Sind Sie von der Anwesenheit des Bibers betroffen ?
Gemeinden, land- und forstwirtschaftliche Bewirtschafter sowie Eigentümer: Hier finden Sie alle praktischen Informationen zu Präventionsmassnahmen, Bewilligungen und dem Vorgehen im Konfliktfall.
Der Europäische Biber (Castor fiber) ist eine einheimische Art, die durch die Schweizerische Bundesgesetzgebung streng geschützt ist. Nachdem er zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet verschwunden war, wurde er ab den 1950er-Jahren wiederangesiedelt und hat sich seither schrittweise in den Gewässern des Kantons Freiburg erneut etabliert.
Gemeinden, land- und forstwirtschaftliche Bewirtschafter sowie Eigentümer: Hier finden Sie alle praktischen Informationen zu Präventionsmassnahmen, Bewilligungen und dem Vorgehen im Konfliktfall.
Durch seine Aktivitäten übernimmt der Biber eine zentrale ökologische Rolle für die Funktionalität und die Biodiversität aquatischer Lebensräume.
Der Biber gilt als wahrer Wasserbauingenieur. Durch den Bau von Dämmen und die lokale Veränderung des Wasserabflusses schafft er artenreiche und funktionale Feuchtgebiete, die zahlreichen Pflanzen- und Tierarten günstige Lebensbedingungen bieten. Diese Lebensräume kommen insbesondere Amphibien, aquatischen Insekten, Fischen und Vögeln zugute.
Die vom Biber geschaffenen Strukturen tragen dazu bei:
mehr Arten in Fliessgewässern, in denen der Biber aktiv ist, im Vergleich zu Gewässerabschnitten ohne Biber
mehr Forellenbiomasse in Biberrevieren als in Vergleichsgebieten
weniger Nitrate dort, wo der Biber Feuchtgebiete schafft
mehr gespeicherter Kohlenstoff in einem vom Biber geschaffenen Feuchtgebiet
Quelle der Kennzahlen : Der Biber - ein wirkungsvoller Partner für lebendige Gewässer, BAFU 2025
Im Kanton Freiburg kommt der Biber heute hauptsächlich im Mittelland vor, entlang zahlreicher Gewässer und deren Zuflüsse verbreitet, wobei die Populationsdichte in den Bezirken See, Broye, Saane und Sense am höchsten ist. Er ist zudem an den Ufern des Murtensees und des Neuenburgersees präsent.
Die nationale Biberbestandeserhebung wird in der Schweiz historisch in Abständen von rund 15 Jahren durchgeführt. Es ist vorgesehen, dieses System durch ein kantonales Monitoring im Fünfjahresrhythmus zu ergänzen, das mit anderen Kantonen koordiniert wird, um eine regelmässigere Datengrundlage zu erhalten.
Die nationale Erhebung von 2022 schätzt den kantonalen Bestand auf rund 400 Individuen, verteilt auf über 120 Reviere. Die nördlichen und westlichen Regionen des Kantons sind derzeit am dichtesten besiedelt, während in einzelnen zentralen und südlichen Gebieten noch ein Besiedlungspotenzial besteht.
2022 gegenüber 97 im Jahr 2008, ein Bestand, der sich in 14 Jahren vervierfacht hat.
Obwohl der Europäische Biber gemäss der Roten Liste der Säugetiere auf nationaler Ebene nicht mehr als gefährdet gilt, bleibt die Art aufgrund ihrer hohen ökologischen Bedeutung streng geschützt. Dieser Schutz erstreckt sich auch auf ihren Lebensraum: Dämme, Baue, Kanäle sowie die vom Biber geschaffenen Feuchtgebiete stehen ebenfalls unter Schutz.
Jeder Eingriff am Biber oder an seinem Lebensraum unterliegt einer kantonalen Bewilligungspflicht.
Wenn sich der Biber in intensiv genutzten Landschaften ansiedelt, können seine Aktivitäten mit bestimmten menschlichen Nutzungen in Konflikt geraten, insbesondere mit:
In den meisten Fällen lassen sich solche Konflikte durch einfache und frühzeitige Massnahmen vermeiden oder deutlich reduzieren, beispielsweise durch den Schutz von Bäumen, die Gewährleistung eines ausreichenden Gewässerraums entlang der Wasserläufe oder durch gezielte Anpassungen einzelner Infrastrukturen.
Um Konfliktsituationen langfristig vorzubeugen und eine ausgewogene Koexistenz mit dem Biber zu fördern, erarbeitet der Kanton derzeit eine kantonale Biberplanung. Dieses strategische Instrument soll den Übergang von einer fallweisen Bewirtschaftung zu einem ganzheitlichen und proaktiven Ansatz ermöglichen. Konfliktträchtige Bereiche sollen identifiziert, Eingriffe koordiniert und Schutzprioritäten geklärt werden. Die Rolle des Bibers bei der Revitalisierung der Gewässer soll auf kantonaler Ebene gezielt genutzt werden.
Bei einem Konflikt mit dem Biber konsultieren Sie die Seite "Bibermanagement im Kanton Freiburg".
Bibermanagement im Kanton FreiburgAnsprechperson: Markus Siegenthaler
Amt für Wald und NaturSektion Fauna, Jagd und FischereiRoute du Mont Carmel 51762 Givisiez
Tel. 026 305 23 31Email
Herausgegeben von Amt für Wald und Natur
Letzte Änderung: 26.03.2026