Das Jahr 2025 stand weiterhin im Zeichen zunehmender handelspolitischer Spannungen und der Einführung neuer US-Zölle. Gleichzeitig prägten die laufenden Gespräche zwischen der Schweiz und der Europäischen Union über die Weiterentwicklung ihrer bilateralen Beziehungen die wirtschaftliche Lage. Hinzu kamen ein starker Schweizer Franken sowie eine schwache Konjunktur in Europa, insbesondere in Deutschland.
Trotz dieses herausfordernden Umfelds wurden die Investitionsprojekte im Kanton Freiburg weitergeführt. Die WIF begleitete 2025 insgesamt 36 Projekte, gegenüber 32 im Vorjahr. Diese dürften in den kommenden Jahren 412 Arbeitsplätze schaffen und Investitionen von knapp 160 Millionen Franken auslösen, nach 115 Millionen im Jahr 2024.
Über die letzten zehn Jahre liegt die Zahl der unterstützten Projekte im Durchschnitt (36 Projekte pro Jahr). Die angekündigten Arbeitsplätze bleiben hingegen unter dem langjährigen Mittel (561 Arbeitsplätze), was auf eine vorsichtigere Planung der Unternehmen hinweist. Getragen von einigen grossen Industrieprojekten bleiben die Investitionen jedoch auf einem hohen Niveau und übertreffen den Durchschnitt des letzten Jahrzehnts (148 Millionen Franken).
Für Staatsrat Olivier Curty, Vorsteher der Volkswirtschaftsdirektion, sind diese Ergebnisse bemerkenswert: «Die Freiburger Unternehmen investieren und entwickeln ihre Aktivitäten weiter – trotz der Unsicherheiten, die auf der Weltwirtschaft lasten. Ich danke ihnen für ihr Engagement und für das Vertrauen, das sie in die Stärken und Rahmenbedingungen des Kantons Freiburg setzen.»
Industrieprojekte von grosser Bedeutung
Mehrere Projekte unterstreichen die Dynamik des industriellen Sektors im Kanton. In Bulle kündigte UCB Farchim ein Investitionsprogramm zur Unterstützung seines Wachstums und zur Erweiterung seiner Produktionskapazitäten an. In Domdidier hat die Wago Contact AG den Ausbau ihres Standorts vorangetrieben, um die Entwicklung ihrer Technologien in den Bereichen Verbindungstechnik und Automatisierung zu stärken.
Neben Erweiterungsprojekten wurden im Kanton dreizehn neue Ansiedlungen verzeichnet. Sechs Schweizer und sieben ausländische Unternehmen – aus Belgien, Frankreich, Monaco, Polen, Brasilien und den USA – haben sich 2025 im Kanton Freiburg niedergelassen.
Zu diesen Ansiedlungen mit hoher Wertschöpfung gehört unter anderem Caladrius SA, ein französisches Unternehmen, das auf die Herstellung ultrafeiner Metallpulver für die additive Fertigung spezialisiert ist, insbesondere für die Luftfahrt, die Präzisionsindustrie und den medizinischen Bereich. Das Unternehmen hat sich über das Netzwerk GGBa (Greater Geneva Bern area) in Murten angesiedelt und leistet mit dem Recycling von Metallen einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Ein weiteres Beispiel ist Meanwhile Swiss AG, tätig im Bereich der autonomen mobilen Robotik, die sich im Marly Innovation Center (MIC) niedergelassen hat.
Jerry Krattiger, Direktor der WIF, betont die Vielfalt der wirtschaftlichen Entwicklungen im Kanton: «Die Einweihung des neuen Werks von Mestel im Jahr 2025 steht exemplarisch für den erfolgreichen Abschluss ambitionierter Industrieprojekte im Kanton. Die Investitionen von Unternehmen wie UCB Farchim oder Wago zeigen, dass sich die Freiburger Industrie weiterentwickelt und stärkt. Gleichzeitig bestätigt die Ansiedlung neuer Schweizer und internationaler Unternehmen die Attraktivität des Kantons Freiburg für innovative Projekte mit hoher Wertschöpfung.»
Kollaborative Projekte als Innovationstreiber
Die WIF ist zudem für die Umsetzung der Neuen Regionalpolitik zuständig. Im Jahr 2025 wurden 23 Projekte mit einem Gesamtförderbetrag von 2,52 Millionen Franken unterstützt. Dazu gehört unter anderem H2TICE, das erste Projekt aus einem Aufruf für kollaborative Projekte. Ziel ist die Entwicklung einer Lösung zur Umrüstung von Lastwagen auf einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor.
Im Jahr 2025 wurde zudem die neue Identität fribourg.swiss lanciert, die darauf abzielt, die Freiburger Wirtschaft über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus international besser zu positionieren. Sie umfasst eine Website, einen Newsletter sowie einen eigenen LinkedIn-Auftritt. Die Ausgabe 2025 des Magazins fribourg.swiss, die am Richemont Campus in Villars-sur-Glâne vorgestellt wurde und sich dem Thema Luxus und Exzellenz widmet, hebt insbesondere die Entstehung eines dynamischen Uhrenclusters im Kanton hervor.
Die WIF setzt damit ihre Arbeit zur Begleitung von Unternehmen und zur Stärkung der Positionierung des Kantons konsequent fort. Mit einer jungen Bevölkerung, einem dynamischen Innovationsökosystem und attraktiven Industrieflächen verfügt der Kanton Freiburg über gute Voraussetzungen, um seine wirtschaftliche Entwicklung weiter zu stärken und zu erneuern.
Mestel – Spitzentechnologie im Dienst der Luxusindustrie
Die diesjährige Medienkonferenz der WIF findet am Standort von Mestel in Rossens statt, wo das Unternehmen kürzlich eine hochmoderne Produktionsanlage eröffnet hat. Diese Infrastruktur der neuesten Generation stärkt die Produktionskapazitäten und unterstreicht das Engagement des Unternehmens für Innovation und Qualität.
Die in der Schweiz und in Italien ansässigen Unternehmen Mestel SA und Mestel RSS, Tochtergesellschaften der Antama-Gruppe, zählen weltweit zu den führenden Akteuren in der Entwicklung und Herstellung von Komponenten für die Uhren- und Modeindustrie.
Mit ihrer ausgewiesenen Expertise im Bereich Kautschuk entwickelt und produziert das Unternehmen hochwertige Lösungen, die den höchsten Anforderungen der Luxusbranche gerecht werden. Es verbindet italienisches Design mit Schweizer Qualität und beschäftigt rund 200 Mitarbeitende in der Schweiz und in Italien, davon 80 in Rossens.