Eine im Jahr 2024 veröffentlichte, breit angelegte Studie zum Entwicklungspotenzial der Wasserkraft im Kanton Freiburg kam zum Schluss, dass das Steigerungspotenzial für die Erzeugung von erneuerbarem Strom aus Wasserkraft nur begrenzt ist. Unter den geprüften Projekten stach jenes des Umleitkraftwerks Schiffenen-Murten (das Projekt SCHEM) deutlich hervor, das gemäss Schätzungen eine jährliche Produktionssteigerung von etwa 100 GWh ermöglicht. In dieser Studie wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die kantonale Wasserkraftleistung jedoch nur in begrenztem Umfang untersucht.
Zur Vertiefung dieser Analyse hat die Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektion über das Amt für Energie dem auf Hydrologie spezialisierten Ingenieurbüro Hydrique Ingénieurs den Auftrag erteilt, die Entwicklung der Wasserkraftproduktion des Kantons bis 2100 unter Berücksichtigung der Klimaerwärmung zu bewerten.
Das Ingenieurbüro hat auf der Grundlage der Daten für den Zeitraum 2015–2025 ein Modell der Wassermengen entwickelt und kalibriert, die den Wasserkraftanlagen des Kantons zufliessen. Dieses Modell wurde anschliessend verwendet, um die Entwicklung der Wasserkraftproduktion auf der Grundlage der Klimaszenarien CH2025 des Bundes zu simulieren, die den neuesten wissenschaftlichen Prognosen zur Klimaentwicklung in der Schweiz entsprechen.
Die neue Studie zeigt, dass das kantonale Wasserkraftpotenzial langfristig voraussichtlich leicht zurückgehen oder stabil bleiben dürfte, sofern das SCHEM-Projekt umgesetzt wird. Obwohl die Prognosen auf einen leichten Anstieg der Niederschläge hindeuten, wird der Temperaturanstieg auch zu einer vermehrten Verdunstung führen. Das Zusammenspiel dieser beiden Effekte erklärt die Studienergebnisse.
Diese Studie wurde mit Unterstützung des kantonalen Klimaplans erarbeitet: