Kleine Geschichten zur Ausstellung - Die Unterwasser-Raupe

27 Juli 2021 - 07H00

Über 1300 Nachtfalterarten gibt es im Kanton Freiburg, und entsprechend viele Geschichten gibt es über sie zu erzählen. Mit unseren kleinen Geschichten zur Ausstellung tauchen Sie ein in die Welt der Nachtfalter.

Die Unterwasser-Raupe

Auf den ersten Blick sieht die Raupe des Seerosenzünslers nicht sehr spektakulär aus. Doch hinter dem unscheinbaren Äusseren versteckt sich eine äusserst ungewöhnliche Lebensweise. Wie andere Arten der gleichen Unterfamilie, lebt die Raupe unter Wasser und atmet über die Haut. Um sich zu schützen, fertigt sie mit Seide versponnene Köcher aus zwei Blattstückchen an. So versteckt, muss sie nur den Kopf herausstrecken, um sich an den Blättern von Wasserpflanzen satt zu fressen. Mit der Zeit verliert die Raupe ihre Fähigkeit, über die Haut zu atmen. Dann konstruiert sie in ihrem Köcher ein Luftkissen, so dass sie immer ihre eigene Sauerstoffreserve dabeihat. Ist die Zeit reif, verpuppt sie sich, und nach rund fünfzehn Tagen schlüpft der Falter unter Wasser. Er kämpft sich danach an die Wasseroberfläche, wo er sich auf einem trockenen Blatt in Sicherheit bringt. Nun beginnt, nach dem Leben im Wasser, sein neues, nachtaktives Leben in der Luft.

Sophie Giriens (Übersetzung Carole Schneuwly)
Kuratorin der Ausstellung Nachtfalter - #2 Biodiversität Freiburg

Zu den kleinen Geschichten zur Ausstellung

 

Raupe in geöffnetem Köcher
Agrandir Raupe in geöffnetem Köcher © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - ETH Zürich - Albert Krebs
Raupe in geöffnetem Köcher
Ausgewachsener Falter (Elophila nymphaeata)
Agrandir Ausgewachsener Falter (Elophila nymphaeata) © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - ETH Zürich - Albert Krebs
Ausgewachsener Falter (Elophila nymphaeata)
Hauptbild
Eine Seerosenzünsler-Raupe (Elophila nymphaeata) in einem offenen Köcher.
Eine Seerosenzünsler-Raupe (Elophila nymphaeata) in einem offenen Köcher. © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - ETH Zürich - Albert Krebs