Der Klimawandel und die aufeinanderfolgenden Hitzewellen in Westeuropa seit Mai – mit einer erneuten Hitzewelle Anfang August – führen im Kanton Freiburg zu aussergewöhnlicher Trockenheit, die mit jener von 1976 und 2003 vergleichbar ist. Auf den Alpbetrieben in den Freiburger Voralpen stossen die Wasserreserven für das Vieh an ihre Grenzen. Wo die Möglichkeit besteht, sich über eine Strasse mit Wasser zu versorgen, organisieren sich die Alpbewirtschafter, um Wasser von weiter unten im Tal auf die Alp zu bringen.
Angesichts der Trockenheit und des daraus resultierenden Wassermangels für die Tränkung des Viehs auf den Alpen hat der Staatsrat des Kantons Freiburg für den Vivisbach-, den Greyerz- und den Sensebezirk die besondere Lage verhängt. Rund zwanzig Alpen sind nicht über die Strasse erreichbar und können nur über die Luft versorgt werden. Seit dem 28. Juli 2026 ist die Swiss Helicopter AG für die Versorgung dieser Alpen im Einsatz. Ab dieser Woche hat der Staatsrat nun zusätzlich die Unterstützung der Schweizer Armee beantragt.
Wenn die Alpen nicht rasch mit Wasser versorgt werden können, ist das Wohlergehen der Tiere oder gar ihr Leben stark gefährdet. Die Alpbewirtschafter sähen sich gezwungen, mit ihren Tieren auf tiefer gelegene Sömmerungsweiden oder ins Flachland zurückzukehren. Diese Lösung muss so lange wie möglich hinausgezögert werden, da sie mit zahlreichen weiteren Problemen verbunden wäre, wie einem erhöhten Wasserbedarf der tiefer gelegenen Alpen, einem Futtermangel in tieferen Lagen oder bedeutenden wirtschaftlichen Einbussen in der Käsebranche. Zudem müssen die üblicherweise in Frankreich gesömmerten Schweizer Rinder (5’000 Stück) dieses Jahr auf den Westschweizer Alpen gesömmert werden, da das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) für 2026 ein Sömmerungsverbot für Frankreich verhängt hat, um die Einschleppung der Lumpy-Skin-Disease in die Schweiz zu verhindern.
Gestützt auf die Verordnung über die militärische Katastrophenhilfe im Inland (VmKI; SR 513.75) ersucht der Staatsrat daher um die Unterstützung durch die Armee. In Anwendung des Subsidiaritätsprinzips werden zivile Mittel weiterhin eingesetzt. AgriFreiburg kümmert sich um die Abwicklung der Gesuche und schlägt vor, diese Kosten zwischen den Alpbewirtschaftern, die Helikoptertransporte in Anspruch nehmen, aufzuteilen; dies unabhängig davon, ob diese von der Armee oder von der Swiss Helicopter AG durchgeführt werden, damit die Gleichbehandlung gewährleistet ist.
Die ILFD sieht eine Unterstützung der betroffenen Alpen vor. Der Betrag wird jedoch auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten festgelegt, die nach Abschluss der Massnahme ermittelt werden. Die Koordination dieses Einsatzes wird durch den vom kantonalen Stab Bevölkerungsschutz (KSBS) eingerichteten Koordinationsstab «HELIOS» gewährleistet.