COVID-19 – Dienste für Hilfe und Pflege zu Hause (Spitex) und Freiwillige: Einsatz mit vereinten Kräften zur Unterstützung älterer und besonders gefährdeten Personen

14. April 2020 -15h22

Personen ab 65 Jahren und alle Personen mit gewissen Vorerkrankungen sind im Alltag von der COVID-19-Pandemie besonders stark betroffen. Diese Personen – ob sie nun selbstständig zu Hause leben oder nicht – sollten sich daher zum Schutz ihrer eigenen Gesundheit an die Anweisungen zur Selbst-Quarantäne halten. In dieser neuen Situation sind sie mit logistischen Problemen konfrontiert: Wer kauft für sie ein oder besorgt ihre Medikamente? All diese Personen in Selbst-Quarantäne werden nicht im Stich gelassen. Die Kantons- und Gemeindebehörden – über die verstärkten Dienste für Hilfe und Pflege zu Hause (Spitex-Dienste) – sowie die breite Bevölkerung – durch Freiwilligenarbeit – bieten ihnen geeignete Lösungen, mit denen auf ihre vielfältigen und persönlichen Bedürfnisse eingegangen wird.

Die COVID-19-Pandemie erschüttert den Alltag der Freiburgerinnen und Freiburger auf bisher nie gekannte Weise. Für Personen über 65 Jahre und alle anderen besonders gefährdeten Personen ist die Situation besonders schwierig. Denn sie müssen aus gesundheitlichen Gründen in Selbst-Quarantäne bleiben. Diese ungewohnte Situation führt zu neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen, die durch Freiwilligenarbeit und durch verstärkte Anpassungen der Spitex-Dienste gedeckt werden.

Seniorinnen und Senioren, die in normalen Zeiten ihren Alltag selbstständig bewältigen können

So müssen zum Beispiel Seniorinnen und Senioren, die in normalen Zeiten ihren Alltag selbstständig bewältigen können, für einige ihrer täglichen Aufgaben nun Hilfe in Anspruch nehmen. Vor allem für Aufgaben, für die sie ihre Wohnung verlassen müssen: Wer kauft beispielsweise für sie ein oder besorgt ihre Medikamente? Wer macht ihre Einzahlungen am Post- oder Bankschalter usw.? Die meisten Personen aus dieser Altersgruppe werden von ihren Angehörigen unterstützt. Es gibt aber auch einige, die nicht auf starkes persönliches Netzwerk zählen können. Daher haben viele Gemeinden Vorkehrungen zur Überwachung und Begleitung für Seniorinnen und Senioren getroffen und nehmen mit jeder betroffenen Person persönlich Kontakt auf, um sich nach ihrem Befinden und ihren Bedürfnissen zu erkundigen.

Rolle und Verantwortung von Freiwilligen

Gleichzeitig bieten überall im Kanton Freiburg, in den Städten wie auf dem Land, Freiwillige spontan ihre Hilfe an. Diese breite Unterstützung auf Distanz (ohne das Haus oder die Wohnung der Betroffenen zu betreten), die über Gemeinden, Quartiere, Vereine, Jugendvereine, Pfadfinder, soziale Netzwerke oder sogar Apps organisiert wird, zeigt das starke Solidaritätsgefühl unter den Freiburger Bevölkerung. Das Kantonale Führungsorgan KFO erinnert daran, dass in der gegenwärtigen Situation für eine solche Freiwilligenarbeit jedoch Vorsichtsmassnahmen erforderlich sind. Es stellt daher der Öffentlichkeit und den Institutionen ein Dokument (siehe unten) zur Verfügung, in dem die Rolle und Verantwortung von Freiwilligen in Zeiten der Pandemie klar erläutert werden.

Älteren Menschen mit Hilfe durch betreuende Angehörige

Ein Teil der älteren Menschen und der Personen mit Behinderung kann auf informelle Hilfe aus dem Umfeld zurückgreifen (Hilfe durch betreuende Angehörige im Haushalt, bei der Zubereitung von Mahlzeiten usw.). Diese Hilfe, bei der das Haus oder die Wohnung der betroffenen Person betreten wird, kann in der momentanen Situation aus Gründen der gesundheitlichen Sicherheit beeinträchtigt sein. Auch in diesen Fällen wird eine Lösung angeboten. Die Betroffenen aus dieser Gruppe können sich an die Spitex-Dienste in ihrer Region und an bestimmte Fachinstitutionen und Verbände wenden (siehe unten).

Seniorinnen und Senioren die von der Spitex unterstützt wurden

Denn für Seniorinnen und Senioren sowie besonders gefährdete Personen, die bereits vor der COVID-19-Krise von der Spitex unterstützt wurden, hat sich die Situation bis auf einige Anpassungen nicht geändert. Diese Personengruppe profitiert trotz der besonderen Umstände weiterhin von einer an ihre Bedürfnisse angepassten Unterstützung, wobei jedoch die Sicherheitsmassnahmen strikte eingehalten werden.

Partnerschaft mit fünf Freiburger Organisationen

Um den steigenden Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren, der besonders gefährdeten Personen und der Menschen mit Behinderung gerecht zu werden (d.h. derjenigen, die vor der Pandemie auf die eine oder andere Weise Hilfe und/oder Pflege zu Hause erhalten haben), haben die kantonalen Behörden eine Partnerschaftsvereinbarung mit dem Freiburgischen Roten Kreuz, mit Pro Senectute, mit Pro Infirmis, mit den Gesundheitsligen und mit dem Freiburgische Samariterverband unterzeichnet. Diese fünf Freiburger Partner verstärken während dieser Corona-Krise zusätzlich zu ihren üblichen Dienstleistungen ihr Hilfs- und Pflegeangebot. Ihr Personal sowie dasjenige der regionalen Spitex-Dienste wird intern geschult, damit die Sicherheits- und Schutzmassnahmen strikte eingehalten werden. Das Freiburgische Rote Kreuz, Pro Senectute und Pro Infirmis erhalten zurzeit Unterstützung von der GSD für Leistungen im Rahmen von Senior+ und der Politik für Personen mit Behinderungen.

Ältere und andere besonders gefährdete Personen, die in Selbst-Quarantäne bleiben müssen, können entsprechend ihrer speziellen Bedürfnisse entweder das erweiterte Angebot an Hilfe und Pflege zu Hause (Unterstützung zu Hause) oder die Dienste von Freiwilligen (Unterstützung auf Distanz) in Anspruch nehmen. Dazu werden sie gebeten, sich bei Bedarf an den Spitex-Dienst ihrer Region oder an ihre Gemeinde und die Internetplattformen ihres Bezirks zu wenden, um sich zu informieren.

Das KFO bedankt sich bei allen Fachleuten, betreuenden Angehörigen und Freiwilligen

Das KFO zeigt sich erfreut, dass auf diese Weise für die neuen Probleme, die sich Personen über 65 und allen anderen besonders gefährdeten Personen stellen, rasch eine umfassende, angepasste und differenzierte Lösung realisiert werden kann. Es bedankt sich herzlich bei allen Fachleuten, betreuenden Angehörigen und Einzelpersonen (den Freiwilligen, darunter zahlreiche junge Menschen, Nachbarn usw.), die sich tatkräftig, engagiert und solidarisch für Menschen einsetzen, welche durch die besonderen Umstände besonders gefährdet sind. Alle diese «Schutzengel» tragen durch ihre gemeinsamen Anstrengungen dazu bei, den Zusammenhalt zu stärken, die Beziehungen zwischen den Generationen zu pflegen und die gesellschaftlichen Folgen der Gesundheitskrise einzudämmen.