Das Label Grünstadt Schweiz wird von der Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter getragen und vom Bundesamt für Umwelt unterstützt. Es ermutigt die Gemeinden, das Vorhandensein und die Qualität von Parks, Biotopen und anderen grünen Infrastrukturen, die zur Biodiversität, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Lebensqualität im städtischen Raum beitragen, zu fördern und in Wert zu setzen.
Auf dem Weg zur Zertifizierung macht die Gemeinde zunächst eine Bestandesaufnahme und erarbeitet ein Massnahmenprojekt. Anschliessend werden die festgelegten Massnahmen umgesetzt und in einem externen Audit überprüft. Das Verfahren dauert zwischen 12 und 24 Monaten und wird von einer Beraterin oder einem Berater von Grünstadt Schweiz begleitet.
Ausführungsbeispiel
Die Stadt Bulle hat 2022 als erste Freiburger Gemeinde das Label Grünstadt Schweiz erhalten.
Konkret hat die Stadt mehrere Massnahmen umgesetzt:
- Die Produktion von jährlich rund 60 000 Pflanzen in der städtischen Gärtnerei erfolgt vollständig ohne Pflanzenschutzmittel sowie mit torffreier Erde und organischen Düngern.
- Die Stadt hat den Einsatz von Herbiziden auf öffentlichen Flächen vollständig eingestellt und fördert die Anpflanzung von Bäumen und Hecken einheimischer Arten, um ökologische Korridore und städtische Frischeinseln zu schaffen.
- Zudem führt sie Sensibilisierungsmassnahmen durch, unter anderem mit einem Lehrpfad zum Thema Bienen und mit partizipativen Pflanzaktionen für Schulklassen.
- Die Stadtgärtnerinnen und ‑gärtner arbeiten mit dem Verein A COUp VERT zusammen, um ein Bildungsprojekt zur Biodiversität zu entwickeln.
Nützliche Links
- Referenzseite auf der Website von Grünstadt Schweiz, auf der alle Städte aufgeführt sind, die bereits zertifiziert sind oder sich im Zertifizierungsprozess befinden
- Anleitung zur Erstellung eines wirksamen Massnahmenplans für nachhaltiges Handeln in Gemeinden