Der Landwirtschaftssektor arbeitet an der Nachhaltigkeit

24 April 2020 - 06H20

Der Landwirtschaftssektor des Kantons Freiburg arbeitet an seiner Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Freiburgischen Bauernverband bietet Grangeneuve seit Anfang Jahr rund 700 Landwirtschaftsbetrieben des Kantons ein Programm zur Reduktion des Strom- und Energieverbrauchs an.

Die Landwirtschaft bietet konkrete Lösungen zur Reduktion des Verbrauchs von fossilen Energien an und greift damit dem Klimaplan des Staatsrates des Kantons Freiburg vor, mit welchem unter anderem die Treibhausgasemissionen gesenkt werden sollen. Der Energieverbrauch der Betriebe soll mit Hilfe der von der Firma AgroCleanTech in Zusammenarbeit mit EnergieSchweiz, den Westschweizer Kantonen und Landwirtschaftskammern sowie AGORA (Vereinigung der landwirtschaftlichen Gruppierungen und Organisationen der Westschweiz) angebotenen landwirtschaftlichen Energieberatung in der Westschweiz reduziert werden.

Im Kanton Freiburg gibt es insgesamt 2’840 Landwirtschaftsbetriebe, wovon potenziell ein Viertel in den nächsten drei Jahren Interesse an einer Beratung von AgroCleanTech haben könnte. Für den Landwirt besteht der erste Schritt darin, die technischen Daten und den Energieverbrauch des Betriebs in einem Online-Formular einzugeben. Er erhält danach einen Bericht mit allgemeinen Empfehlungen, der von einem von EnergieSchweiz akkreditierten landwirtschaftlichen Berater von Grangeneuve verfasst wird. Diese erste Dienstleistung ist gratis. 

Der zweite Schritt sieht ein umfangreiches Audit vor, um signifikante Einsparungspotenziale zu orten. Anlässlich eines Betriebsbesuchs erhebt der landwirtschaftliche Berater von Grangeneuve die erforderlichen Informationen für die Erstellung des Berichts, der einen Aktionsplan mit den umzusetzenden Massnahmen beinhaltet. Alle Massnahmen werden bewertet, und die Resultate werden so präsentiert, dass ihre Rentabilität beurteilt werden kann. Dieses Audit kostet im Durchschnitt 1’500 Franken und davon werden 50% von EnergieSchweiz und 25% vom Amt für Energie des Kantons Freiburg  übernommen. 

Das Einsparungspotenzial der Massnahmen, die ohne Reduktion des aktuellen Produktionsniveaus umgesetzt werden können, beträgt 0,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Zur Erinnerung: Gemäss Bundesrat muss die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 netto auf 0 senken. 13% dieser Emissionen fallen heute in der Landwirtschaft an.

Mehr Informationen über die Landwirtschaftliche Energieberatung der Westschweiz 

 

Hauptbild
Das Bild zeigt eine Solarwarmwasserproduktionsanlage
Solarwarmwasserproduktionsanlage © Alle Rechte vorbehalten - Grangeneuve, Institut agricole de l'Etat de Fribourg