Der dritte im Kanton aufgestellte Windmessmast, der auf dem Gemeindegebiet von Le Châtelard stand, hat ein Jahr lang Daten gesammelt, bevor er am 18. August dieses Jahres abgebaut wurde. Zur Erinnerung: Die Windmessungen fanden im Rahmen eines Auftrags statt, den der Grosse Rat dem Staatsrat im März 2024 erteilt hat und der eine Messkampagne an den sieben Windenergiestandorten des kantonalen Richtplans verlangte. Das Büro Meteotest AG hat alle gesammelten Daten analysiert und in seinem Bericht das Windpotenzial des Gebiets «Massif du Gibloux» bestätigt, wie es in der kantonalen Planung ausgewiesen ist. Damit ist das dritte Gebiet nach den Gebieten «Côte du Glaney» und «Surpierre-Cheiry» bestätigt, deren Gutachten im März und Juni 2026 veröffentlicht wurden.
Zur Wahrung der Transparenz wurden die gemessenen Daten täglich auf der Website www.freiburg-wind.ch veröffentlicht und aktualisiert. Die Meteotest AG hat anschliessend die Daten einer detaillierten Analyse unterzogen und ein Gutachten erstellt. Der Bericht ist auf der oben erwähnten Website veröffentlicht und bestätigt das langfristige Windenergiepotenzial des Gebiets.
Qualität der Modellierung bestätigt
Im Beobachtungszeitraum und nach Anwendung des langfristigen Korrekturfaktors (+9,2%), der nach den geltenden Standards wissenschaftlich berechnet wird, um saisonale und jährliche Schwankungen zu berücksichtigen, ergeben sich folgende durchschnittliche Windgeschwindigkeiten am Standort des Mastes:
- 4.42 m/s in 100 Metern Höhe
- 5,29 m/s in 150 Metern Höhe, extrapoliert aus den mit einem LiDAR-Lasermesssystem erfassten Windprofilen.
Der Schweizer Windatlas 2019 , der konservativer berechnete Werte als der Atlas aus dem Jahr 2016 enthält und der 2017 bei der Windenergieplanung angewendet wurde, gibt für den Standort Geschwindigkeiten von 4,5 m/s in 100 Metern Höhe und 5,1 m/s in 150 Metern Höhe an. Die Qualität der bei der Planung des Gebiets «Massif du Gibloux» angewendeten Modellierung und die Gültigkeit des Windatlas wurde damit voll und ganz bestätigt.
Gemäss den Analysen von Meteotest beläuft sich die theoretische Nettoproduktion einer Windkraftanlage vom Typ Enercon E-138 mit einer Leistung von 4,26 MW bei einer Nabenhöhe von 100 Metern auf 5'441'000 kWh pro Jahr und bei einer Nabenhöhe von 150 Metern auf 8'211'000 kWh pro Jahr. Meteotest weist jedoch darauf hin, dass die Modellierung gestützt auf die Windmessungen ergeben hat, dass auf dem Gebiet andere Standorte bessere Bedingungen für den allfälligen Bau eines Windparks bieten. Der Grund dafür ist, dass der Messmast dort zu stehen kam, wo ein Grundeigentümer bereit war, sein Grundstück zur Verfügung zu stellen, auch wenn der Standort nicht die besten Windbedingungen aufwies.
Zum Vergleich: Der jährliche Stromverbrauch der Haushalte der Gemeinde Le Châtelard wird auf etwa 650 000 kWh geschätzt und würde somit durch die Produktion einer einzigen Windkraftanlage weitaus gedeckt werden.
Das Gebiet «Massif du Gibloux» ist somit der dritte Standort, für den das Windenergiepotenzial gestützt auf effektive Messungen bestätigt wird.
Infolge der Kritik von «Paysage Libre» hinsichtlich des Korrekturfaktors zur Berücksichtigung saisonaler und jährlicher Schwankungen konnte das Amt für Statistik und Daten (SDA) des Kantons im Auftrag des Amts für Energie zudem die von Meteotest durchgeführte Berechnung als zutreffend bestätigen.
Nächste Schritte
Zur Erinnerung: Drei Messkampagnen sind immer noch im Gange, und zwar auf den Gebieten «Schwyberg», «Collines de La Sonnaz» und «Autour de l’Esserta».
Der vierte Mast, der auf dem Schwyberg steht, wird im Oktober abgebaut. Das entsprechende Gutachten wird Anfang November 2026 veröffentlicht.