Das MAHF bricht ein Tabu

Seit jeher sehen sich die Menschen mit der Notwendigkeit konfrontiert, Nahrung zu sich zu nehmen und die unverdauten Stoffe wieder auszuscheiden. Eine eng mit dem Leben verbundene Funktion, die dennoch ein Tabu bleibt, «selbst in unseren modernen Gesellschaften», wie Verena Villiger Steinauer, ex-Direktorin des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg (MAHF), in Erinnerung ruft. Wie kamen unsere Vorfahren ohne moderne Sanitäranlagen aus? Im MAHF wurde mit dem «Turm der Heimlichen Gemächer» eine überraschende Erweiterung der Dauerausstellung am eigentlichen «Ort des Geschehens» eingerichtet: in den heute nicht mehr benutzten Latrinen des Ratzehofs.
Das prächtige Gebäude, das zwischen 1581 und 1594 vom Lyoner Baumeister Jean Fumal für den Tuchhändler Hans Ratze erbaut wurde, besitzt ein typisches Element der Lyoner Architektur: eine Doppelgalerie mit hohen Arkaden, die dazu diente, den Latrinenturm auf Gartenseite zu erreichen.
 

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Museum für Kunst und Geschichte MAHF & Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle