Antibiotikareduktion: positive Ergebnisse für die Tiergesundheit und die Qualität der Produkte

16. November 2020 -11h45

Grangeneuve hat am Montag in Villaz-St-Pierre eine Zwischenbilanz zum Projekt ReLait – Antibiotikareduktion gezogen, das im Januar 2017 gestartet ist. Die Bilanz fiel positiv aus. Auf den Betrieben, die die von ReLait vorgeschlagenen Massnahmen befolgten, konnte ein allgemeiner Rückgang des Antibiotikaeinsatzes festgestellt werden. Diejenigen Betriebe, die am meisten Antibiotika verwendeten, konnten die Behandlungen am deutlichsten reduzieren.

Die Rückmeldungen der Milchproduzenten, die am Projekt ReLait teilgenommen haben, sind erfreulich. Staatsrat Didier Castella verwies auf die positiven Ergebnisse für die Tiergesundheit, die Qualität der Milchprodukte sowie den Umweltschutz und letztendlich auch für die Anerkennung der täglichen Arbeit der Züchterinnen und Züchter. Dieses Projekt zugunsten der Tiergesundheit geht im Übrigen nicht zulasten des Volumens oder der Qualität der einheimischen Milchproduktion.

Das Projekt ReLait – Antibiotikareduktion erfolgt im Rahmen der Strategie Antibiotikaresistenzen StAR des Bundes und der WHO, die diese Woche für den «verantwortungsvollen Gebrauch von antimikrobiellen Mitteln» sensibilisiert. Das aus einer kantonalen Initiative entstandene Projekt hat an Bedeutung gewonnen und ist, mit der finanziellen Unterstützung des Bundes, zu einem Vorzeigeprojekt auf nationaler Ebene geworden.

Eine Innovation dieses in Partnerschaft mit der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern durchgeführten Projekts liegt in der Vernetzung der Betriebe und der engeren Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Agronomen und Tierärzten. Manuela Gerber, Tierärztin an der Vetsuisse-Fakultät, hat ihre Doktorarbeit zum Freiburger Projekt verfasst. Die ersten Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie haben ergeben, dass im Bereich der Euter- und der Gebärmuttergesundheit weniger Antibiotika eingesetzt wurden. Die Tiergesundheit konnte trotz der Antibiotikareduktion erhalten werden, womit ein seit Beginn des Projekts klar festgelegtes Ziel erreicht wurde. Im Allgemeinen gelang es den Betrieben, die am meisten Antibiotika verwendeten, besonders gut, die Behandlungen zu reduzieren.

Für die Doktorandin ist es wichtig, die Produzentinnen und Produzenten eng zu begleiten, da sich die Umsetzung der Präventionsmassnahmen auf lange Sicht tendenziell verschlechtert. Die Zusammenarbeit zwischen den Tierärzten und den übrigen Akteuren ist daher äusserst wichtig, um die Züchterinnen und Züchter bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Ein weiterer positiver Aspekt: der Erfahrungsaustausch unter den Produzenten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Projektphase treffen sich weiterhin in Arbeitskreisen, in denen verschiedene Themen in Zusammenhang mit der Tiergesundheit besprochen werden. Mit der zweiten Phase werden sieben neue Arbeitskreise gebildet, wodurch zahlreiche Gelegenheiten für den Austausch mit anderen Produzentinnen und Produzenten entstehen.

Das Projekt geht mit 89 neuen Betrieben in die zweite Projektphase und zählt nun insgesamt knapp 150 Produzentinnen und Produzenten. Die Strategien werden aufgrund der Zwischenergebnisse des Projekts angepasst und bis 2024 weitergeführt (2026, wenn man die Resultate des Monitorings berücksichtigt).