«A l’école, tous les élèves n’ont pas les mêmes besoins. Certains ont besoin de plus d’aide que d’autres. Si un élève a besoin d’aide à l’école, il peut avoir une MAO. Une MAO est une mesure d’aide ordinaire pour les élèves qui ont de la difficulté à apprendre facilement.»
«Manche Kinder haben Mühe beim Lernen. Diese Kinder bekommen eine NM. NM bedeutet niederschwellige Massnahme. Ein Heilpädagoge hilft dem Kind. Ein Heilpädagoge ist ein spezialisierter Lehrer. Der Klassenlehrer bleibt Hauptlehrer. Beide Lehrer arbeiten zusammen.»
Sie haben gerade einen Text in leicht lesbarem und verständlichem Französisch und in leichtem Deutsch gelesen. Die leichte Sprache ist eine sprachlich und inhaltlich vereinfachte Sprache, um Texte einem breiten Publikum zugänglich zu machen, auch Menschen, die Mühe haben, einen Text zu verstehen.
«Es geht darum, dass alle Eltern Zugang zu Informationen haben können.»
Als Elternteil einer Schülerin oder eines Schülers kann es schwierig sein, den «Schuljargon» zu verstehen. Das gilt umso mehr, wenn das Kind in der Schule Schwierigkeiten hat. Wie kann man sicher sein, dass die Familien die angebotenen Unterstützungsangebote, Verfahren und Entscheide verstehen? Diese Frage hat Carine Bouverat, sonderpädagogische Mitarbeiterin beim Amt für französischsprachigen obligatorischen Unterricht (FOA), und Emmanuel Praz, sonderpädagogischer Mitarbeiter beim Amt für Sonderpädagogik (SoA) veranlasst, sich über Pro Infirmis in leichter Sprache weiterzubilden.
«Viele Eltern, die selbst in der Schule Schwierigkeiten hatten oder eine andere Muttersprache sprechen, lesen offizielle Schreiben gar nicht erst, weil sie diese nicht verstehen. Unser Ziel ist es, die Dokumente, die sich auf die Unterstützungsangebote beziehen, zugänglich zu machen. 60 % der Bevölkerung verstehen nur 10 % von dem, was in allen Kommunikationsmitteln gesagt wird: in Briefen, in den Medien usw. Sehr viele Menschen haben keinen Zugang zu Informationen, zu ihren Rechten und zur Unterstützung», erklärt Carine Bouverat.
Ein Lektorat durch Fachleute von Pro Infirmis
Um Erklärungen zu möglichen niederschwelligen und verstärkten Unterstützungsmassnahmen für Schülerinnen und Schüler mit schulischen Schwierigkeiten zu verfassen, haben die beiden Kolleginnen und Kollegen das Lektorat der Texte durch Pro Infirmis in Anspruch genommen. Die Fachleute sind Menschen mit einer Behinderung.
Es ist gar nicht so einfach, in leichter Sprache zu schreiben. Zu den Grundsätzen von leichter Sprache gehören die Verwendung von Alltagswörtern, kurzen Sätzen, einem Gedanken pro Satz, vereinfachter Grammatik, der Erläuterung komplexer Wörter oder Abkürzungen, aber auch eine angepasste Schriftgrösse und Schriftart und gegebenenfalls das Hinzufügen von Piktogrammen.
Auch auf Deutsch in leichter Sprache
Die in leichter Sprache übertragenen Dokumente wurden an Primar- und Orientierungsschulen verteilt, damit sie bei der Betreuung von Familien und verschiedenen Schulpartnern eingesetzt werden können. Dank Angela Ferber, der sonderpädagogischen Mitarbeiterin für den deutschsprachigen Kantonsteil, sind sie auch in leichtem Deutsch verfügbar. Die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben zudem die schriftlichen Entscheide über die Gewährung von verstärkten Unterstützungsmassnahmen in leichter Sprache übertragen und mit einem QR-Code versehen, der zu einer Erklärung in leichter Sprache führt.
Ausserdem wird derzeit an einer Übersetzung in verschiedene Sprachen gearbeitet. «Bei den Lehrmitteln gibt es noch viel zu tun und wir arbeiten eng mit den Schuldirektionen zusammen», betont Emmanuel Praz. «Es wird viel über das Desinteresse der Eltern gesprochen, aber wir müssen die Mittel bereitstellen, sie einzubeziehen und ihnen verständlich zu machen, was wir tun, damit sie aktiver an der Schulbildung ihres Kindes teilhaben können. Das hat einen Einfluss auf das Schulleben der Schülerin oder des Schülers.»