Als Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ämtern für obligatorischen Unterricht und dem Amt für Unterricht der Sekundarstufe 2 (S2) ermöglicht das Pilotprojekt 156 Schülerinnen und Schülern der Fachmittelschule Freiburg, des Kollegium des Südens und des Interkantonalen Gymnasiums der Region Broye, in den ersten Wochen des Schuljahres in eine Klasse 1H/2H integriert zu werden.
Ein Praktikum, um den Lehrerpersonenberuf besser kennenzulernen
Die Praktika finden während des Schuljahres der Fachmaturität im Berufsfeld Pädagogik statt. Dabei geht es darum, die im Rahmen des Fachmittelschulausweises (3 Jahre) erworbenen theoretischen Kenntnisse mit praktischen Erfahrungen zu ergänzen. Das Praktikum soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, die Unterrichtspraktiken und die Klassendynamik zu beobachten, die ihnen von der Klassenlehrperson übertragenen Aufgaben korrekt auszuführen (z. B. Aktivitäten während einer Unterrichtslektion leiten, das Klassenzimmer oder das Unterrichtsmaterial vorbereiten oder eine Schülerin oder einen Schüler besonders unterstützen), sich der Herausforderungen und Verantwortlichkeiten des Lehrberufs bewusst zu werden und eine Bestätigung für ihre Berufswahl zu erhalten.
Organisation der Praktika
Die Praktika wurden von den Ämtern für den obligatorischen Unterricht und den 80 (62 F / 18 D) am Pilotprojekt teilnehmenden Schuldirektionen organisiert. Die betreffenden Schuldirektionen wählten die Klassen ihrer Schule aus, die einen oder mehrere Praktikantinnen und Praktikanten aufnehmen sollten. Das Praktikum dauert jeweils sechs oder sieben Wochen in Vollzeit und findet in einem Block statt. Je nach Bedarf vor Ort kann es auch durch einige zusätzliche Tage ergänzt werden. Die Praktikantinnen und Praktikanten erhalten keine Vergütung für das Praktikum oder für die Hin- und Rückfahrten zum Praktikumsort. Auch die Lehrpersonen erhalten für die Aufnahme einer Praktikumsperson keine Entschädigung.
Ein dank positiver Rückmeldungen erweitertes Pilotprojekt
Zu Beginn des Schuljahres 2025/26 wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, an dem rund 70 Schülerinnen und Schüler der Fachmaturität im Berufsfeld Pädagogik sowie 44 Schulen teilnahmen. Da die Rückmeldungen sehr positiv waren, wurde das Projekt ausgeweitet. Die Schülerinnen und Schüler gaben an, dass das Praktikum sie in ihrer Berufswahl bestärkt habe und dass ihre Motivation, ihr Studium fortzusetzen, gestiegen sei. Die deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler zeigten mehr Interesse daran, sich an der neuen Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Freiburg einzuschreiben und somit für ihr weiteres Studium im Kanton zu bleiben. Die Lehrpersonen der Mittelschulen hatten ihrerseits festgestellt, dass die Schülerinnen und Schüler eine neue berufliche Haltung und ein besseres Verständnis für den Unterricht entwickelt hatten. Die Klassenlehrpersonen der 1H/2H, die die Schülerinnen und Schüler vom Schulbeginn bis zu den Herbstferien betreuten, schätzten die Unterstützung durch die Praktikantinnen und Praktikanten sehr: Der Schuleintritt ist nämlich eine Phase, die für die «Jüngsten» schwierig sein kann, da sie schnell Selbstständigkeit erlangen und sich mit den neuen Regeln des Schullebens vertraut machen müssen.
Eine Regelung zur Formalisierung der Praktika
Die Durchführung dieser Praktika ist eine Premiere in der Westschweiz. Die in den letzten beiden Jahren gesammelten Erfahrungen werden es ermöglichen, das Reglement über die Fachmittelschulausbildung anzupassen.
Die Fachmaturität im Berufsfeld Pädagogik
Die Fachmaturität im Berufsfeld Pädagogik (FMPA) bildet speziell für die Zulassung zur Ausbildung von Lehrpersonen für die Primarstufe aus, die an einer Pädagogischen Hochschule (PH) bzw. in Freiburg an der Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Freiburg stattfindet. Die Ausbildung richtet sich an Inhaberinnen und Inhaber eines FMS-Ausweises im Berufsfeld Pädagogik. Die Ausbildung umfasst 32 Wochen mit 26 Lektionen, verteilt auf 4 Unterrichtstage. Diese Kurse zielen darauf ab, die spezifischen Grundkenntnisse zu vertiefen, die für Vorschul- und Primarlehrpersonen unerlässlich sind. Zusätzlich muss eine Fachmaturitätsarbeit in Pädagogik (FMAPA) geschrieben werden. Die theoretische Ausbildung wird durch ein Praktikum ergänzt, das es den Personen in Ausbildung ermöglicht, ihre berufliche Identität zu festigen.