Rückblick auf die Europäischen Tage des Denkmals 2021 im NHMF

17 September 2021 - 13H18

Das Naturhistorische Museum Freiburg hat sich am Wochenende an den Europäischen Tagen des Denkmals 2021 beteiligt. Über 70 Personen haben sich erklären lassen, wie Tierpräparatoren im 19. Jahrhundert arbeiteten. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband Naturwissenschaftliche Präparation Schweiz (VNPS) durchgeführt.

«Gewusst wie»: So lautete das Thema der diesjährigen Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals, die am 11. und 12. September stattfand. Das Naturhistorische Museum Freiburg hat dem Publikum bei dieser Gelegenheit die Techniken der Tierpräparation des 19. Jahrhunderts vorgestellt, und zwar am Beispiel von zwei herausragenden Objekten aus seiner Dauerausstellung.

Der Seiwal (1852) und das Indische Panzernashorn (1889) legten ihr Innerstes offen: Zwei Modelle zeigten die verschiedenen Etappen der Präparation und die Materialien, die dabei verwendet wurden. 75 Besucherinnen und Besucher entdeckten, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen sich im 19. Jahrhundert bei der Präparation grosser Tiere stellten. Tatsächlich war die Aufgabe für die Tierpräparatoren jener Zeit nicht leicht: Oft mussten sie ihre ganze Kreativität und viel Erfindungsreichtum einsetzen, um die Probleme in Zusammenhang mit der Statik und der Konservierung der Objekte zu lösen.

Europäische Tage des Denkmals 2021 im NHMF
Agrandir Europäische Tage des Denkmals 2021 im NHMF © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Anaïs Rossel
Europäische Tage des Denkmals 2021 im NHMF
Tierpräparate: Seiwal 2021
Agrandir Tierpräparate: Seiwal 2021 © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Constantin Latt
Tierpräparate: Seiwal 2021

Eine Methode verwendete das Skelett des Tieres. Der Körper und die Muskeln wurden darauf mit Heu- oder Strohbüscheln nachgebildet; anschliessend wurde die Haut auf das Modell gezogen. Allerdings machten die Gelenke des Skeletts diese Konstruktionen rasch unstabil. Es wurden darum neue Vorgehensweisen entwickelt, bei denen man die Grundstruktur aus Holz baute und den Körper mit Lehm formte. Heute stehen noch ganz andere Methoden zur Verfügung. Neue Materialien wie Polyurethanschaum und neue Modelliertechniken ermöglichen es, leichtere und präzisere Modelle herzustellen. Auch Techniken wie die Plastination oder die Gefriertrocknung kommen zum Einsatz.

Agrandir Evelyne Rotzetta restauriert das Ohr des Nashorns, 2016 © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - MHNF - NHMF
Agrandir Indisches Panzernashorn © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Sophie Giriens

Vertreterinnen und Vertreter des Verbands Naturwissenschaftliche Präparation Schweiz (VNPS) haben während der Denkmaltage die Besucherinnen und Besucher des Museums in Empfang genommen: die Restauratorin Evelyne Rotzetta, die das Indische Panzernashorn des NHMF für die Ausstellung «Rhinostar» 2017–2018 restauriert hat; die Tierpräparatorin Sirpa Kurz, Mitarbeiterin des Zoologischen Museums der Universität Zürich; die selbständige Tierpräparatorin Sabrina Beutler aus Düdingen; sowie schliesslich Boris Baeriswyl, Tierpräparator des NHMF. Dank ihnen haben die Besucherinnen und Besucher einzigartige und überraschende Einblicke in das Innenleben der eindrücklichen Tierpräparate des NHMF erhalten.

Europäische Tage des Denkmals 2021 - Sirpa Kurz und Evelyne Rotzetta
Agrandir Europäische Tage des Denkmals 2021 - Sirpa Kurz und Evelyne Rotzetta © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Anaïs Rossel
Europäische Tage des Denkmals 2021 - Sirpa Kurz und Evelyne Rotzetta
Europäische Tage des Denkmals 2021
Agrandir Europäische Tage des Denkmals 2021 © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Anaïs Rossel
Europäische Tage des Denkmals 2021

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Wie Tierpräparate die Zeit überdauern – Eine kleine Geschichte der Taxidermie
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Europäische Tage des Denkmals 2021 - Sirpa Kurz, Boris Baeriswyl und Evelyne Rotzetta © Etat de Fribourg - Staat Freiburg - Anaïs Rossel