Dieses vom Kanton Freiburg getragene Grossprojekt wird die Attraktivität der Universität und die Ausstrahlung des Kantons Freiburg auf nationaler und internationaler Ebene nachhaltig stärken. Es ist in erster Linie der Rechtswissenschaftlichen Fakultät gewidmet und wird dazu beitragen, die historischen Gebäude des Standorts Miséricorde insgesamt aufzuwerten. Über das Gebäude hinaus wird das Projekt zur Aufwertung des gesamten Miséricorde-Campus beitragen durch geeignete Einrichtungen für den Langsamverkehr und frei zugänglich Bereiche für die gesamte Freiburger Bevölkerung.
Ein Gebäude, das auf akademische Exzellenz ausgelegt ist, eine Brücke zwischen Geschichte und Zukunft schlägt, sich seinem Quartier öffnet und in Sachen Nachhaltigkeit vorbildlich ist. Ein Ort des Lernens und der Begegnung, der historisches Erbe, akademische Innovation und Offenheit gegenüber der Stadt miteinander verbindet.
Das Projekt in Kürze
| Element | Information |
| Projektname | MIS12 «Equité» |
| Bauherr | Kanton Freiburg – Hochbamt HBA / RIMU |
| Nutzer | Universität Freiburg, Rechtswissenschaftliche Fakultät und weitere Einheiten |
| Architekt | Ruprecht Architekten GmbH (Gewinner des Wettbewerbs 2014) |
| Standort | Standort Miséricorde, Rue Tivoli / Avenue de l'Europe, Freiburg |
| Geschätzte Kosten | CHF 153 Mio. |
| Baubeginn | Herbst 2029 |
| Inbetriebnahme | Ende 2032 |
| Nachhaltigkeitsstandard | Angestrebte SNBS-OR-Zertifizierung |
Das Gebäude
Das sogenannte «Thierryturm»-Gebäude wurde vom Gewinner des 2014 ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs, dem Büro Ruprecht Architekten GmbH, «Equité» getauft. Seine charakteristische Form mit abgerundeten Ecken fügt sich harmonisch in die unmittelbare Umgebung ein und prägt gleichzeitig das Erscheinungsbild des Universitätsgeländes.
Das Projekt ermöglicht es, die gesamte Rechtswissenschaftliche Fakultät – die Studierenden, die Lehrkräfte sowie Bibliothek und Verwaltung – an einem einzigen Standort zusammenzuführen. Dadurch werden derzeit gemietete Räumlichkeiten an der Avenue de Beauregard frei und der Zusammenhalt des Campus Miséricorde durch die effiziente Nutzung brachliegender Flächen gestärkt.
Ein nachhaltiges und vorbildliches Projekt
Im Einklang mit der Immobilienstrategie des Kantons Freiburg strebt das Projekt einen hohen Nachhaltigkeitsstandard an. Dazu gehören insbesondere:
- Photovoltaikmodule, die das gesamte Dach bedecken
- Erdwärmesonden für Heizung und Kühlung
- eine Tiefgarage mit 400 Velostellplätzen
- ein Fuss- und Veloweg, der in die Trasse der «TransAgglo» integriert ist
- die Umsetzung von BIM (Building Information Modeling) über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg
Ein Projekt, das sich seinem Quartier öffnet
Das Projekt sieht die Schaffung öffentlicher Räume vor, die das gesamte Universitätsareal aufwerten und Verbindungen zum Stadtzentrum von Freiburg schaffen sollen.
Ein offener Platz genannt «Campo» verbindet die Gebäude des Universitätscampus. Zusammen mit dem südlich der historischen Stadtmauer angelegten «Jardin de la Tour Henri» bietet er neue Begegnungsorte und eine verbesserte Führung des Langsamverkehrs. Diese leicht zugänglichen Zonen werden massgeblich zur Attraktivität und Lebensqualität des Quartiers beitragen.
Gesamtschätzung der Kosten für Planung und Bau des neuen Gebäudes.
Die Rechtswissenschaftliche Fakultät begrüsst rund 2'000 Studierende – sie ist eine der ältesten und renommiertesten der Schweiz.
Die Geschossfläche des neuen Gebäudes umfasst Bibliothek, Hörsäle, Unterrichtsräume, Forschungs- und Studienräume sowie Gemeinschaftsbereiche.
Geplanter Termin für die Inbetriebnahme des Gebäudes Ende Jahr.
SNBS GOLD - Angestrebter Nachhaltigkeitsstandard: GOLD Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte
Timeline
FAQ - Erweiterung des Campus Miséricorde – Ein neues Vorzeigegebäude für die Universität Freiburg
Die 1763 gegründete Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg zählt rund 2'000 Studierende und ist heute auf mehrere gemietete Standorte in der Stadt verteilt. Das neue Gebäude wird es ermöglichen, die gesamte Fakultät – Studierende, Dozierende, Bibliothek und Verwaltung – an einem einzigen Ort zusammenzuführen. Es wurde speziell für die Anforderungen einer modernen universitären Ausbildung konzipiert und wird der Universität eine vorbildliche Einrichtung bieten, die den Qualitätsstandards in diesem Bereich entspricht und der Qualität sowie dem Ruf ihrer Rechtswissenschaftlichen Fakultät gerecht wird. Zudem werden dadurch die Mietkosten gesenkt und brachliegende staatliche Grundstücke aufgewertet, was zu Einsparungen von CHF 2,7 Mio. pro Jahr führt.
Die Gesamtinvestition wird auf CHF 153 Mio. geschätzt. Das Projekt wird vom Kanton Freiburg finanziert, wobei ein Beitrag des Bundes über das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erwartet wird. Die genaue Höhe des Bundesbeitrags wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.
Das Projekt wurde so konzipiert, dass es sich harmonisch in sein städtisches und historisches Umfeld einfügt. Es sieht die Schaffung frei zugänglicher öffentlicher Räume vor: der «Campo», ein offener Platz im Herzen des Universitätsgeländes, und der «Jardin de la Tour Henri», der südlich der historischen Stadtmauer angelegt wird. Das Projekt wird zudem den Langsamverkehr fördern, dank eines Velowegs, der das Gelände durchquert (TransAgglo), und der Schaffung von 400 öffentlichen und überdachten Velo-Parkplätzen. Besonderes Augenmerk wird während der gesamten Projektdauer auf die Kommunikation vor Ort und den Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern gelegt, insbesondere hinsichtlich der Durchfahrts- und Zugangsbedingungen.
Die Erhaltung und Aufwertung des historischen Erbes des Standorts Miséricorde waren massgebend für die gesamte Projektentwicklung. Der Thierryturm, ein symbolträchtiges historisches Denkmal, wird durch die Aussenanlagen in Szene gesetzt. Die zuständigen eidgenössischen Kommissionen EKD und ENHK wurden im Rahmen des Verfahrens konsultiert, und ihre Anmerkungen flossen in die Projektentwicklung ein.
Das Projekt erlebte mehrere Phasen des Stillstands, die hauptsächlich mit der Verfügbarkeit des Grundstücks und der Komplexität der Herausforderungen aufgrund der Lage des Standorts zusammenhingen. Im Jahr 2022 konnten die Studien wieder aufgenommen werden. Seitdem schreitet das Projekt gemäss dem vorgesehenen Zeitplan voran.
Das Projekt folgt den im Kanton Freiburg geltenden gesetzlichen Verfahren. Die Studienkredite wurden vom Grossen Rat bewilligt. Das Baugesuch wird einer öffentlichen Auflage unterzogen, während derer jede interessierte Person die Unterlagen einsehen kann. Der Verpflichtungskredit wird anschliessend dem Grossen Rat und danach dem Stimmvolk vorgelegt. Alle Schritte werden transparent und unter Wahrung der Mitwirkungsrechte der Bürgerinnen und Bürger durchgeführt.