Nach seinem Studium am Kollegium Sankt Michael und anschliessend an der Universität Freiburg wurde er Landwirt in seinem Heimatdorf, wo er den elterlichen Hof übernahm. Als Nonkonformist und ausserhalb der etablierten Parteien betrat er 1969 die politische Bühne, indem er gemeinsam mit anderen die Bewegung Mouvement d’action communale (MAC) in Domdidier gründete. Gleichzeitig weigert er sich, seinen vierten militärischen Wiederholungskurs zu absolvieren, da er der Ansicht war, dass man seinem Land auch auf andere Weise dienen kann als in Uniform. Er wurde 1970 als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen zu sechs Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Politisch war Pascal Corminboeuf ab 1970 Mitglied des Generalrats von Domdidier; im Jahr darauf wurde er in den Gemeinderat gewählt und war von 1991 bis 1996 Ammann derselben Gemeinde. 1996 trat der von den Medien als «ländlicher Weise» bezeichnete Mann zur Wahl in den Staatsrat an und sorgte für eine Überraschung: Im zweiten Wahlgang, in dem noch vier Sitze zu besetzen sind, wird er auf dem zweiten Platz gewählt. Fünf Jahre später, im Jahr 2001, war er der einzige Kandidat, der bereits im ersten Wahlgang gewählt wurde. Schliesslich wurde er 2006 unter insgesamt siebzehn Kandidatinnen und Kandidaten ebenfalls bereits im ersten Wahlgang gewählt.
Im Staatsrat wurde Pascal Corminboeuf mit der Leitung der Direktion für Inneres und Landwirtschaft betraut, die 2002 in die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft umbenannt wurde. Im Laufe seiner drei Legislaturperioden profilierte er sich zunächst als treibende Kraft hinter der Totalrevision der Kantonsverfassung von 1857, die am 16. Mai 2004 vom Volk angenommen wurde.
Pascal Corminboeuf ist auch der Initiator freiwilliger Gemeindezusammenschlüsse. Von 1999 bis 2006 sank die Zahl der Gemeinden von 245 auf 168. Der Staatsrat verfolgt zudem aufmerksam die Fortschritte des Dossiers der Agglomeration (Grossfreiburg), die für den gesamten Kanton von Bedeutung ist. Viele weitere Errungenschaften werden die Bilanz dieses überzeugten Humanisten abrunden.
Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung Ende 2011 setzt er sein soziales Engagement fort, insbesondere zugunsten von Flüchtlingen, deren Schicksal ihn nach wie vor tief bewegt. Er war übrigens einer der Mitbegründer des Vereins Osons l’accueil in Freiburg, der sich dafür einsetzt, Asylsuchenden private Unterkünfte zur Verfügung zu stellen.
Der Staatsrat wird ihn als eine aussergewöhnliche Persönlichkeit in Erinnerung behalten, die ihre politische Laufbahn abseits ausgetretener Pfade gestaltet und sich sehr für die einfachen Leute eingesetzt hat. Dieser Kulturmensch und Literaturliebhaber lebte sein Leben im Rhythmus des Chorgesangs, aus dem er gerne bedeutungsvolle Refrains zitierte. Zudem nahm er bis zum letzten Jahr aktiv an den jährlichen Treffen zwischen ehemaligen und amtierenden Mitgliedern des Staatsrats teil.
Der Staatsrat spricht der Familie von Pascal Corminboeuf sein tiefstes Beileid aus.