Die starke Beanspruchung landwirtschaftlicher Flächen verdeutlicht, dass Boden eine nicht erneuerbare und zugleich unverzichtbare Ressource ist: Er trägt die Nahrungsmittelproduktion, reguliert den Wasserkreislauf, speichert Kohlenstoff und stabilisiert Ökosysteme. Ein fundiertes Verständnis der Strukturen, Eigenschaften und Anfälligkeiten der Böden schafft die Grundlage für nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken und belastbare raumplanerische Entscheide.
Konkrete Ergebnisse für die Praxis
Das in Prez-vers-Noréaz durchgeführte Projekt ist Teil der Vorbereitungsphase für die künftige nationale Bodenkartierung. Unter der Leitung des Kompetenzzentrums Boden (KOBO) und kofinanziert durch die Strategie Nachhaltige Entwicklung des Staats Freiburg wurden dabei Feldbeobachtungen, wissenschaftliche Analysen und digitale Abbildungen kombiniert. Die resultierenden Karten bieten einen detaillierten Einblick in die Böden in unterschiedlichen Tiefen. Sie geben Auskunft über die organische Substanz, den pH-Wert, die nutzbare Wasserreserve, die Verdichtungsempfindlichkeit und Erosionsanfälligkeit, die Bewässerungseignung sowie das Potenzial zur Nährstoffspeicherung oder CO₂-Sequestrierung. Damit lassen sich die Gebiete bestimmen, in denen die Bodenfruchtbarkeit langfristig gesichert werden muss und wo eine Anpassung der Bewirtschaftung sinnvoll ist.
Eine kantonale Dynamik in vollem Gang
Der Kanton Freiburg verfolgt seit mehreren Jahren eine Strategie zur Vertiefung des Wissens über seine Böden und zur Förderung ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung. Zahlreiche Projekte wurden bereits realisiert, darunter die Kartierung im Grossen Moos zwischen 2016 und 2023, die wichtige Daten zur Beurteilung des Senkungsrisikos organischer Böden lieferte. Weitere Arbeiten befassen sich mit der Bewässerungseignung der Böden der Broye, der Kartierung von Chamblioux–Bertigny sowie der Analyse der bodenkundlichen Vielfalt des Kantonsgebiets. Insgesamt sind rund zehn Projekte abgeschlossen oder im Gang, weitere befinden sich in Planung.
Öffentlich zugängliche Tools
Die im Rahmen der kantonalen Projekte erstellten Karten werden schrittweise auf dem Bodenportal des KOBO unter der Adresse bodendaten.ch veröffentlicht. Die Gebiete der abgeschlossenen Projekte werden künftig auch über das Kartenportal des Kantons Freiburg einsehbar sein. Ergänzt wird dies durch Videos, in denen Freiburger Landwirtinnen und Landwirte, die an den Bodenkartierungsprojekten beteiligt waren, ihre Erfahrungen schildern.
Auf dem Weg zu einer landesweiten Kartierung bis 2050
2029 will der Bund ein breit angelegtes Programm zur nationalen Bodenkartierung starten, das sich über rund zwanzig Jahre erstrecken soll. Ziel ist es, bis 2050 ein einheitliches und vollständiges Bild der Schweizer Böden zu erstellen und damit deren nachhaltige Bewirtschaftung zu unterstützen. Die entsprechende Finanzierung wird derzeit auf Bundesebene beraten. Das in Prez-vers-Noréaz durchgeführte Pilotprojekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung dieses Vorhabens und zur Harmonisierung der angewandten Methoden.
Ergänzende Informationen
- Schlussbericht zum Pilotprojekt der Bodenkartierung – Prez-vers-Noréaz (auf Französisch)
- Hinweiskarten für Bodeneigenschaften und Themenkarten zum Pilotprojekt – Prez-vers-Noréaz
- Alle Bodenkartierungsprojekte im Kanton Freiburg
- Bodenkartierung im Kanton Freiburg – der Boden aus Sicht der Landwirtschaft