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photo de l'intérieur du cycle d'orientation de Morat
Orientierungsschule Murten - Cycle d’orientation de Morat © Tous droits réservés

Kein zweisprachiger Klassenzug an der Orientierungsschule Murten

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Orientierungsschule Murten - Cycle d’orientation de Morat © Tous droits réservés

12. April 2019 - 09h00

Trotz zunehmendem Interesse wird im kommenden Schuljahr kein zweisprachiger Klassenzug an der Orientierungsschule Murten eröffnet. Verschiedene Einschränkungen erschweren eine Realisierung des Projekts. Zwei Massnahmen sind vorgesehen: eine Ausweitung des Angebots von Immersionsunterricht und die Konstituierung einer Arbeitsgruppe zur Ermittlung der bestmöglichen Strategie dazu. In der Tat ist eine verstärkte Förderung der Schülerinnen und Schüler beim Erwerb der Partnersprache ein nötiger Schritt und Gelingensfaktor zur Eröffnung eines zweisprachigen Klassenzugs.

Dreiundzwanzig Schülerinnen und Schüler, aufgeteilt auf folgende Klassentypen, fünfzehn für die Sekundarklasse, sechs für die Progymnasialklasse und zwei für die Realklasse, haben ihr Interesse am Besuch des ersten Schuljahres an der Orientierungsschule in der zweisprachigen Klasse angemeldet. Trotz dem steigenden Interesse seitens der Schülerinnen und Schüler - im Jahr 2018 waren es lediglich 11 - wird zu Schuljahresbeginn 2019 kein zweisprachiger Klassenzug an der Orientierungsschule Murten eröffnet. Tatsächlich erschweren besonders die  Einschränkungen, wie die erforderlichen guten Kenntnisse der deutschen und französischen Sprache, die es ermöglichen, dem zweisprachigen Unterricht zu folgen sowie die Organisation der Orientierungsschule, unterteilt in drei Klassentypen (Progymnasial-, Sekundar- und Realklasse) eine Realisierung des Projekts.

Doch trotz diesen Schwierigkeiten und um auf die starke Nachfrage der Schülerinnen und Schüler nach Immersionsunterricht zu reagieren, kann das Angebot in Murten, wie dies in anderen Orientierungsschulen bereits der Fall ist, rasch ausgebaut werden. Diese zusätzlichen Angebote sollen ebenfalls Schülerinnen und Schülern, welche noch nicht zweisprachig sind, die Chance geben, ihre Sprachkompetenzen zu verbessern.  

Schliesslich wird eine Arbeitsgruppe konstituiert, welche eine neue Strategie für das Projekt eines zweisprachigen Klassenzugs der Orientierungsschule Murten bestimmt. Trotz der geografischen Lage und einer ideal scheinenden Bevölkerungssituation, bleibt die verstärkte Förderung der Schülerinnen und Schüler beim Erwerb der Partnersprache eine unabdingbare Voraussetzung, welche letztlich zu einer schrittweisen Realisierung eines zweisprachigen Klassenzugs führen wird.

Die Förderung des Erlernens der Partnersprache ist im Gesetz über die obligatorische Schule und dem dazugehörigen Schulreglement verankert. In den Schulen des Kantons Freiburg werden bereits viele interessante Projekte zum Immersionsunterricht umgesetzt. Ein zweisprachiger Klassenzug, wie ihn die OS Murten anbietet, ist ein Novum. In den kommenden Jahren sollen solche Projekte gezielt unterstützt, gefördert und weiterentwickelt werden. Die Projekte werden von den Schulen je nach Interesse sowie entsprechend der Sprachkenntnisse der Schülerinnen und Schüler und der bei den Lehrkräften vorhandenen Ressourcen konzipiert.

Im Dezember 2017 hat die EKSD den Aufbau zweisprachiger Klassenzüge als Pilotprojekt an der Orientierungsschule Murten genehmigt. Das Projekt sieht die Eröffnung einer zweisprachigen Sekundarklasse der 9H für Schülerinnen und Schüler mit guten Deutsch- und Französischkenntnissen vor, die in den zehn Gemeinden des Verbands der Orientierungsschule Region Murten wohnen und sich für dieses Angebot anmelden. Der Aufbau soll über drei Jahre erfolgen.

Das Konzept kurz zusammengefasst

Unter einem zweisprachigen Klassenzug versteht man Immersionsunterricht, der in einem Klassen­typus für die Dauer des gesamten Zyklus (9H‒11H) umgesetzt wird. In einem ersten Schritt wird eine zweisprachige Sekundarklasse der 9H angeboten Diese Klasse besteht aus deutsch- und fran­zösischsprachigen Schülerinnen und Schülern, idealerweise zu gleichen Teilen. Der Eintritt in die zweisprachige Klasse basiert auf Freiwilligkeit. Für die Aufnahme in diese Klasse müssen die Schülerinnen und Schüler jedoch Deutsch und Französisch gut beherrschen, um dem Unterricht in allen Fächern problemlos folgen zu können. Auch für die Lehrpersonen ist die Teilnahme an diesem Projekt freiwillig. Sie unterrichten in ihrer jeweiligen Muttersprache und mit dem entsprechenden Lehrplan. Die Prüfungen werden in der Unterrichtssprache abgelegt. Das Konzept legt nicht fest, welches Fach in deutscher oder französischer Sprache unterrichtet werden soll, sondern es sieht vor, dass die Fächer in der festgelegten Sprache von der 9H bis 11H unterrichtet werden und es eine ausgewogene Verteilung zwischen den beiden Unterrichtssprachen braucht.

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