Das NHMF ist mehr als nur ein Gebäude mit Ausstellungsobjekten: Im Museum wird laufend inventarisiert, konserviert, recherchiert. Es werden Ausstellungen vorbereitet, Wissen wird vermittelt, Unterhaltung wird geboten und nicht zuletzt werden auch Fragen zu Flora und Fauna beantwortet.
Wichtige Ereignisse
Besuchszahlen: 57 285 Besucherinnen und Besucher im Jahr 2025
Das Naturhistorische Museum hat 2025 57 285 Besucherinnen und Besucher gezählt (60 026 im Jahr 2024), davon 6997 (7874) Schülerinnen und Schüler.
Kulturvermittlung: 46 % der Schülerinnen und Schüler
Fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler, die das Museum besuchen, tun dies im Rahmen eines Angebots der Kulturvermittlung.
Sammlungen und Wissenschaft: Strategie für naturhistorische Sammlungen in der Schweiz
Das Naturhistorische Museum hat die Strategie für naturhistorische Sammlungen in der Schweiz und das Online-Portal SwissNatColl mitentwickelt und leistet damit einen Beitrag dazu, naturwissenschaftliche Sammlungen für Publikum und Wissenschaft zugänglich zu machen.
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Die Bauarbeiten für das neue Museum sind 2025 vorangegangen. Die Betonarbeiten in der Tiefgarage, in den Treppenhäusern und im westlichen und östlichen Kernbereich wurden abgeschlossen, die Bodenplatten im Erdgeschoss und im ersten Stock wurden fertiggestellt und die Mauern im mittleren Kernbereich bis auf ihre endgültige Höhe hochgezogen. Die tragenden Holzpfeiler in den oberen Stockwerken wurden abgebaut, verstärkt und wieder eingebaut. Im ersten Stock wurde ein Deckenträger aus Holz eingebaut, ebenso wie der Holzfussboden, der als Basis für den künftigen Betonboden dient. Im zweiten Stock hat die Aufstockung des Gebäudes begonnen.
Parallel dazu wurde die neue Dauerausstellung weiterentwickelt. Die drei Szenografie-Teams, die in einem zweistufigen Studienauftragsverfahren ausgewählt worden waren, gestalten die vier Ausstellungssäle in enger Zusammenarbeit mit dem Museums-Team. Die Szenarien und Besuchsrundgänge wurden ausgearbeitet. Mit der Entwicklung des Ausstellungsmobiliars und der Platzierung der Ausstellungsobjekte hat sich die szenografische Projektarbeit konkretisiert. Fast 80 % der Sammlungsobjekte für die neuen Ausstellungsräume wurden ausgewählt und dokumentiert.
Vergrössern Saal zur Entwicklung der Beziehung des Menschen zur Natur © Mouvement Studio, Marie Douel et Noémie Gygax
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Sonderausstellungen
- 100 + 100, 100 einzigartige Paare erzählen 200 Jahre Geschichte (17.05.2024–09.02.2025)
- Pilze – #6 Biodiversität Freiburg (12.10.2024–23.02.2025)
- Küken (29.03–04.05.2025)
- Herbargeschichten – #7 Biodiversität Freiburg (14.06.2025–22.02.2026)
- Spuren – Fährten, Frass und Federn (15.11.2025–22.02.2026)
Die 40. Ausgabe der traditionellen Küken-Ausstellung lockte 25 264 Besucherinnen und Besucher an. Für die Ausstellung «Herbargeschichten», den siebten und letzten Teil der Ausstellungsreihe zur Biodiversität im Kanton Freiburg, hat das Museum mit Kunstschaffenden zusammengearbeitet, um einen neuen Blick auf naturwissenschaftliche Themen zu eröffnen: Das Duo Robi Voigt und Tobias Wursthorn schuf mithilfe von künstlicher Intelligenz die immersive Video- und Audioinstallation «Quantum Nature», und der Freiburger Fotograf Etienne Francey bereicherte die Ausstellung mit grossformatigen Bildern. Die Ausstellung «Spuren» wurde vom Naturmuseum Solothurn übernommen und mit Texten in Leichter Sprache ergänzt.
Dauerausstellung
Die Wechselvitrine Focus Museum, die sich aktuellen Stoffen aus der Natur widmet, präsentierte das Thema «Hautflügler – Das grosse Summen».
In Zusammenhang mit den Vorbereitungsarbeiten für den Umzug des Museums wurden die Vogeldioramen Anfang November definitiv für das Publikum geschlossen.
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Das Naturhistorische Museum bietet rund um seine Sammlungen und Ausstellungen ein vielfältiges Kulturvermittlungsprogramm an. Insgesamt profitierten 9896 (9908) Personen von 424 (435) Angeboten, was 17,3 % (16,5 %) aller Besucherinnen und Besucher entspricht. Für Erwachsene und Familien wurden 46 (47) Führungen und 49 (40) Veranstaltungen (Vernissagen, Museumsnacht, Abendveranstaltungen, Vorträge, Exkursionen, Ateliers usw.) organisiert, die von 2434 (2679) Personen besucht wurden. 15 dieser Veranstaltungen fanden ausserhalb des Museums statt, davon 7 in der Hütte der Fledermaus im Moncorwald in Villars-sur-Glâne und ein dreitägiger Anlass zur Biodiversität im Chablaiswald bei Murten. Zudem wurden in den Ausstellungen des Museums während der Öffnungszeiten 47 (51) Kulturvermittlungsaktionen durchgeführt, an denen 2097 (2281) Personen teilnahmen.
Für Kinder ausserhalb des schulischen Rahmens gab es 107 (92) Angebote (Bastelstunden, Ateliers, Geburtstagsfeste, Exkursionen), zu denen 1520 (1191) Kinder kamen. Für Schulen wurden 1 (1) neues Atelier und 1 (1) neues Dossier produziert. Insgesamt haben 3245 (3758) Schülerinnen und Schüler aus 175 (205) Klassen 13 (12) verschiedene Ateliers besucht; das sind 46 % (48 %) aller Schülerinnen und Schüler, die das Museum besucht haben. 1817 (1330) Schülerinnen und Schüler aus 98 (75) Freiburger Klassen haben vom Programm Kultur & Schule profitiert, davon 725 (406) im Rahmen des Festivals Kultur & Schule. 493 (342) Schülerinnen und Schüler aus 25 (17) Klassen nahmen entweder in ihrer Schule oder im Museum am Workshop «Biodiversität – Vielfalt gewinnt!» teil, der vom Aktionsportfolio zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum subventioniert wird.
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Das im Rahmen von SwissCollNet (Schweizer Netzwerk Naturhistorische Sammlungen) lancierte Projekt Specify CH wurde bis Ende 2025 verlängert. Dies erlaubte es dem Museum, die Botanik-Datenbank von Filemaker Pro auf Specify 7 zu migrieren (die zoologische Datenbank war bereits Ende 2024 migriert worden). Die neue Lösung verbessert die Zugänglichkeit der Sammlungen entscheidend, sowohl für die interne Nutzung als auch für die Wissenschaft. Zudem hat die Bereinigung der Daten 9447 zuvor nicht sichtbare Einträge zutage gebracht.
Das Museum hat 2025 ebenfalls zur Entwicklung des Online-Portals SwissNatColl beigetragen (als Tester der Beta-Version). Auf dem Ende Jahr aufgeschalteten Portal können Schweizer Institutionen ihre naturhistorischen Sammlungen digital öffentlich zugänglich machen. Das Naturhistorische Museum hat bereits einige seiner kleineren Sammlungen darauf veröffentlicht.
Das Museum führte 9 (8) wissenschaftliche Projekte zu Pflanzen und Pilzen durch (unter anderem zur Flora der Alpen und der Arktis, zu Moor-Pilzen und Pflanzen-Parasiten, zu bedrohten Bäumen und Reliktbäumen oder zu Farnen).
Die botanischen Projekte und ihre Resultate wurden an 4 (3) Kongressen in der Schweiz präsentiert (SwissCollNet in Bern; Workshop «Bäume im Siedlungsraum» in Zürich; 5th Mediterranean Plant Conservation Week in Limassol, Zypern; sowie EVS 2025 – Vegetation of Europe in Perugia, Italien).
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums haben 12 (24) Artikel in internationalen oder schweizerischen wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer Review veröffentlicht (z. B. Alpine Botany, Plant Diversity, Diversity and Distributions, Plant Systematics and Evolution, Frontiers in Plant Science, Mediterranean Botany, Entomo Helvetica).
Das Museum hat 2025 ebenfalls die Inventarisierung seiner wissenschaftlichen Sammlungen fortgesetzt. Alle inventarisierten Objekte wurden in die neue Datenbank Specify aufgenommen und sind ebenfalls auf verschiedenen spezialisierten Online-Plattformen zugänglich, etwa im GBIF Registry of Scientific Collections. Die Sammlungen wuchsen durch Anschaffungen und Schenkungen.
Vergrössern Jede noch nicht digitalisierte Herbarschachtel birgt die Hoffnung, neue, spannende Geschichten zutage zu fördern. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Etienne Francey
Vergrössern Die Vergrösserung des Kopfes einer Europäischen Hornisse dient des Museums, um dem Publikum die anatomischen Details zu erklären © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Etienne Francey
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Kantonale Biodiversitätsstrategie
Im Frühling 2025 wurden zusätzlich zu den 10 bereits bestehenden Massnahmen 5 neue Massnahmen ins Aktionsportfolio zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum aufgenommen. In Ergänzung zur Finanzierung durch die Biodiversitätsstrategie hat das Amt für Umwelt 2025 einen Betrag von 200'000 Franken aus dem kantonalen Klimaplan gesprochen. Das Naturhistorische Museum und das Amt für Wald und Natur (WNA) haben 192 Subventionsgesuche von Gemeinden und Privatpersonen aus allen Bezirken des Kantons entgegengenommen und analysiert. Am meisten Gesuche betrafen den Ersatz von Kirschlorbeer- und Thujahecken (64 genehmigte Gesuche) sowie das Pflanzen von Bäumen (15) und Hecken (16).
Im Rahmen der Massnahme M6-2 (Auflistung von Aktivitäten mit direktem Bezug zur Biodiversität für das breite Publikum) wurden das Museum und das WNA Teil der neuen nationalen Plattform «Aufleben – Redonner vie» , einem Projekt des Vereins «Biodiversität. Jetzt!». Ziel der Plattform ist es, Personen, die sich für die Biodiversität einsetzen wollen, mit Akteuren zusammenzubringen, die bei der Umsetzung von konkreten Aktionen helfen.
Im Rahmen der Massnahme M6-3 (Vulgarisierung und Sensibilisierung) haben 91 Freiburger Schulklassen an Workshops zur Biodiversität teilgenommen (25 durchgeführt vom Museum, 26 vom WWF und 40 von Pro Natura). Zwei Gemeinden erhielten Subventionen, um den neuen Stand zur Biodiversität für die Sensibilisierung ihrer Bevölkerung zu nutzen. Weiter wurde 2025 die zweite Ausgabe der Veranstaltung «48 Stunden rund um die Biodiversität» durchgeführt: Am 13. und 14. Juni 2025 haben 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Chablaiswald bei Murten 948 verschiedene Tier- und Pflanzenarten inventarisiert. Für das breite Publikum gab es 15 Exkursionen, an denen rund 100 Personen teilgenommen haben, 2 Workshops für Eltern und Kinder, zu denen 56 Personen kamen, sowie einen Informationsstand, der während der ganzen Veranstaltung frei zugänglich war.
Das Nebenprojekt zur Sensibilisierung für einen biodiversitätsfreundlichen Unterhalt auf Privatgrundstücken wurde 2025 nicht weitergeführt.
Tierpflegestation Rita Roux
Die Tierpflegestation untersteht dem Amt für Wald und Natur; die kranken oder verletzten Wildtiere werden vom Personal des Naturhistorischen Museums in Empfang genommen und gepflegt. 2024 wurden 615 (648) Tiere aufgenommen; 264 (281) wurden gepflegt und wieder ausgesetzt; 351 (348) starben oder mussten eingeschläfert werden. Ende Jahr befanden sich noch 11 (19) Tiere in Pflege.
Vergrössern Massnahmen, die der Biodiversität im Siedlungsraum helfen © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
Vergrössern Massnahmen, die der Biodiversität im Siedlungsraum helfen © Etat de Fribourg - Staat Freiburg
Kennzahlen
Alle inventarisierten Objekte wurden in die neue Datenbank Specify aufgenommen und sind ebenfalls auf verschiedenen spezialisierten Online-Plattformen zugänglich, etwa im GBIF Registry of Scientific Collections.