Der erste Windmessmast, der ab Februar 2025 für ein Jahr in der Gemeinde Billens-Hennens gestanden ist, wurde am 4. März 2026 abgebaut und das genutzte Grundstück konnte wieder der Landwirtschaft zugeführt werden. Die Windmessungen fanden im Rahmen eines Auftrags statt, den der Grosse Rat dem Staatsrat im März 2024 erteilt hat und der eine Messkampagne an den sieben Windenergiestandorten des kantonalen Richtplans verlangte.
Zur Wahrung der Transparenz wurden die gemessenen Daten täglich auf der Website www.freiburg-wind.ch veröffentlicht und aktualisiert. Die Meteotest AG hat die Daten einer detaillierten Analyse unterzogen und ein Gutachten erstellt. Der Bericht ist auf der genannten Website verfügbar und bestätigt das langfristige Potenzial des Standorts.
Qualität der Modellierung vollständig bestätigt
Die Windgeschwindigkeiten wurden wissenschaftlich und insbesondere nach den geltenden Standards ermittelt, um saisonale und jährliche Schwankungen zu berücksichtigen. Im Beobachtungszeitraum und nach Anwendung des langfristigen Korrekturfaktors (+9,6 %) ergaben sich folgende durchschnittliche Windgeschwindigkeiten am Standort des Mastes:
- 5.21 m/s in 100 Metern Höhe
- 5,82 m/s in 150 Metern Höhe, extrapoliert aus den mit einem LiDAR-Lasermesssystem ermittelten Windprofilen.
Der Schweizer Windatlas 2019 (https://www.uvek-gis.admin.ch/BFE/storymaps/EE_Windatlas/?lang=de ) – der konservativer berechnete Werte als der Atlas aus dem Jahr 2016 enthält, der 2017 bei der Windenergieplanung angewendet wurde –, gibt für den Standort Geschwindigkeiten von 5,3 m/s in 100 Metern Höhe und 5,7 m/s in 150 Metern Höhe an. Die Qualität der Modelle, die im Rahmen der kantonalen Planung für das Gebiet «Côte du Glâney» angewendet wurden, wird damit voll und ganz bestätigt.
Gemäss den Analysen von Meteotest beläuft sich die theoretische Nettoproduktion einer Windkraftanlage vom Typ Enercon E-138 mit einer Leistung von 4,26 MW bei einer Nabenhöhe von 100 Metern auf 8'092'000 kWh pro Jahr und bei einer Nabenhöhe von 150 Metern auf 9'751'000 kWh pro Jahr.
Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch der Haushalte der Gemeinde Billens-Hennens wird auf etwa 2'000'000 kWh geschätzt und würde somit durch die Produktion einer einzigen Windkraftanlage mehr als gedeckt werden.
Komplementarität mit der Solarstromerzeugung
Die im Bericht dargelegte Analyse des Windenergiepotenzials im Tages- und Jahresverlauf zeigt auch die Komplementarität zur Solarstromerzeugung. Denn die geschätzte Windenergieproduktion ist in den Nachtstunden und in den Herbst- und Wintermonaten tendenziell höher. Das ist genau in den Zeiten, in denen weniger oder gar kein Solarstrom produziert wird.
Nächste Schritte
Der Windmessmast von Billens-Hennens wird ab Mai 2026 auf dem Gebiet «Collines de la Sonnaz» aufgestellt.
Der zweite Mast, der in Surpierre steht, wird im Mai abgebaut. Er wird voraussichtlich im August 2026 in der Gemeinde Sâles auf dem Gebiet «Autour de l’Esserta» wieder aufgebaut.