Auswirkungen der Coronakrise auf Jugendliche: Projektausschuss nimmt Bestandsaufnahme vor und erarbeitet bis Ende August Vorschläge für Sofortmassnahmen

26. Mai 2021 -10h00

Die Coronakrise hatte starke und nachhaltige Auswirkungen auf viele junge Menschen, vor allem in den Bereichen psychische Gesundheit, soziale Beziehungen, berufliche Integration und Zukunftsperspektiven. Mehrere Sofortmassnahmen wurden bereits eingeleitet. Es ist jedoch angebracht, eine allgemeine Bestandsaufnahme mit allen Akteuren aus der Praxis vorzunehmen, um die Koordination und die Netzwerkarbeit zu verbessern und zu entscheiden, welche zusätzlichen Massnahmen rasch umgesetzt werden sollten. Mit dieser Aufgabe hat der Staatsrat einen eigens eingesetzten Projektausschuss betraut, die Ende August die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen soll.

Rasche Bestandsaufnahme der Massnahmen, mit denen Jugendliche während und nach COVID-19 in der Praxis unterstützt werden, Optimierung der Koordination zwischen den beteiligten Akteuren, Vorschlagen der allenfalls notwendigen zusätzlichen Sofortmassnahmen sowie eines integrierten Systems für die Bewältigung der besonderen Problematik der mittelfristigen Folgen der Corona­krise für Jugendliche: Das sind die Ziele, die der Staatsrat dem Anfang Mai eingesetzten Projektausschuss (PA) vorgegeben hat.

Der PA wird vom Oberamtmann des Vivisbachbezirks und Präsidenten der Oberamtmänner­konferenz François Genoud präsidiert und vereint nicht nur Vertretende der zuständigen staatlichen Dienste. Ebenfalls vertreten sind der Freiburger Gemeindeverband, das Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit, die Friedensgerichte, REPER, das Freiburger Netzwerk der Kinder- und Jugendorganisationen frisbee und – über Vertreterinnen und Vertreter des Jugendrats und der Jugendvereine – auch die Jugendlichen selbst. Der PA kann sich auf einen Projektleiter aus dem Jugendamt stützen, der auch administrative Unterstützung leisten wird.

Die Massnahme wurde ursprünglich von der kantonalen Koordinationsstelle angeregt. Grund dafür war, dass viele Akteure aus der Praxis festgestellt hatten, dass junge Menschen von 12–25 Jahren von den Auswirkungen von COVID-19 besonders stark betroffen waren und sind. Die Unterbrüche des Präsenzunterrichts, die längere Unterbrechung von Sport-, Kultur- und Freizeitaktivitäten, die Einschränkungen bei Menschenansammlungen und die unsicheren Aussichten auf eine Berufsausbildung haben sich auf viele junge Menschen in einer prägenden Zeit ihres Lebens äusserst negativ ausgewirkt. Dies gilt vor allem für die psychische Gesundheit und die soziale Integration.

In seiner ersten Plenarsitzung vom vergangenen 19. Mai bildete der PA thematische Arbeitsgruppen (AG), an denen auch externe Personen teilnehmen werden. Die erste AG ist dem Thema Gesundheit gewidmet, die zweite der sozialen Integration und dem Zusammenleben, die dritte der beruflichen Integration und die vierte der Förderung guter Verhaltensweisen und der Prävention. Eine fünfte transversale AG wird an den Kommunikationsmassnahmen arbeiten, die umgesetzt werden sollen, um die Jugendlichen selbst sowie die Partner und die Öffentlichkeit zu erreichen.

Der PA hat sich einen ehrgeizigen Zeitplan gesetzt, da der Beginn der Sommerferien und des nächsten Schuljahres für die Jugendlichen von grosser Bedeutung sind. Die AGs sollten bis Anfang Juli eine Bestandsaufnahme der bestehenden Massnahmen in ihren Bereichen gemacht haben. Der Katalog der zu verlängernden, zu verstärkenden oder neu umzusetzenden Massnahmen muss bis Ende August erstellt werden, damit er dem Staatsrat vorgestellt werden kann.