Zur Erinnerung: Der Konsumraum der Stiftung Le Tremplin, eine Priorität der kantonalen Suchtpolitik, wurde im August 2024 eingeweiht. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass er einem echten Bedarf entspricht und seinen Auftrag erfüllt, den Nutzern und Nutzerinnen einen sicheren Rahmen zu bieten, ihre Gesundheit zu verbessern und die Belastung des öffentlichen Raums zu verringern. Ein Schlussbericht über die ersten beiden Jahre des Konsumraums wird für 2027 erwartet.
Die insgesamt positive Evaluation bezieht sich auf die Inbetriebnahme des Konsumraums, dessen Funktionsweise sowie die Wahrnehmung durch die Nutzerinnen und Nutzer, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Partner in den Quartieren Pérolles, Plätze und Jura. Im Rahmen der Evaluation werden einige sinnvolle Anpassungen identifiziert, um die Integration des Konsumraums in sein Umfeld zu festigen und den Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers zu stärken.
Nutzung des Konsumraums und Wahrnehmung durch die Nutzerinnen und Nutzer
Seit der Eröffnung im August 2024 wurden mehr als 6000 Konsumvorgänge registriert, davon die meisten durch Inhalation (84 %) und es wurden hauptsächlich Kokain und Heroin konsumiert. Derzeit sind 130 Personen aus dem Kanton beim Konsumraum der Stiftung Le Tremplin registriert. Das Team des Konsumraums hat ausserdem 270 psychosoziale Unterstützungsmassnahmen durchgeführt, u.a. Einzelgespräche, Pflegeleistungen und Weiterleitungen an das Netzwerk.
Die ersten Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass die Nutzerinnen und Nutzer die Qualität der Betreuung sehr schätzen. Sie geben an, sich sehr sicher zu fühlen und es eindeutig vorzuziehen, drinnen zu konsumieren, anstatt im öffentlichen Raum.
Häufige Kritikpunkte betreffen die als zu spät empfundene Öffnungszeit am Morgen, die Wartezeiten und die begrenzte Kapazität des Konsumraums. Zudem berichten die Nutzerinnen und Nutzer des Konsumraums von einem teilweise schwierigen Umfeld aufgrund von Lärm und mangelnder Privatsphäre, insbesondere für Menschen, die sich Drogen injizieren.
Besonders starke Unterstützung im Pérolles-Quartier, in dem sich der Konsumraum befindet
Von den 1940 Fragebögen, die in den drei Quartieren Pérolles, Plätze und Jura verschickt wurden, wurden 379 zurückgeschickt. Eine Mehrheit ist vollkommen damit einverstanden, dass es den Konsumraum gibt (44,9 %), 27,8 % sind eher einverstanden. 17,6 % hatten keine Meinung. Eine Minderheit brachte ihre Ablehnung zum Ausdruck: 4,8 % waren eher nicht einverstanden und 4,8 % waren überhaupt nicht einverstanden.
Es gibt nur sehr wenige direkte Kontakte zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers und den Nutzerinnen und Nutzern (3,2 %) oder den Fachpersonen von Le Tremplin (4,2 %). Es wurden einige Vorfälle gemeldet (Belästigungen, Viktimisierungserfahrungen wie Beleidigungen oder Belästigungen auf der Strasse usw.), die jedoch nicht unbedingt mit dem Konsumraum in Zusammenhang stehen.
Polizeiliche Daten zeigen, dass es im Pérolles-Quartier nach der Eröffnung des Konsumraums zu keinem Anstieg der Straftaten gekommen ist. Die Polizei bestätigt zudem, dass der Konsumraum ihren Auftrag erfüllt und die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöht.
Die Begleitgruppe, die von der Stiftung Le Tremplin gleich bei der Eröffnung des Konsumraums eingerichtet wurde und in der der Quartierverein, Anwohnerinnen und Anwohner wie die Kindertagesstätte oder die Hochschule für Gesundheit, die Polizei, die Gemeinde Freiburg sowie die Direktion für Gesundheit und Soziales vertreten sind, trägt zu einer guten Kommunikation und einer engen Zusammenarbeit bei.
Wichtigste vorgeschlagene Verbesserungen
Die wichtigsten vorgeschlagenen Verbesserungen betreffen die Verlängerung der Öffnungszeiten am Morgen sowie eine durchgängige Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers.