BYOD (Bring Your Own Device) bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigenen IT-Geräte in die Schule mitbringen und in den Schulalltag integrieren. Die Einführung von BYOD / AVEC wird zu Beginn des Schuljahres 2022/23 in den Gymnasien, Fachmittelschule und Handelsmittelschule des Kantons durchgeführt.

Die Digitalisierung verändert die Gesellschaft rasant und beeinflusst somit auch das Bildungswesen. In der nachobligatorischen Schule hat sich die Nutzung von Informatiktools in den letzten zwanzig Jahren ständig weiterentwickelt. Medien- und ICT-Kompetenzen sind wesentliche Bestandteile der Studierfähigkeit und gehören in einer Informationsgesellschaft zu den beruflichen Schlüsselqualifikationen.

Die Einführung von BYOD auf der Sekundarstufe 2 soll der Lehrperson eine zusätzliche Möglichkeit geben, ihre pädagogischen Ansätze zu variieren, und den Lernenden einen leichteren Zugang zu digitalen Ressourcen ermöglichen.

Die Covid-19-Pandemie und der damit erforderliche Fernunterricht unterstrich die Notwendigkeit der Digitalisierung. Die Vorarbeiten zur BYOD-Einführung erleichterten die Bereitstellung einheitlicher, sicherer Anwendungen, die den Bedürfnissen dieser Ausnahmesituation gerecht wurden. Schülerinnen, Schüler und Lehrerpersonen konnten in diesem Zusammenhang wertvolle Erfahrungen sammeln.

 > Der BYOD-Ansatz: Fragen und Antworten

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler

BYOD / AVEC betrifft Schulen der Sekundarstufe 2, d.h. Gymnasium, Fachmittelschule und Handelsmittelschule.

Nach der Einreichung einer Volksmotion im Februar 2019 (Volksmotion 2019-GC-139) hat die EKSD beschlossen, die allgemeine Einführung von BYOD um ein Jahr, auf Schuljahrbeginn  2022/23 zu verschieben. Inzwischen werden die laufenden Pilotprojekte aber weitergeführt und ausgeweitet.

Hinweis: Schülerinnen und Schüler, die momentan im Gymnasium oder an der Fachmittelschule eingeschrieben sind, nehmen an BYOD nicht teil, ausser sie sind an einem Pilotprojekt beteiligt.

Ein pädagogisches Werkzeug für den Unterricht

Das BYOD-Konzept (Bring Your Own Device) in den Freiburger Gymnasien, an den Handelsmittelschulen und den Fachmittelschulen ist eine Chance, da

  • den Lehrpersonen eine zusätzliche Möglichkeit gegeben wird, ihre pädagogischen Ansätze zu variieren;
  • die Möglichkeit gegeben wird, das Lernen grundlegend zu verändern;
  • den Schülerinnen und Schülern einen leichteren Zugang zu digitalen Ressourcen ermöglicht wird.

Es ist die Lehrperson, die entscheidet, wann und wie die Schülerinnen und Schüler ihre Computer im Klassenzimmer benutzen. Der Unterricht bleibt gemischt: Bücher und Computer werden eingesetzt und ergänzen sich. BYOD ist nicht der alleinige pädagogische Ansatz, sondern er soll in das Bestehende aufgenommen werden.

Die Anpassung der Lehr- und Lernmittel erfolgt schrittweise. Den Lehrpersonen werden Weiterbildungen und Möglichkeiten für den Austausch von bewährter Praxis angeboten, damit sie ihre technischen und didaktischen Kenntnisse erweitern können.

Die Schülerin oder der Schüler bringt den eigenen Computer mit

Die Mittelschuldirektorenkonferenz hat Empfehlungen erarbeitet, um die Schülerinnen und Schüler, die einen Computer kaufen müssen, zu beraten: Angebot zum Kauf eines Computers durch SUS und Empfehlungen.

Der Kanton Freiburg stellt jeder Schülerin und jedem Schüler ein kostenloses Office 365 Konto zur Verfügung, das mit seiner Software die Grundlage des digitalen Unterrichts bildet. Die durch COVID-19 zwangsweise Umstellung auf den Fernunterricht - ab März 2020 - hat die Relevanz dieser einheitlichen, neuen und sicheren Anwendungen bewiesen.

Der Computer ist Teil des Schulmaterials. Für die Ausbildung an den weiterführenden Schulen, sowohl an den Mittelschulen wie auch an den Berufsschulen, sind die Eltern für das Schulmateriel verantwortlich.

Eine koordinierte Digitalisierung des Bildungswesens

BYOD entspricht dem vom Staatsrat im Mai 2017 verabschiedeten Konzept Medien und IKT  sowie der Strategie der EDK vom 21. Juni 2018 für den Umgang mit Wandel durch Digitalisierung im Bildungswesen und dem Plan d'action der CIIP vom 22. November 2018 für digitale Bildung.

In den meisten Kantonen, aber besonders in der Deutschschweiz, existieren bereits BYOD-Konzepte oder sie sind in Planung. Die gemachten Erfahrungen sind durchaus positiv und haben beispielsweise den Kanton Basel-Stadt bewogen, die ursprünglich für Sommer 2021 geplante flächendeckende Einführung des BYOD-Konzepts bereits im Sommer 2020 zu starten.

Nachdem in den Jahren 2010 alle Klassenzimmer der Mittelschulen mit Projektionseinrichtungen ausgestattet wurden, ist BYOD der nächste Schritt, damit alle Beteiligten der Schule von den Vorteilen der Digitalisierung im Bildungswesen profitieren können. Diese Lösung entspricht auch den Bedürfnissen, die sich mit der Einführung von Informatik als Grundlagenfach ab Schuljahresbeginn 2019 ergeben haben.

Wer macht was?

Der Staat sorgt für eine den technischen Anforderungen entsprechende Infrastruktur, insbesondere für ein leistungsfähiges WLAN-Netz für die Schulen. Er stellt Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen das Programmpaket Office 365 kostenlos zur Verfügung; er unterstützt und koordiniert die nötige Weiterbildung durch die Fachstelle Fritic; er ermöglicht Schülerinnen und Schüler, Computer zu Vorzugspreisen zu beziehen.

Die jeweiligen Schuldirektionen haben gemeinsam mit Fritic den Mindeststandard für die Geräte der Schülerinnen und Schüler festgelegt. Sie tauschen ihre Erfahrungen aus und beschliessen gegebenenfalls, einzelne Themen gemeinsam umzusetzen.

Jede Schuldirektion legt in Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen die Bedingungen für den Einsatz von BYOD in der Schule fest. Sie ermittelt auch den Bedarf an Weiterbildung und organisiert diese. Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler mit bescheidenen Mitteln, damit sie sich entsprechend ausstatten können.

Lehrpersonen der selben Fachschaft tauschen sich zu dieser Thematik aus und schlagen der Schuldirektion Lehrmittel vor.

Die einzelne Lehrperson stellt durch kontinuierliche Weiterbildung sicher, dass sie über die notwendigen Fähigkeiten für BYOD verfügt. In Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen bestimmt sie sinnvolle pädagogische Ansätze.

Die Schülerin oder der Schüler muss über einen den festgelegten Standards entsprechenden und funktionstüchtigen Computer verfügen.

Vorbereitungen und Koordination im Gange

Aufgrund der Einreichung der Volksmotion 2019-GC-139 hat die EKSD beschlossen, die Einführung von BYOD auf den Beginn des Schuljahres 2022/23 zu verschieben. Die bis dahin gewonnene Zeit wird zur guten Vorbereitung und Koordination der Beteiligten genutzt.

Das Amt für Unterricht der Sekundarstufe 2 (S2) erweitert, in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden, das Weiterbildungsangebot für Lehrpersonen. Es gibt keine Frist, bis zu der Lehrpersonen über digitale Basiskompetenzen verfügen müssen. Es wird aber eine kontinuierliche Weiterbildung verlangt.  

Die Lehrpersonen haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, sich in ihrem Fachbereich sowie in didaktischen und pädagogischen Belangen regelmässig weiterzubilden. Für die basalen digitalen Kompetenzen werden in den Schulen Weiterbildungen organisiert. Gleichzeitig können auch spezifische Kurse in Weiterbildungsinstitutionen besucht werden. Zudem wurden Gruppen für den Austausch bewährter Praxis eingerichtet, in denen Lehrpersonen ihre Erfahrungen teilen können.

Die Schuldirektionen werden mit Unterstützung der Fachkonferenzen ihr pädagogisches Konzept ausfeilen. Diese haben dazu Weiterbildungstage organisiert, Diskussionsforen geleitet und Steuergruppen eingesetzt. Bei dieser Arbeit konnten sie sich auch auf die pädagogischen Konzepte anderer Pilotschulen stützen, besonders der Handelsmittelschule Gambach und des Interkantonalen Gymnasiums der Region Broye (GYB). Die ersten Auswertungen sind positiv und geben wertvolle Kentnisse für eine erfolgreiche Einführung von BYOD.

Schließlich wurde eine Begleitgruppe der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie in den Mittelschulen eingesetzt. Sie setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Eltern, derSchülerschaft, der Bildungsinstitutionen, der Universität, den Mitgliedern des Comités pour une utilisation raisonnée du numérique CURN, sowie Bildungsverantwortlichen des Kantons zusammen. Ihre Überlegungen werden den kantonalen Gremien übermittelt.

Der BYOD-Ansatz: Fragen und Antworten

Die Anwendung von Informatiktools im Unterricht wirft in der Öffentlichkeit viele Fragen auf. Im Folgenden dazu Antworten auf verschiedene Fragen.

  • Der BYOD / AVEC Ansatz wird mit Schuljahr 2022/23, also ab August 2022, in allen Mittelschulen der ersten Klassen eingeführt.

    Einige Klassen der Handelsmittelschule Gambach, der Handelsschule des Kollegiums des Südens und des Interkantonalen Gymnasiums der Region Broye (GYB) haben diesen Ansatz im Rahmen von Pilotprojekten bereits übernommen.

  • BYOD betrifft die Schulen der Sekundarstufe 2, d.h. Gymnasium, Fachmittelschule und Handelsmittelschule.

    Die Einführung von BYOD betrifft die Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2022/23 in einer ersten Klasse sein werden. In der Zwischenzeit nehmen Klassen der Handelsmittelschule und des Kollegiums Gambach, der Handelsmittelschule des Kollegiums des Südens und des Interkantonalen Gymnasiums der Region Broye (GYB) an Pilotprojekten teil.

  • BYOD

    • gibt den Lehrpersonen eine zusätzliche Möglichkeit, um pädagogische Ansätze zu variieren;
    • kann das Lernen grundlegend verändern;
    • ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen leichteren Zugang zu digitalen Ressourcen.

    BYOD entspricht dem vom Staatsrat im Mai 2017 verabschiedeten Konzept Medien und IKT  sowie der Strategie der EDK vom 21. Juni 2018 für den Umgang mit Wandel durch Digitalisierung im Bildungswesen und dem Plan d'action der CIIP vom 22. November 2018 für digitale Bildung.

    In den meisten Kantonen, aber besonders in der Deutschschweiz, existieren bereits BYOD-Konzepte oder sie sind in Planung. In der Westschweiz sind entsprechende Überlegung im Gange.

  • Für die Ausbildung an den weiterführenden Schulen, sowohl an den Mittelschulen als auch an den Berufsschulen, sind die Eltern für das Schulmaterial verantwortlich. Dies ist so im Gesetz über den Mittelschulunterricht (MSG) vorgesehen. Danach bezahlen die Eltern die Einschreibegebühr, das Schulgeld, das Schulmaterial und die Kosten für verschiedene Aktivitäten. Der Staat übernimmt die Investitions- und Betriebskosten.

    Die Mittelschuldirektorenkonferenz hat Empfehlungen erarbeitet, um die Schülerinnen und Schüler, die einen Computer kaufen müssen, zu beraten: Angebot zum Kauf eines Computers durch SUS und Empfehlungen.Um die Anschaffungskosten für die Eltern zu senken, stellt die Fachstelle Fritic auf ihrer Website Vorzugsangebote von (vorwiegend Freiburger) Unternehmen zusammen.

  • Mindeststandard, Empfehlungen und Angebote für den Kauf eines Computers durch Schülerinnen und Schüler sind auf der Fritic Webseite verfügbar.

    Der Kauf eines Computers ist eine Investition für mehrere Jahre, da die Studierenden die Geräte auch für das Studium auf der Tertiärstufe (Universität, Fachhochschule oder Pädagogische Fachhochschule) nutzen können.

  • Für Eltern mit bescheidenem Einkommen besteht die Möglichkeit, für Kinder in der nachobligatorischen Ausbildung ein kantonales Stipendium zu beantragen. Für allfällige Härtefälle könnten Lösungen gefunden werden. Ausserdem wurden in den Schulen während der Zeit des Fernunterrichts Börsen für Computer organisiert.

  • Es ist die Lehrperson, die entscheidet, wann und wie die Schülerinnen und Schüler ihre Computer im Klassenzimmer benutzen. Der Unterricht bleibt gemischt: Bücher und Computer werden eingesetzt und ergänzen sich. BYOD ist nicht der alleinige pädagogische Ansatz, sondern er soll in das Bestehende aufgenommen werden. Der reflektierte und pädagogisch sinnvolle Einsatz der digitalen Medien hängt auch stark vom Unterrichtsfach ab.

    Medien- und ICT-Kompetenzen sind essenzieller Bestandteil der Studierfähigkeit und gehören in einer Informationsgesellschaft zu den beruflichen Schlüsselqualifikationen.

    Aus den Erfahrungen des durch Covid-19 bedingten Fernunterrichts geht klar hervor, dass der Klassenverbund für die Schülerinnen und Schüler ein essenzielles soziales Gefüge und das persönliche Band zwischen Lehrkraft und Lernenden von zentraler Bedeutung für den Lernerfolg ist. Die Digitalisierung der Bildung stellt diese Prinzipien nicht in Frage, sondern öffnet die Tür zu anderen Formen des Lernens und der Zusammenarbeit.

  • Mit M365 wird den Schulen eine sichere Lösung zur Verfügung gestellt. Die Kantonale Behörde für Öffentlichkeit und Datenschutz (ÖDSB) hat die Verwendung von M365 für Schulen validiert

    Für die Datennutzung gelten im Bildungswesen spezifische Rahmenbedingungen, die von den Datenschutzverantwortlichen des Bundes validiert wurden. Die Daten werden in der Schweiz verarbeitet und können nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

  • Der BYOD -Ansatz vernachlässigt die Risiken nicht, die mit der längeren Bildschirmzeitdauer verbunden sind, obwohl ein kausaler Zusammenhang von Bildschirmzeit und psychischen oder physischen Gesundheitsproblemen und -schäden schwer nachzuweisen ist.

    Die Computer werden im Unterricht punktuell und wohldosiert eingesetzt, womit das Risiko einer übermäßigen Bildschirmzeitdauer begrenzt wird.

    Das schulische Umfeld bietet zudem die Chance zur pädagogischen Sensibilisierung für Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit der Nutzung von digitalen Geräten und Informationssystemen. Diese Anwendung sollte nicht auf Freizeitaktivitäten oder den Austausch zwischen Freunden über soziale Netzwerke beschränkt bleiben.

  • Das BYOD-Konzept führt zu einer nachhaltigen Hardware-Nutzung. Die Geräte, welche die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich privat bereits benutzen, werden durch den schulischen Einsatz optimaler genutzt und ausgelastet.

    Da in der Herstellungsphase am meisten Energie verbraucht wird, ist aus ökologischer Sicht eine längere und intensivere Nutzung der Geräte vorteilhaft.

    Zusätzlich kann mit dem BYOD-Konzept die Nutzung digitaler Informationssysteme in verantwortungsvoller und ressourcenschonender Weise erlernt werden.