Das Angebot, das seit 2022 im Auftrag des Grossen Rates schrittweise im gesamten Kanton eingeführt wurde, hat dazu beigetragen, die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit schulischen und sozialen Schwierigkeiten zu verbessern. Die SSA-Fachpersonen sind an den Primar- und den Orientierungsschulen tätig.
Rolle der Schulsozialarbeit und Art der Interventionen
Die SSA-Fachpersonen tragen dazu bei, das Schulklima zu verbessern, die Schulen bei der Bewältigung komplexer Situationen zu unterstützen und die Beziehungen zwischen Schule und Familien zu stärken. Sie bringen Fachwissen ein, das die Expertise der Schuldirektionen, der Lehrpersonen und weiterer an den Schulen zur Verfügung stehender Fachstellen wie Psychologie, Schulmediation und mobile Einheit ergänzt. Ihre Präsenz trägt zudem dazu bei, dass Risikosituationen früher erkannt und die Interventionen besser koordiniert werden.
Zu den wichtigsten Tätigkeitsbereichen der SSA-Fachpersonen gehören insbesondere folgende:
- Konflikte zwischen Schülerinnen und Schülern;
- psychische Gesundheit, Angst und Unwohlsein;
- Hyperkonnektivität (übermässige Nutzung von Medien) und soziale Netzwerke;
- familiäre Schwierigkeiten;
- Schulabbruch und Schulabsentismus;
- Mobbing;
- Fragen zur Identität, insbesondere zum Geschlecht.
Um den im Auftrag 2020-GC-2006 des Grossen Rates festgelegten Richtwert von 1 Vollzeitäquivalent (VZÄ) pro 750 Schülerinnen und Schüler zu erreichen, wurden die für die Schulsozialarbeit bereitgestellten Ressourcen zwischen 2022 und 2025 von 23,2 auf 50 VZÄ erhöht. Dies ermöglichte es, das Unterstützungsangebot auf den gesamten Kanton auszuweiten.
Herausforderungen auf Führungsebene
Der Bericht hebt jedoch mehrere Herausforderungen hervor, die es zu bewältigen gilt, insbesondere die Klärung der Modalitäten der Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen der Schule (wie man in einem interdisziplinären Netzwerk effizient arbeitet), die Tatsache, dass es innerhalb der Gruppe der SSA-Fachpersonen unterschiedliche Standpunkte gibt, insbesondere was die Arbeit mit den Familien betrifft ( bei der Lösungsfindung für komplexe Situationen intervenieren die SSA-Fachpersonen manchmal in den Familien) sowie die stark schwankende Präsenz in den Schulen (wie kann man sich dauerhaft an einer Schule etablieren, wenn einige SSA-Fachpersonen lediglich mit einem sehr geringem Pensum beschäftigt sind und an mehreren Standorten tätig sind). Hinzu kommt die Schwierigkeit, ausreichende zeitliche Ressourcen für Präventionsmassnahmen vorzusehen sowie die Notwendigkeit, die unterschiedlichen Praktiken weiter zu harmonisieren.
Prävention und Weiterbildung
Um die bisherigen Erfolge zu festigen, empfiehlt der Bericht, die Präventionsmassnahmen zu verstärken, die Arbeitsbedingungen der SSA-Fachpersonen zu verbessern und auf kantonaler Ebene gemeinsame Instrumente zu entwickeln, um die Praktiken in den Schulen besser aufeinander abzustimmen. Die Bemühungen um eine kontinuierliche Weiterbildung werden fortgesetzt, um den Anliegen der SSA-Fachpersonen gerecht zu werden, insbesondere in den folgenden Bereichen: Prävention, psychische Gesundheit, Umgang mit Gewalt und Mobbing, Arbeit mit Familien und Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen.
Eine gross angelegte Umfrage
Im März 2025 wurde eine quantitative und qualitative Umfrage unter 115 Schuldirektionen (86 aus dem französischsprachigen und 29 aus dem deutschsprachigen Kantonsteil), 11 Schulinspektorinnen und Schulinspektoren (8 französischsprachige und 3 deutschsprachige) und 78 SSA-Fachpersonen (59 französischsprachige und 19 deutschsprachige) durchgeführt. Von den 204 ausgegebenen Fragebögen wurden 175 ausgefüllt, was einer beachtlichen Rücklaufquote von 86 % entspricht.
Dieser Bericht wurde auf der Grundlage der Ergebnisse der Umfrage verfasst.
Im Juni 2026 wurde der Bericht den Vorstehern der Unterrichtsämter und der Staatsrätin Sylvie Bonvin-Sansonnens vorgelegt. Die konkreten Massnahmen zur Verbesserung der Situation werden von beiden betroffenen Unterrichtsämtern in Zusammenarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort festgelegt.