschieden, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die seine Werte teilen», erklärt Davide Canavesi.
Die Entwicklung wurde dem Freiburger Unternehmen Liip anvertraut, das für sein Engagement im Bereich der sozialen und ökologischen Verantwortung bekannt ist. Das Hosting erfolgt über die Cloud von Infomaniak, deren Rechenzentren sich in der Schweiz befinden und nach hohen Standards der Energieeffizienz betrieben werden. Zudem basiert das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht auf der Verwertung von Nutzerdaten. Für das KI-System fiel die Wahl auf das Modell des französischen Unternehmens Mistral. Diese europäische Lösung trägt zur Stärkung der digitalen Souveränität bei und überzeugt gleichzeitig durch ihre hohe Leistungsfähigkeit.
Über den Chatbot hinaus zeigt dieser Ansatz, dass heute glaubwürdige Alternativen zu den grossen internationalen Digitalplattformen bestehen. Diese stützen sich auf ein dynamisches regionales Ökosystem und bieten leistungsfähige Technologien, die den Datenschutz gewährleisten, ressourcenschonend sind und zu vertretbaren Kosten eingesetzt werden können. Auch im digitalen Bereich ist es möglich, sich für ethische, lokale und verantwortungsvolle Lösungen zu entscheiden.
LUST, ZU HANDELN?
Weitere Informationen zu den Funktionen des Chatbots, den von ihm genutzten Quellen sowie den getroffenen Datenschutzmassnahmen finden Sie auf der entsprechenden Seite der Website des Staats Freiburg: Der KI-Chatbot von fr.ch. Der Staat Freiburg stellt der Bevölkerung weitere digitale Dienstleistungen zur Verfügung, darunter den virtuellen Schalter des Staats Freiburg und digi-fr.ch . Diese Plattformen ermöglichen einen direkten Austausch mit der Verwaltung und vereinfachen zahlreiche Behördengänge.
Gut zu wissen!
«Der Einsatz kleinerer, auf spezifische Aufgaben ausgerichteter KI-Modelle kann den Energieverbrauch um bis zu 90 % reduzieren, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.»
Quelle: UNESCO , 8. Juli 2025