Rund 50 Nasen wurden am vergangenen Dienstag in der Saane in der Freiburger Unterstadt vom auf die aquatische Tier- und Pflanzenwelt spezialisierten Fotografen Michel Roggo mithilfe einer Unterwasserkamera beobachtet. Einst war die Nase in den grösseren Fliessgewässern des Kantons Freiburg weit verbreitet, insbesondere in der Saane, der Sense, der Glane, der Trême, der Broye und der Kleinen Glane. Heute ist diese für den Kanton Freiburg typische Fischart aus den meisten dieser Gewässer verschwunden. In der Schweiz gilt sie als vom Aussterben bedroht. Vereinzelt werden noch einzelne Exemplare von Fischern oder vom Amt für Wald und Natur beobachtet. Seit Beginn der 2000er-Jahre wurden in der Saane jedoch nie mehr so viele Nasen gleichzeitig gesichtet.
In den vergangenen zehn Jahren wurden in der Saane verschiedene Massnahmen zur Verbesserung des Lebensraums für die aquatische Fauna umgesetzt. Dazu gehören insbesondere Kieszugaben und künstlich ausgelöste Hochwasser, die im Rahmen der Sanierung des Geschiebehaushalts unterhalb der Rossens-Staumauer durchgeführt wurden. Diese Massnahmen dienen nicht ausschliesslich der Förderung der Nase, sondern kommen zahlreichen Fischarten zugute, darunter auch der Forelle und der Äsche.
Das Amt für Wald und Natur wertet diese Beobachtung als sehr ermutigend für das Überleben der Nase und deren Fortbestand in der Saane und sieht darin einen Indikator für die Wirkung der umgesetzten Massnahmen. Eine Studie aus den 2010er-Jahren hatte die Situation der Art in der Saane noch als besorgniserregend eingestuft. Sie wies insbesondere auf das Fehlen geeigneter Laichplätze sowie auf verschiedene Faktoren hin, die den Fortpflanzungserfolg der Nase beeinträchtigen. Einzelne Beobachtungen von Jungfischen in den vergangenen zwei Jahren deuteten jedoch bereits auf eine positive Entwicklung der Population hin.
Der Fotograf Michel Roggo machte diese Entdeckung im Rahmen seiner Arbeit für das Ausstellungsprojekt «AQUA #2». Die Ausstellung wird vom 12. Juni bis zum 26. September 2027 im Naturhistorischen Museum Freiburg anlässlich des Festivals Foto-Freiburg zu sehen sein.