Die Freiburger Regierung unterstützt die Ziele der Ernährungssicherheit, der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und des Trinkwasserschutzes, doch die Volksinitiative ist zu restriktiv und berücksichtigt nicht die Gegebenheiten vor Ort. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Kantons Freiburg, in dem die Bereiche Tierhaltung, Käseherstellung und Milchwirtschaft eine zentrale Rolle spielen. Eine Annahme der Initiative hätte eine vollständige Neuausrichtung bestimmter Betriebe zur Folge, was sowohl die Familien als auch das Freiburger Know-how unter Druck setzen würde. Die Zukunft der Landwirtschaft liegt in der Innovation, der Nähe zu den Konsumentinnen und Konsumenten und der Förderung einer hochwertigen lokalen Produktion – und nicht in starren Vorgaben.
Die in der Volksinitiative festgelegten Ziele sehen massive staatliche Eingriffe in die landwirtschaftliche Produktion und in die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung vor. Die Folgen wären steigende Kosten, eine Einschränkung der Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten und eine zusätzliche Belastung für die landwirtschaftlichen Betriebe. Die Landwirtschaft im Kanton Freiburg würde also durch eine Annahme der Initiative geschwächt.
Der Kanton Freiburg setzt sich für eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft ein. Er unterstützt insbesondere Projekte zur Emissionsminderung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen, Massnahmen zum Schutz der Wasserqualität, den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft sowie Programme zur Förderung des Tierschutzes, wobei die Landwirtschaft in den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat.
Der Kanton Freiburg begleitet zudem Innovationen in landwirtschaftlichen Betrieben, setzt sich für kurze Lieferketten ein – insbesondere in der Gemeinschaftsgastronomie und bei der Aufwertung regionaler Produkte – und unterstützt die Landwirtinnen und Landwirte, um den Herausforderungen des Klimawandels und der Nachhaltigkeit zu begegnen. Im Unterschied zur Initiative sieht die Landwirtschaftspolitik des Kantons insgesamt also realistische und geeignete Massnahmen vor.
Abstimmungsempfehlung
Aus all diesen Gründen empfiehlt der Staatsrat am 27. September 2026 die eidgenössische Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser» (Ernährungsinitiative) abzulehnen.