Freiburg gehört zu den 18 Kantonen, die das 1993 in Genf ins Leben gerufene Label Fourchette verte umsetzen. Das Projekt wurde seit seinen Anfängen im Kanton Freiburg im Jahr 2001 von der Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) unterstützt. Über die Jahre hat sich Fourchette verte als anerkannte Referenz im Bereich der Gemeinschaftsgastronomie etabliert.
Das Label Fourchette verte wirkt dort auf unsere Ernährung ein, wo sich unsere Gewohnheiten bilden, und trägt dazu bei, gesunde Optionen auch ausserhalb der individuellen Verantwortung zugänglicher zu machen. Kinder – in Kindertagesstätten, in der ausserschulischen Betreuung oder an der Orientierungsschule aber auch Erwachsene und Senioren, namentlich in Pflegeheimen, profitieren vom Label. Der Kanton Freiburg war zudem einer der ersten Kantone, der die Variante senior@home für den Malzeitenlieferdienst angeboten hat. Von ursprünglich neun zertifizierten Betrieben zählt der Kanton heute 61, in denen täglich 3710 Fourchette verte-Mahlzeiten serviert werden.
Bürgernah und anpassbar
Sein 25-jähriges Bestehen verdankt das Label nicht zuletzt seiner Wandlungsfähigkeit. Mit Fourchette verte Ama terra berücksichtigt es neben Ernährungsaspekten auch Nachhaltigkeitsthemen: regionale oder schweizerische Produkte, Saisonalität, Produktionsmethoden, Reduzierung von Food Waste, Resteverwertung, angemessene Abfallentsorgung und die Schaffung einer angenehmen Atmosphäre beim Essen. Eine weitere Stärke liegt in der Umsetzung des Labels und seines Zertifizierungsprozesses, der von einem Team ausgebildeter Ernährungsberaterinnen begleitet wird. Sie beraten die Einrichtungen, schulen das Küchenpersonal, die Betreuungspersonen sowie die Konsumentinnen und Konsumenten und analysieren Speisepläne; dabei passen sie ihre Unterstützung an die lokalen Gegebenheiten an.
Was die Qualitätssicherung anbelangt, kann Fourchette verte Fribourg auf seine Testerinnen und Tester zählen: 61 Mitarbeitende in den Einrichtungen sowie, für die französischsprachigen, fünf zusätzliche Ehrenamtliche der Fédération romande des consommateurs. Im Jahr 2025 kamen somit im Kanton 177 Testmahlzeiten, 328 analysierte Wochenspeisepläne, 8 Weiterbildungen und Kurse für das Küchenpersonal sowie Sensibilisierungsmassnahmen und Workshops zusammen. Das Jubiläum am 11. Juni ist auch eine Gelegenheit, das Engagement der Fachpersonen in der Gemeinschaftsgastronomie zu würdigen, die mit ihrer Arbeit jeden Tag zu einer besseren Gesundheit der Bevölkerung beitragen.
Hebel für die öffentliche Gesundheit im Kanton
Für den Kanton Freiburg ist Fourchette verte ein wichtiger Hebel für die öffentliche Gesundheit. Es fügt sich nahtlos in das kantonale Aktionsprogramm – Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit 2026–2029 ein, das von der GSD und Gesundheitsförderung Schweiz mitfinanziert wird und insbesondere darauf abzielt, gesundheitsfördernde Umgebungen zu stärken. Die Einführung von Fourchette verte Ama terra in familienergänzenden Betreuungseinrichtungen wird zudem durch den kantonalen Klimaplan unterstützt. Dies unterstreicht die Bedeutung des Labels für den Kanton, da es erhebliche Synergieeffekte an der Schnittstelle verschiedener Politbereiche wie der Klimapolitik oder der Förderung kurzer Lieferketten mit sich bringt.