Rückläufige Kriminalität, ausser im Internet!

21. März 2016 -09h45

Die Straftaten gingen im 2015 im Kanton Freiburg weiter zurück. Bei den Einbrüchen und Raubüberfällen wurde ein markanter Rückgang festgestellt, hingegen schnellte die Anzahl der Straftaten im Internet in die Höhe; dies bestätigt, dass es sich heute um eine wahre Herausforderung punkto Sicherheit für die Gesellschaft handelt. 

Bedeutend weniger Einbrüche…
Die Tendenz bestätigt sich: die Straftaten nach Strafgesetzbuch (StGB) sind erneut weniger zahlreich in unserem Kanton, mit einem Rückgang von 5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Einbrüche verzeichnen ein Rekordminus (-28 %) und es wurden in den letzten fünf Jahren nie so wenige verübt (1'102 Fälle)! Ebenfalls wurden bedeutend weniger Raubüberfälle verzeichnet, nämlich 34 gegenüber 65 im Vorjahr.

…aber eine markante Zunahme der Internetstraftaten!
Im 2015 ist die Zahl der Internetstraftaten drastisch angestiegen. Es sind "klassische" Straftaten (Erpressung, Drohungen, Verleumdung, usw.) im Netz, aus einem entfernten Winkel und im Schutz der Anonymität. Die Betrüge im Internet stiegen von 118 auf 447 Fälle. Die Kantonspolizei hat den Kampf gegen die Cyberkriminalität zu einer Priorität erklärt und sich spezialisiert und zusätzliche Mittel eingesetzt, für ein effizienteres Vorgehen gegen diese Erscheinung der heutigen Gesellschaft.

Freiburg, gewalttätige Stadt?
Das Bundesamt für Statistik hat erstmals Häufigkeitszahlen (Anzahl Straftaten für 1000 Einwohner) für Städte mit über 30'000 Einwohner errechnet und sich dieses Jahr auf die Gewalt- und Vermögensstraftaten vokalisiert.


Mit 18,2 ‰ ist die Stadt Freiburg für die Gewaltstraftaten klarer Tabellenführer in der Schweiz.
Das Resultat ist sehr überraschend und entspricht nicht dem Empfinden der Behörden, der Polizisten und anderer Dienstleistungsberufe, sei es im medizinischen und sozialen Bereich oder im Bildungswesen. Es geht nun darum, Gründe für diesen Unterschied zwischen den vorliegenden Zahlen und dem subjektiven Empfinden der Realität im Alltag zu finden.


Dennoch kann dieser hohe Wert für die Stadt teilweise mit einer repressiveren Polizeiaktion erklärt werden, vor allem nachdem die Behörden eine besonders auf die Gewalt ausgerichtete Kriminalpolitik festgelegt haben (Null-Toleranz). Aufgrund dieser seit mehreren Jahren gewollten Politik werden die Fälle systematisch verfolgt und die Anzeigen der Polizei nahmen zu. Das trifft für Freiburg besonders bei der häuslichen Gewalt und der Gewalt gegen Beamte zu, die knapp die Hälfte der gemeldeten Gewaltstraftaten ausmachen.     

Werden die Straftaten nach StGB, insbesondere die Straftaten gegen das Vermögen (Diebstähle, Einbrüche usw.) berücksichtigt, liegen die Stadt und der Kanton Freiburg unter dem Schweizer Durchschnitt, und dies schon längerfristig.

Andere Gesetze
Dreiviertel der Straftaten nach Bundesgesetzen betreffen das StGB. Die Straftaten nach dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel stiegen leicht an (3'077, +8 %), im Gegensatz zum Ausländergesetz (1'662, -7 %).

Ausserdem im 2015…
Die Kantonspolizei hat 36'325 Fälle behandelt, d.h. im Durchschnitt 100 pro Tag.
Der Täter einer im Kanton Freiburg begangenen Straftat konnte in 42,6 %  der Fälle ermittelt werden. Der schweizerische Durchschnitt liegt bei 32 %.

Die Herkunft der Täter der Straftaten nach StGB verteilt sich folgendermassen: 49 % Schweizer,
33 % ansässige Ausländer, 16 % nicht ansässige Ausländer und 2 % Asylbewerber.