Lead
Auch bei einer Onlinesuche, die nichts mit Pornografie zu tun hat, kann man unerwünscht auf Seiten mit pornografischem Inhalt stossen.

Was ist Pornografie genau?
Pornografie ist eine Darstellung von erwachsener Sexualität in Videos oder Bildern, bei der vieles übertrieben und nachträglich bearbeitet wird. Ziel ist es, die Sinne anzuregen. Pornografie löst bei jedem unterschiedliche Emotionen aus: Neugier, Lust, sexuelle Erregung, Abneigung, Ekel usw.

Viele Erwachsene und Jugendliche haben sich aus Neugier oder nach einer gezielten Suche schon einmal pornografische Inhalte angesehen. Dies mag gerade für Jüngere schockierend oder gar beängstigend sein, kann aber auch die Neugier wecken, so dass man sich immer mehr anschauen will und «süchtig» wird. Wenn man die Pornografie als einziges Vorbild für Sexualität ansieht, kann dies der eigenen Sexualität schaden, weil man sich das Gezeigte als Ziel setzt, das es zu erreichen gilt. Bei der Pornografie steht aber vor allem die Leistung im Vordergrund. Der sexuelle Akt beschränkt sich meist auf die Penetration, und andere Aspekte der Sexualität wie Zärtlichkeit, Gefühle und Nähe werden nicht gezeigt. Die Schauspielerinnen und Schauspieler in Pornofilmen werden dafür bezahlt, dass sie genau das machen, was im Film verlangt wird, und nicht das, was ihnen gefällt.

Man muss unterscheiden:

  • Pornografie: ist freigegeben ab 18 Jahren, obszön und entgegen dem Schamempfinden.
  • In der Schweiz verbotene Pornografie: stellt verbotene Handlungen dar (Gewalt, Missbrauch, Sex mit Tieren usw.).
  • Erotik: stellt Sensualität, Nacktheit und Sexualität auf eine künstlerische Weise dar.

Möchtest du mehr über Sexualität erfahren?
Wenn du unabsichtlich auf pornografische Inhalte stösst, trifft dich keine Schuld und du musst dich dafür nicht schämen. Wenn du bewusst nach solchen Inhalten suchst, hast du vielleicht Fragen zur Sexualität und zum ersten Mal. Durch Pornos lernt man nicht, wie Sex geht, genauso wie man nicht Autofahren lernt, indem man «The Fast and the Furious» schaut. Am besten sprichst du darüber mit einem Erwachsenen, dem du vertraust. Deine Eltern können dir sicher weiterhelfen, aber manchmal ist es nicht einfach, in der Familie über Sex zu sprechen, und man schämt sich - das ist ganz normal! Du kannst dich auf spezialisierten Websites informieren, Bücher oder Broschüren zum Thema lesen oder dich an Stellen wie die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit wenden; die Spezialistinnen und Spezialisten dort beantworten dir gerne deine Fragen.

Gut zu wissen:

  • Bis du 16 Jahre alt bist, sind deine Eltern verantwortlich für den Inhalt deines Smartphones, also auch dafür, was du auf sozialen Netzwerken veröffentlichst. Mit 16 Jahren erreichen Jugendliche die sexuelle Mündigkeit und sind somit selbst für die Einhaltung der Gesetze verantwortlich.
  • Das Bereitstellen von pornografischem Material für Jugendliche unter 16 Jahren ist gesetzlich verboten; das gilt auch für das Teilen von Inhalten unter Jugendlichen.
Herausgegeben von Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit FFSG

Letzte Änderung : 09.06.2020