Der Klimawandel in der Schweiz und im Kanton Freiburg
Das Klima in der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während der globale Temperaturanstieg über die letzten 150 Jahren etwa 1 °C beträgt, liegt er in der Schweiz aufgrund ihrer geografischen Lage bei nahezu 2 °C. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar: Rückzug der Gletscher, Anstieg der Temperaturen von Seen und Fliessgewässern, Veränderung der jahreszeitlichen Entwicklung von Pflanzen oder auch Zunahme der Todesfälle bei Hitzewellen.
2018 hat das National Centre for Climate Services (NCCS) die Schweizer Klimaszenarien CH2018 veröffentlicht. Darin wurden die Auswirkungen des Klimawandels in der Schweiz bis 2085 mit und ohne Klimaschutzmassnahmen konkret erfasst und verglichen. Die Szenarien sehen trockenere Sommer, heftigere Niederschläge, mehr Hitzetage und schneearme Winter vor.
Seit der Veröffentlichung der CH2018-Szenarien haben sich sowohl die Wissenschaft, als auch die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer weiterentwickelt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie im jüngsten IPCC-Bericht (AR6 ) dokumentiert sind, wurden veröffentlicht, und neue hochauflösende und konvektionserlaubende Klimamodelle wurden entwickelt. Dank dem kontinuierlichen Einbeziehen der Nutzerinnen und Nutzer in die Gestaltung der Szenarien konnten MeteoSchweiz und die ETH ein detailliertes Bild der Anforderungen an die zukünftigen Klima- und Klimaänderungsinformationen gewinnen.
Klima CH2025 baut auf CH2018 auf und erweitert es um längere Messreihen, verbessertes Prozessverständnis und Informationen aus neuen, hochaufgelösten und konvektionserlaubenden Klimamodellen. Ausserdem wurde die aktuelle MeteoSchweiz-Referenzperiode 1991–2020 verwendet. Zudem konnten unter anderem detaillierte Informationen zu Starkniederschlägen sowie Hitze im urbanen Raum erarbeitet werden. Im Einklang mit der beobachteten raschen Erwärmung zeigen die neuen Szenarien eine höhere Erwärmung als die früheren Projektionen. Bei einer globalen Erwärmung von 3 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit entspricht dies einer etwa 10 bis 15 Prozent stärkeren Erwärmung als in CH2018.
Vision des Bundes und des Kantons
Die Schweiz verfolgt seit ihrem Beitritt zum Kyoto-Protokoll im Jahr 2003 eine Strategie zur Reduzierung der Treibhausgase (THG). Deren rechtliche Grundlage, das CO2-Gesetz (SR 641.71, aufgehoben), war bis 2024 in Kraft und legte die Reduktionsziele der Schweiz bis 2020 fest.
Mit der Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2017 verpflichtete sich die Schweiz, das internationale Klimaziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 50 % bis 2030 im Vergleich zum Stand von 1990 einzuhalten. Gleichzeitig verpflichtete sie sich, eine Gesamtrevision des CO2-Gesetzes einzuleiten, um dieses Reduktionsziel auf nationaler Ebene umzusetzen. Ein erster, von der Bundesversammlung angenommener Entwurf für eine Gesamtrevision wurde vom Volk anlässlich der Abstimmung vom 13. Juni 2021 abgelehnt. Es folgte eine Zeit der Ungewissheit, bevor das Stimmvolk am 18. Juni 2023 eine neue Vorlage annahm. So wurde schliesslich das «Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit» (KlG; SR 814.310) verabschiedet. Dieses Gesetz, das am 1. Januar 2025 in Kraft trat, bestimmt den neuen gesetzlichen Rahmen auf Bundesebene.
Anlässlich der 26. Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (COP26) im Herbst 2021 verabschiedeten die Unterzeichnerstaaten den Klimapakt von Glasgow, mit dem die Klimaschutzambitionen gestärkt werden sollen. Jedes Land verpflichtet sich, seine Ziele entsprechend seinen Verantwortlichkeiten und Kapazitäten anzupassen. Als hoch entwickeltes Land wird von der Schweiz erwartet, dass sie sich höhere Ziele als das globale Reduktionsziel setzt.
Auf kantonaler Ebene nimmt der Staatsrat die Klimafrage ab 2017 in die Hand, indem er diese Herausforderung in den Mittelpunkt seines Regierungsprogramms stellt. Die Kantonsregierung legt zum ersten Mal ein kantonales Reduktions- und Anpassungsziel fest und schliesst sich damit den Zielen des Bundes an. Darauf folgten die Verabschiedung sowie das anschliessende Inkrafttreten des Klimagesetzes (KIimG) im Oktober 2023.
Das Klima beim Staat Freiburg
Seit 2018 wurden zahlreiche Massnahmen ergriffen, um die Klimapolitik des Staatsrats umzusetzen und zu stärken:
- Erstellung einer kantonalen Treibhausgasbilanz, mit dem Ziel, den aktuellen Stand zu ermitteln und den zur Erreichung der Klimaziele erforderlichen Aufwand quantitativ zu verfolgen;
- Analyse der durch den Klimawandel verursachte Risiken im Kanton;
- Ausarbeitung des kantonalen Klimaplans (KKP) 2022-2026;
- Verabschiedung durch den Grossen Rat eines Verpflichtungskredits von 21 Millionen Franken für die Umsetzung des KKP;
- Beginn der Umsetzung im Jahr 2021. 2022 wurde die Umsetzung von 50 Massnahmen eingeleitet, 2025 sind es 97 Massnahmen, die in den verschiedenen kantonalen Ämtern umgesetzt werden.
- Verabschiedung und Inkrafttreten des ersten kantonalen Klimarahmengesetzes im Oktober 2023 und anschliessende Ausarbeitung des Ausführungsreglements.
- Aufschaltung und Entwicklung der Online-Plattform meinklimaplan.ch , mit dem Ziel, die gesamte Freiburger Gesellschaft (Körperschaften, Bildungswesen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) für klimarelevante Fragen zu sensibilisieren und in ihre Lösung miteinzubeziehen.
Darüber hinaus werden innerhalb der Verwaltung des Staats Freiburg mit spezifischen finanziellen Mitteln weitere Strategien, Programme und Massnahmen für den Klimaschutz umgesetzt. Dazu gehören namentlich die Strategie Nachhaltige Entwicklung, das Gebäudeprogramm, der Sachplan Velo, die Strategie Biodiversität, Abgeltungen für den öffentlichen Verkehr und verschiedene Projekte im Bereich der Land- und Forstwirtschaft.