Ein seltenes Insekt im Broyebezirk

22 September 2021 - 13H11

Das Totholzkäfer-Projekt des Naturhistorischen Museums Freiburg hat eine schöne Überraschung zu Tage gebracht! In verschiedenen Wäldern des Kantons wurden Fallen aufgestellt – und im Broyebezirk wurde dabei ein ausserordentlich seltener Käfer wiederentdeckt.

Aesalus Scarabaeoides, gefangen im Kanton Fribourg
Agrandir Aesalus Scarabaeoides, gefangen im Kanton Fribourg © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - MHNF - NHMF
Aesalus Scarabaeoides, gefangen im Kanton Fribourg

Aesalus scarabaeoides. Der überlange lateinische Name bezeichnet ein kleines, knapp sechs Millimeter langes Insekt aus der Ordnung der Käfer. Seine Besonderheit? Seine Larven entwickeln sich im Totholz von Laubwäldern – doch nicht in irgendwelchen Wäldern! In Europa kommt die Art in Wäldern an Hanglage vor, in denen es rotfaules Holz gibt; Rotfäule wird durch spezielle Baumpilze verursacht. Solche Lebensräume gibt es bei uns nur noch selten. In der Schweiz gab es bisher nur einen einzigen Nachweis des Schwarzbraunen Kurzschröters, wie der Käfer auf Deutsch heisst. Dieser Fund stammt aus dem Jahr 1971!

Die Überraschung war darum gross, als 2019 ein Exemplar dieser Art in eine Falle des Naturhistorischen Museums geriet und ein Experte des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna die Identität des Käfers enthüllte. Der Käfer, der auch in unseren Nachbarländern als stark gefährdet gilt, bekommt nun also seinen Platz auf der Liste der seltenen Arten der Schweiz und bezeugt gleichzeitig die Existenz von schützenswerten Waldgebieten im Broyebezirk.

Detaillierte Informationen finden sich in einem Artikel, der in der Fachzeitschrift Entomo Helvetica erschienen ist: Hauser et al. 2021.

Hauptbild
Das Waldgebiet, in dem der Schwarzbraune Kurzschröter 2019 entdeckt wurde © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Gilles Hauser