Nach einer Umfrage über die digitale Nutzung und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2025 hat die Orientierungsschule Glane beschlossen, das Schuljahr 2025/26 einem interdisziplinären Projekt zum Thema Schlaf zu widmen. Alle Klassen haben daran teilgenommen. Diese Initiative ist Teil eines ganzheitlichen Ansatzes für Gesundheit und Wohlbefinden: Die Digitalisierung und die Nutzung des Smartphones sind ein Faktor, der berücksichtigt wird; er steht jedoch nicht allein im Mittelpunkt des Projekts.
Schlaf als erstes Schwerpunktthema
Die erste Umfrage hatte mehrere auffällige Ergebnisse zutage gefördert: 31 % der befragten Schülerinnen und Schüler gaben an, nicht genug zu schlafen, 36 % hatten im Alltag Konzentrationsschwierigkeiten und 75 % nutzten ihr Handy gelegentlich oder häufig vor dem Schlafengehen. Diese Erkenntnisse haben die Orientierungsschule dazu veranlasst, den Schlaf zu einem vorrangigen Handlungsfeld zu machen, das in engem Zusammenhang mit Gesundheit, Aufmerksamkeit, Stimmung, Lernfähigkeit und Lebensgewohnheiten steht.
Schlaftagebücher und Datenanalysen
Das Projekt bezog über das gesamte Schuljahr hinweg verschiedene Fachbereiche mit ein und hatte zum Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu informieren, ihnen die Mechanismen des Schlafs näherzubringen, die Faktoren zu identifizieren, die die Schlafhygiene beeinflussen, und sie dazu zu bringen, über ihre eigenen Schlafgewohnheiten nachzudenken. Schlaftagebücher, Datenanalysen, wissenschaftliche Erkenntnisse, schriftliche und künstlerische Arbeiten, körperliche Aktivitäten und Momente der Reflexion ermöglichten es, dieses Thema konkret und schrittweise anzugehen – nach dem Prinzip «wenig, gut und wiederholt».
«Unser Ziel ist es nicht, ein Instrument zu stigmatisieren, sondern junge Menschen und Familien Hilfsmittel an die Hand zu geben. Wir wollen den Grundstein legen, herausfinden, was einen guten Schlaf fördert und Schritt für Schritt vorgehen», erklärt Magalie Brusco, stellvertretende Schuldirektorin der Orientierungsschule Glane und Projektleiterin. Die Orientierungsschule möchte in Zusammenarbeit mit den Eltern konkrete, einfache und nachhaltige Strategien vorschlagen: Familien, die (mehrmals im Jahr) in das Projekt eingebunden wurden, einfache Hilfsmittel (Schlaftagebuch und praktischer Leitfaden) und der Austausch mit der Klassensprecherin.
Die perfekte Ernährung für einen guten Schlaf
Konkret ging es beispielsweise im Hauswirtschaftsunterricht (Wirtschaft, Arbeit, Haushalt) darum, den perfekten Teller zusammenzustellen, um den Schlaf zu fördern. In der Musik erforschten die Schülerinnen und Schüler den Zusammenhang zwischen verschiedenen Musikstilen und der Herzfrequenz. Im Fachbereich Natur und Technik wurden unter anderem die Funktionsweise der Schlafzyklen und die Wirkung von blauem Licht genauestens untersucht. Zum Abschluss des Projekts wurden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, ein Kunstwerk zum Thema Schlaf zu gestalten und einen Fragebogen auszufüllen.
Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler sind bereit, bestimmte Gewohnheiten zu ändern
Die Auswertung (an der 519 Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben) zeigt, dass das Projekt vor allem zu einer Bewusstseinsbildung geführt hat und weniger zu einer sofortigen, einschneidenden Verhaltensänderung. Die Ergebnisse lassen jedoch eine positive Entwicklung erkennen: 65,1 % der Schülerinnen und Schüler geben an, unregelmässig oder nicht den Empfehlungen entsprechend zu schlafen, doch 69,6 % erklären sich bereit, bestimmte Gewohnheiten zumindest ein wenig zu ändern, 63,6 % sagen, dass das Projekt sie dazu gebracht hat, über ihre Gewohnheiten nachzudenken, 45,9 % geben an, ihr Verhalten zumindest ein wenig geändert zu haben, und 68 % sind der Meinung, dass ihnen die Empfehlungen für einen gesunden Schlaf später nützlich sein werden.
Die Partnerschaft mit den Familien fortsetzen
Die OS des Glanebezirks möchte dieses Projekt nun langfristig verankern. Das Thema Schlaf wird in den verschiedenen Schulstufen in jeweils angepasster Form weiterbehandelt, während andere in der Umfrage hervorgehobene Schwerpunkte – insbesondere die Körperhaltung bei der Bildschirmnutzung und die Beziehungen unter Gleichaltrigen – schrittweise nach derselben pädagogischen Logik vertieft werden. In diesem Sinne möchte die Schule auch die Zusammenarbeit mit den Eltern fortsetzen, wobei alle ihre jeweilige Rolle wahrnehmen, um die Jugendlichen dabei zu unterstützen, ihre Lebensgewohnheiten zu verstehen und schrittweise nützliche Orientierungspunkte für ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und ihren Lernprozess zu entwickeln.