Hier finden Sie nützliche Informationen über BYOD (Bring Your Own Device), auf Deutsch: «Bring dein eigenes Gerät mit», das in den Freiburger Gymnasien, der Handelsmittelschule und an der Fachmittelschule umgesetzt wird.

foto de jeunes préparant une séance avec ordinateur
BYOD © Alle Rechte vorbehalten

Die Nutzung von Informatiktools im post-obligatorischen Bildungswesen hat sich in den letzten zwanzig Jahren ständig weiterentwickelt. BYOD ist ein weiterer Schritt in der Digitalisierung des Unterrichts an allgemeinbildenden Schulen (Gymnasien, Fachmittelschule). Während Freiburg in der Westschweiz eine Vorreiterrolle spielt, haben sich die Gymnasien in der Deutschschweiz bereits seit 2014 für dieses Konzept entschieden. Mehr als 50 werden es bis zu Schuljahresbeginn 2020 nutzen, wie auch zahlreiche Berufsschulen.

Erwarteter Vorteil

Das BYOD-Konzept (Bring Your Own Device) in den Freiburger Gymnasien, an der Handelsmittelschule und an der Fachmittelschule ist eine Chance,

  • Lehrpersonen eine zusätzliche Möglichkeit zu geben, ihre pädagogischen Ansätze zu variieren und
  • Schülerinnen und Schülern einen leichteren Zugang zu digitalen Ressourcen zu ermöglichen.

Nachdem in den Jahren 2010 alle Klassenzimmer mit Projektionseinrichtungen ausgestattet wurden, ist BYOD der nächste Schritt, um alle Beteiligten der Schule von den Vorteilen der Digitalisierung im Bildungswesen profitieren zu lassen. Sie entspricht auch den Bedürfnissen hinsichtlich der Einführung von Informatik als Wissenschaft ab Schuljahresbeginn 2019.

Die betroffenen Schülerinnen und Schüler

Die Umsetzung startet mit den Schülerinnen und Schülern, die im August 2021 den Unterricht in den Freiburger Gymnasien, an der Handelsmittelschule oder an der Fachmittelschule beginnen.

Die Einführung ist über 4 Jahre geplant, den Fortschritten der ersten Schülerinnen und Schüler angepasst. Die Schülerinnen und Schüler der Handelsmittelschule nehmen bereits am Pilotprojekt teil.

NB: Schülerinnen und Schüler die momentan im Gymnasium oder an der Fachmittelschule sind, nehmen also nicht am Projekt teil, ausser sie wiederholen oder nehmen ihr Studium nach einem Unterbruch wieder auf. Schülerinnen und Schüler der obligatorischen Schule (Primar- und Orientierungsschule) betreffen dieses Projekt nicht.

Die Lehrperson entscheidet, wann die Schülerinnen und Schüler ihre Computer benutzen

Es ist die Lehrperson, die entscheidet, wann und wie die Schülerinnen und Schüler ihre Computer im Klassenzimmer benutzen. Der Unterricht bleibt gemischt: Bücher und Computer koexistieren und ergänzen sich. BYOD ist nicht der einzige pädagogische Ansatz, der Lehrpersonen zur Verfügung steht.

Es ist nicht geplant, dass sämtliche Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen nächsten August mit einem völlig neuen Programm mit zahlreichen Einsatzmöglichkeiten des Computers empfangen. Manche Lehrpersonen dürften den Einsatz des Computers integriert haben, andere werden mehr Zeit benötigen, um ihren Unterricht anzupassen.

Wer macht was?

Der Staat gewährleistet eine den technischen Bedürfnissen entsprechende Infrastruktur, insbesondere durch ein leistungsfähiges WLAN-Netz für die Schulen. Er stellt Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen das Programmpaket Office 365 kostenlos zur Verfügung; er unterstützt und koordiniert die nötige Weiterbildung durch die Fachstelle Fritic; er ermöglicht Schülerinnen und Schüler Computer zu Vorzugspreisen zu beziehen.

Die jeweiligen Schuldirektionen haben gemeinsam mit Fritic den Mindeststandard für die Geräte der Schülerinnen und Schüler festgelegt. Sie tauschen Ihre Erfahrungen aus und beschliessen gegebenenfalls, einzelne Themen gemeinsam umzusetzen.

Jede Schuldirektion legt in Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen die Bedingungen für den Einsatz von BYOD in der Schule fest. Sie ermittelt auch den Bedarf an Weiterbildung und organisiert diese. Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler mit bescheidenen Mitteln, damit sie sich entsprechend ausstatten können.

Lehrpersonen die das gleiche Fach  unterrichten, sind gebeten, der Schuldirektion Lehrmittel vorzuschlagen.

Die Lehrperson stellt durch kontinuierliche Weiterbildung sicher, über die notwendigen Fähigkeiten für BYOD zu verfügen. In Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen bestimmt sie sinnvolle pädagogische Ansätze.

Die Schülerin oder der Schüler muss über einen den festgelegten Standards entsprechenden und funktionstüchtigen Computer verfügen.

Die Schülerin oder der Schüler nimmt den eigenen bereits vorhandenen Computer mit oder kauft sich ein neues Gerät

Der Staat stellt jeder Schülerin und jedem Schüler ein kostenloses Office 365 Konto zur Verfügung, das mit seiner Software die Grundlage dieses digitalen Unterrichts bildet.

Die Konferenz der Schuldirektionen der Mittelschulen hat Empfehlungen erarbeitet, um die Schülerinnen und Schüler beim Kauf eines geeigneten Computers zu beraten:

Angebot zum Kauf eines Computers durch SUS und Empfehlungen

Der Computer wird als Schulmaterial angesehen. Nach der obligatorischen Schule sind die Eltern für das Schulmaterial sowohl in den allgemeinbildenden als auch in den Berufsschulen verantwortlich.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange

BYOD entspricht dem vom Staatsrat im Mai 2017 verabschiedeten Konzept Medien und IKT  sowie der Strategie der EDK vom 21. Juni 2018 für den Umgang mit Wandel durch Digitalisierung im Bildungswesen und dem Plan d'action der CIIP vom 22. November 2018 für digitale Bildung.

Die Vorbereitungen der Schuldirektionen, der Lehrpersonen und des Staates schreiten gut voran, nicht zuletzt dank den seit 2017 gesammelten Erfahrungen der Handelsmittelschule Gambach und deren regelmässigen Rückmeldungen.  

Radio Gambach präsentiert: FÜR oder GEGEN den Computer im Klassenzimmer? Schüler und Lehrer diskutieren

Anstatt Ressourcen in die Entwicklung eines sehr detaillierten Konzepts zu investieren, das nach Abschluss aller geplanten Phasen schon überholt sein könnte, hat die EKSD einen klaren Rahmen definiert. In diesem Rahmen können sich Schuldirektion und Lehrpersonen frei organisieren und den Unterricht entsprechend anpassen.

Ausbildungsmassnahmen wurden so geplant, dass sie sowohl den Bedürfnissen als auch der Vorbereitungszeit gerecht werden. Es gibt keine Frist, bis wann alle Lehrpersonen bereit sein müssen, da die kontinuierliche Verbesserung Priorität hat. Es sind die Erfahrungen und Rückmeldungen, was gut funktioniert und was noch verbessert werden muss, die das BYOD Projekt in vielen Aspekten (Pädagogik, Infrastruktur, Gesundheit, Sicherheit usw.) immer bedeutender machen.

Das Projekt wird also in einem flexiblen Modus durchgeführt.

Aktuelles aus den Mittelschulen

Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, um den neuen Ansatz bestmöglich in den Unterricht zu integrieren. Eine Gruppe evaluiert beispielsweise die pädagogischen Rahmenbedingungen für die digitale Integration in den Mittelschulen (umgedrehter Unterricht bzw. Flipped Classroom oder Inverted Classroom, Online-Kurse, neue Tools, ...), eine andere Gruppe definiert die technische Unterstützung der Schülerinnen und Schüler und die ihnen angebotenen Einrichtungen, wie etwa über die Schuldrucker auszudrucken.

Ansprechpersonen wurden ausgebildet und stehen Lehrpersonen in jeder Schule zur Verfügung.

Pädagogische Tagungen wurden organisiert und den Lehrpersonen wurde interne Fortbildung angeboten. Weiterbildungen sind verfügbar oder können auf Anfrage der Lehrpersonen ihren Bedürfnissen entsprechend organisiert werden.

Die digitale Schule wird debattiert

Die Anwendung von Informatiktools im Unterricht wirft viele Fragen auf. « Entre l’enthousiasme des uns et les craintes des autres, la recherche montre une voie médiane, dans laquelle la technologie – ancienne ou moderne – n’est ni dieu, ni diable, mais humainement valable si elle s’utilise à bon escient, donc avec discernement ». Den französischen Artikel von Olivier Maulini,  Professor an der Universität Genf kann hier eingesehen werden: https://www.ciip.ch/files/178/Bulletins_CIIP/Bulletin_CIIP_05_2020_01_Ecole_Num.pdf

Beim Sekretariat des Grossen Rotes ist eine Volksmotion am 28. Februar 2020 eingereicht worden, die ein dreijähriges Moratorium für die allgemeine Einführung des Konzepts BYOD/AVEC an den Freiburger Mittelschulen verlangt. Das Verfahren, das es dem Grossen Rat ermöglicht, sich zu diesem verlangten Moratorium zu äussern, wird einige Zeit in Anspruch nehmen. So lange, dass das Projekt um ein Jahr aufgeschoben werden muss.
Die News lesen: Nach Einreichung einer Volksmotion für ein Moratorium an den Grossen Rat: Allgemeine Einführung des Konzepts BYOD/AVEC wird um ein Jahr aufgeschoben