Zu Beginn des Schuljahres 2026/27 werden 49 608 Schülerinnen und Schüler in Freiburg zur Schule gehen, das sind 317 mehr als im Vorjahr. Für die obligatorische Schule wurden 15,35 Klassen eröffnet – davon 10,1 für die 3H–8H (Primarschule) und 5,5 für die 1H–2H (Kindergarten). Für die 9H–11H (OS) wurde 0,25 Klasse geschlossen. Die durchschnittliche Klassengrösse bleibt beinahe unverändert: Sie beträgt im Kindergarten 18,7 (18,4) und in der Primarschule19 (19). In der Orientierungsschule variiert die durchschnittliche Anzahl Schülerinnen und Schüler pro Klasse je nach Klassentypus, damit angepasste Lernbedingungen angeboten werden können. Eine Realklasse zählt im Schnitt 12,26 (12,01) Schülerinnen und Schüler, eine Sekundarklasse 21,1 (21,1) und eine Progymnasialklasse 22,4 (22,5).In den Sonderschulen wurden 9 zusätzliche Klassen eröffnet.Für die Mittelschulen (Kollegien, Vollzeit-Handelsmittelschulen und Fachmittelschulen) wurden 3 Klassen geschlossen, wogegen für die Freiburger Schülerinnen und Schüler am Interkantonalen Gymnasium der Region Broye in Payerne 2,5 Klassen eröffnet wurden.
Es wurden 31,97 VZÄ-Unterrichtsstellen bewilligt, um die zahlreichen Klasseneröffnungen an den obligatorischen und weiterführenden Schulen im laufenden Schuljahr sicherzustellen. Von diesen 31,97 VZÄ entfallen 12 VZÄ für die Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Bildungsbedarf, die eine Regelschule besuchen (integrative Regelschule). Hinzu kommen weitere 29,26 VZÄ, mit denen die Betreuung von Schülerinnen und Schülern, die in sonderpädagogischen Einrichtungen unterrichtet werden, verstärkt werden soll.
Der Unterricht an den obligatorischen Schulen beginnt am Donnerstag, 27. August, mit Ausnahme der Gemeinden Kerzers, Fräschels und Ried im Seebezirk, wo sich der Schulkalender nach dem Kanton Bern richtet und somit das neue Schuljahr bereits am Montag, 24. August beginnt. Für die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen beginnt der Unterricht ebenfalls am Donnerstag, 27. August, ausser am GYB, wo das neue Schuljahr am 24. August startet.
Informationskampagne «Berufsbildung im 3. Zyklus»
Wie können die Lehrpersonen der OS für die Realität der dualen Berufsbildung sensibilisiert und die Berufswelt besser mit den Lehrplänen (Lehrplan 21 und PER) vertraut gemacht werden? Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden zwei Projekte der BKAD in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Arbeitgeberverband (UPCF) durchgeführt. Zum einen findet zwischen 2025 und 2030 mit Unterstützung des START-Komitees an jeder OS ein Weiterbildungstag für alle Lehrpersonen statt. Diese Veranstaltung findet auf dem Campus Le Vivier in Villaz-St-Pierre statt. Darüber hinaus hat eine Arbeitsgruppe im Auftrag der Staatsrätin Sylvie Bonvin-Sansonnens die Aufgabe, konkrete Massnahmen zu erarbeiten, um die Lehrpersonen in ihrer Schlüsselrolle bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Diese Arbeitsgruppe besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Freiburger Arbeitgeberverbands, des FOA, des DOA und des BEA. Die Arbeiten begannen mit einer Umfrage auf der Sekundarstufe 1. Die Antworten der Lehrpersonen bilden eine Arbeitsgrundlage für die Stärkung der Verbindungen zwischen der obligatorischen Schule, den Unternehmen, den überbetrieblichen Kursen und den Berufsfachschulen.Parallel zu diesen Projekten wurde der Unterricht in der beruflichen Orientierung neu konzipiert, um die überfachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler der Klassen 9H und 10H – also die Soft Skills im Berufsleben – zu stärken. Es geht darum, ihnen den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern.
Fachmaturität Pädagogik: Sechs- bis siebenwöchiges Praktikum in Primarschulklassen 1H‒2H
Das sechs- bis siebenwöchige Praktikum für Schülerinnen und Schüler der Fachmaturität Pädagogik, das im vergangenen Jahr als Pilotprojekt gestartet wurde, wird nun flächendeckend eingeführt. Alle am Projekt Beteiligten sehen sich als Gewinnende: Indem die Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung mit einer Praxiserfahrung beginnen, stärken sie ihre Motivation, die Klassenlehrpersonen der 1H und 2H erhalten zu Beginn des Schuljahres willkommene Unterstützung, und die Lehrpersonen der Fachmaturität treffen auf Schülerinnen und Schüler, die bereits eine professionelle Haltung an den Tag legen. 156 Studierende – und ebenso viele Klassen sind davon betroffen. Interessante Beobachtung: Die deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler zeigten ein stärkeres Interesse, sich an der neuen Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Freiburg einzuschreiben und somit für ihr weiteres Studium im Kanton zu bleiben.
Integrative Schule: An mehreren Schulen wird das Co-Teaching praktiziert
Um den pädagogischen Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler einer Klasse bestmöglich gerecht zu werden, können verschiedene Ansätze verfolgt werden. Das Co-Teaching ist einer der pädagogischen Ansätze, den die Unterrichtsämter fördern und ausbauen möchten. Nach dem im August 2025 erfolgten Anstoss haben mehrere Schulen im französischsprachigen Kantonsteil Professor Philippe Tremblay eingeladen, sie bei ihren Überlegungen zu begleiten und bei der konkreten Umsetzung von Co-Teaching-Formen zu unterstützen. Der beobachtete Nutzen: Eine Bereicherung der beruflichen Praxis durch den Austausch von Fachkenntnissen und die gemeinsame Analyse von Lernsituationen. Die Beteiligten erweitern ihre Kompetenzen mit dem Ziel, dass alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich sein können.
Sehr positive Auswirkungen der Schulsozialarbeit an den Freiburger Schulen
Die Schulsozialarbeit, die seit 2022 schrittweise im gesamten Kanton eingeführt wurde, hat sich mittlerweile als wesentlicher Bestandteil des Freiburger Bildungssystems etabliert. Der im Juni 2026 veröffentlichte Evaluationsbericht zur Umsetzung der Schulsozialarbeit zeigt, dass das Unterstützungsangebot den Bedürfnissen der Schulen gerecht wird und bei allen Akteurinnen und Akteuren im Schulwesen breite Anerkennung findet. Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter (SSA-Fachpersonen) tragen dazu bei, das Schulklima zu verbessern, die Schulen bei der Bewältigung komplexer Situationen zu unterstützen und die Beziehungen zwischen Schule und Familien zu stärken. Sie bringen Fachwissen ein, das die Expertise der Schuldirektionen, der Lehrpersonen und weiterer an den Schulen zur Verfügung stehender Fachstellen wie Psychologie, Schulmediation und mobile Einheit ergänzt. Ihre Präsenz trägt zudem dazu bei, dass Risikosituationen früher erkannt und die Interventionen besser koordiniert werden. Der Bericht wird am 24. August 2026 auf der Website der BKAD veröffentlicht.
Zweisprachiger Bildungsgang an der Primarschule Vignettaz: Eröffnung einer Klasse 3H
Die Stadt Freiburg und die BKAD haben ihren Willen bekräftigt, schrittweise einen zweisprachigen Bildungsgang in Französisch und Deutsch aufzubauen. So wird an der französischsprachigen Primarschule Vignettaz mit der Eröffnung einer zweisprachigen Klasse 3H ein zweisprachiger Bildungsgang eingeführt. Die angestrebten pädagogischen Ziele entsprechen denen des Westschweizer Lehrplans (PER). Um ein immersives Erlernen beider Sprachen zu fördern, wird die Hälfte der Unterrichtszeit auf Deutsch abgehalten. Aufgrund einer zu geringen Anzahl an Anmeldungen seitens der deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler kann die geplante Klasse 3H/4H jedoch nicht zum Schuljahresbeginn eröffnet werden, ist aber für den Schuljahresbeginn 2027/28 vorgesehen.
Digitale Bildung in der obligatorischen Schule und an den Mittelschulen
Die digitale Bildung ist Teil des Lehrplans aller Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule. Der Schwerpunkt wurde deshalb auf die Weiterbildung der Lehrpersonen gelegt. Die verbleibenden rund 700 Lehrpersonen, die noch geschult werden müssen, werden diese Weiterbildung im Jahr 2027 absolvieren. Sie werden somit zu den 2766 Lehrpersonen hinzukommen, die bereits in die zahlreichen Aspekte der digitalen Bildung eingeführt wurden.Das Copilot-Tool wird den Schülerinnen und Schülern der OS ab Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung stehen. Das Hauptziel besteht darin, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sie die künstliche Intelligenz (KI) im schulischen Umfeld sinnvoll einsetzen können.Die pädagogischen Teams der Mittelschulen arbeiten daran, die angemessene Nutzung von KI zu definieren. Es geht darum, sie pädagogisch fundiert, verantwortungsbewusst und stufenangepasst einzusetzen, um den Lernerfolg zu fördern.
Von der Sprachklasse zur Sonderschulklasse
Die Bezeichnungen bestimmter Klassen im Sonderschulunterricht wird angepasst. So wird die Benennung «Sprachklassen» durch eine einheitliche Bezeichnung ersetzt: Sonderklasse.Ursprünglich bezog sich der Begriff «Sprachklassen» auf Klassen, in denen hauptsächlich Schülerinnen und Schüler mit schweren Sprachstörungen unterrichtet wurden. Heute hat sich die Situation geändert. Diese Klassen umfassen Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Unterstützungsbedürfnissen. Sprachstörungen können zwar vorhanden sein, manchmal in Verbindung mit anderen Schwierigkeiten. Diese Störungen sind jedoch nicht mehr das einzige Kriterium. Die Änderung tritt mit der Einreichung der Anträge auf verstärkte sonderpädagogischen Massnahmen (VM) in Kraft, die das Schuljahr 2027/28 betreffen und die spätestens bis zum 31. Januar 2027 einzureichen sind.