Die Natur findet ihren Platz beim Gebäude des Amts für Umwelt

Städtische Grünflächen mit Pflanzen, welche die Biodiversität begünstigen, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Auch das Amt für Umwelt (AfU) setzt sich bei seinem Gebäude in Givisiez entschieden für solche Grünflächen ein, in Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt (HBA).

Städtische Grünflächen mit Pflanzen
Städtische Grünflächen mit Pflanzen © Tous droits réservés - Eric Sauterel

Die Zierbehälter im Eingang des Gebäudes des Amts für Umwelt (AfU) in Givisiez fallen mit ihrem Inhalt und ihrer Farbenpracht auf; in ihnen findet man Peperoni, Tomaten, Erdbeeren, Salbei, Thymian, Schnittlauch und vieles mehr.

Wie kam es dazu? Etwas nach dem Einzug in das neue Gebäude wurden Angestellte beim HBA vorstellig, weil sie in diesen Kästen Gewächse pflanzen wollten, die für die Biodiversität nützlich sind. Das HBA stimmte dem Ansinnen zu. Alain Bitam, beim HBA für den Gebäudeunterhalt zuständig, meint hierzu: «Wir sind absolut offen, um zusammen mit den Ämtern, die darum ersuchen, Lösungen für die Förderung der Artenvielfalt in und um den Gebäuden des Staats zu prüfen.

Aus diesem ersten Projekt zugunsten der Umwelt entstand eine neue, äusserst originelle Idee: Angestellte bildeten die «Gartengruppe AfU», mit dem Ziel, sich um die Pflanzen in den Kästen zu kümmern und den Umschwung des Gebäudes zu gestalten. «Im Moment zählt die Gruppe 10 Mitglieder», erklärt Thilo Dürr-Auster, selber Mitglied und beim AfU für den Bodenschutz zuständig. «Wir treffen uns einmal im Jahr, um zu beschliessen, was wir anpflanzen wollen, und um die Aufgaben unter uns zu verteilen.»

Daneben gibt es punktuelle Aktionen. So organisierte zum Beispiel eine Angestellte des AfU, die sich bei den Insekten besonders gut auskennt, Workshops zum Thema Insekten. Natürlich müssen daneben auch die Pflanzen täglich gewässert werden. «Alle Aktivitäten stützen sich auf das Wissen und die Leidenschaft der einzelnen Mitglieder der Gruppe», führt Thilo Dürr-Auster aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Angestellten während ihrer Arbeitszeit gärtnern. Im Gegenteil: «Wir stempeln stets aus, bevor wir uns um die Pflanzen kümmern. Diese Tätigkeiten zählen selbstverständlich nicht als Arbeitszeit.»

Hinter dem Gebäude wurde entlang der Mauer ein Blumenwiesensaum eingerichtet. Die Gartengruppe hat auch Himbeeren angebaut und ersuchte das HBA, alte Apfelbaumarten zu pflanzen. Es wurden zwei Insektenhotels installiert; ausserdem dienen Stein- und Asthaufen Kleintieren als Lebensraum und Fortpflanzungsort. Zwischen den Apfelbäumen und Himbeersträuchern wurde eine Bank aufgestellt. Und schliesslich installierte das AfU drei Kompostbehälter für Kaffeesatz, Frucht- und Gemüseabfälle (Reste des Konsums der Angestellten) sowie für Gartenabfälle.

Dies ist Teil von Überlegungen über die Entwicklung städtischer Grünflächen. «Indem wir Obst und Gemüse anpflanzen, die zur Artenvielfalt beitragen, wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen. Es würde uns deshalb freuen, wenn Staatsangestellte, die in einem anderen Gebäude arbeiten, durch unsere Aktion inspiriert würden», hofft Thilo Dürr-Auster.

Gärtnern trägt auch zum sozialen Zusammenhalt bei: «Die Mitglieder der Gartengruppe wollen ihre Leidenschaft für die Natur mit anderen teilen. Ab und zu ist dies auch ein Anlass für ein gemeinsames Essen. Wir essen selbstverständlich das von uns angepflanzte Obst und Gemüse. Im ersten Jahr haben wir Kürbis angepflanzt und die Angestellten des AfU zu einer geselligen Runde mit Kürbissuppe eingeladen.»

Damit ist der Kern der nachhaltigen Entwicklung angesprochen, bei der es letztlich und vor allem darum geht, die Lebensqualität von uns allen zu verbessen.

Ein paar Ideen, um Natur zuhause zu erleben

Gut zu wissen!

In der Schweiz sind fast 2000 Besitzerinnen und Besitzern von grossen und kleinen Gärten der Garten-Charta beigetreten, um die Natur und Artenvielfalt zu schützen. Damit übernehmen sie die moralische Verpflichtung, ihr Grundstück so zu pflegen und auszustatten, dass wildlebende Kleintiere wie Vögel, Igel, Schmetterlinge, Eidechsen etc. besser überleben können.

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